Berlin setzt auf Gebäudebegrünung als Instrument der Klimaanpassung
Grünpflanzen unterstützen die Kühlung unserer steinernen und zubetonierten Städte. Sie puffern Starkregen ab, verbessern die Luftqualität und lassen uns gesünder leben. Ein Forum, in dem die neuesten Trends und Methoden für die Begrünung unserer Städte vorgestellt werden, ist der Weltkongress Gebäudegrün, der wieder in diesem Sommer in Berlin stattgefunden hat. Hier haben Stadtplaner und Architektinnen Gelegenheit, sich im Rahmen einer dreitägigen Veranstaltung rund um die Gebäudebegrünung auf den neuesten Stand zu bringen. In den Vorträgen geht es insbesondere um Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünung mit vertiefenden Themen rund um Stadtklima, Regenwasserbewirtschaftung, Nachhaltigkeit oder Zukunftsstadt. Organisiert wird der Weltkongress vom Bundesverband GebäudeGrün e.V. (BuGG) mit der Unterstützung von internationalen und nationalen Partnern wie beispielsweise dem Europäischen Verband European Federation of Green Roof & Wall Associations (EFB).
Zuletzt aktualisiert am: 18. September 2026

Der diesjährige Schirmherr des Kongresses, Carsten Schneider, Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, betonte in seiner Begrüßung, dass Deutschland alle Formen des öffentlichen und privaten Grüns brauche. Dazu zählten ein Stück Wildnis im Garten, Parks und freie Flächen in der Stadt genauso wie grüne Dächer und Fassaden. Sie alle seien echte Multitalente. Deswegen habe er gern die Schirmherrschaft für den Weltkongress Gebäudegrün übernommen. Wie er weiter ausführte, unterstütze das Bundesumweltministerium mit dem Aktionsprogramm Kommunen, die mehr Grün statt Beton wollen. Das sei ein Gewinn für den Klimaschutz, die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger und die Vorsorge gegen extreme Wetterlagen. Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, erklärte, dass Berlin seit Jahren für Innovation, Nachhaltigkeit und klimaorientierte Stadtentwicklung stehe. Die Begrünung unserer Gebäude und öffentlichen Räume spiele dabei eine zentrale Rolle – sie mache unsere Stadt widerstandsfähiger, lebenswerter und schöner.
Grüne Dächer und Fassaden verbessern das Stadtklima, fördern die Biodiversität, filtern Luftschadstoffe, mindern das Risiko von Starkregen und schaffen neue Lebensräume. In einer wachsenden Metropole wie Berlin ist dieses Potenzial von unschätzbarem Wert. Gebäudebegrünung ist kein gestalterisches Extra, sondern ein wirksames Instrument der Klimaanpassung. Die Hauptstadt will daher Impulse setzen für eine ganzheitliche, naturbasierte Stadtplanung, die ökologische und soziale Lebensqualität miteinander verbindet. Mit dem landeseigenen Förderprogramm „GründachPLUS“ unterstützt die Stadt seit 2019 Berlinerinnen und Berliner, Unternehmen und Initiativen finanziell und beratend beim grünen Umbau ihrer Bestandsgebäude.
In diesem Jahr konnten namhafte internationale Expertinnen und Experten als Keynote Speaker gewonnen werden, wie Prof. Werner Sobek (Werner Sobek AG – Deutschland), Livia Shamir (Stefano Boeri Architetti – Italien), Dr. Patrick Blanc (Vertical Garden „Mur Végétal“ – Frankreich), Prof. Manfred Köhler (Deutschland) – Prof. Dr. Michael Braungart (Cradle to Cradle – Deutschland) oder Thomas Kraubitz (DGNB-Präsidium – Deutschland). Neben den Vorträgen und Podiumsdiskussionen bietet der Kongress zudem ein breites Angebot an Ausstellenden in der begleitenden Fachausstellung und unterstützt Kooperations- und Netzwerkmöglichkeiten für Verbände, Organisationen und Institutionen. Im Fokus des Kongresses steht neben der Wissensvermittlung auch die Vorstellung von Best-Practice-Beispielen aus den internationalen Metropolen.