Fachbeitrag | Informieren und Recht 12.01.2015

Brandfallsteuerung bei Aufzügen

Eine Brandfallsteuerung sorgt dafür, dass Aufzüge automatisch die erste sichere Haltestelle anfahren und dort mit geöffneten Türen außer Betrieb gehen. Dabei muss einiges beachtet werden.

Die Verordnung über den Bau und Betrieb von Sonderbauten (Sonderbauverordnung, SBauVO) sieht für Aufzüge in Hochhäusern und Versammlungsstätten einer bestimmten Größe (mit Versammlungsräumen von insgesamt mehr als 1.000 m² Grundfläche) eine Brandfallsteuerung vor, die im Brandfall automatisch von der Brandmeldeanlage ausgelöst werden muss.

Was macht eine Brandfallsteuerung?

Aufgabe der Brandfallsteuerung ist es in der Regel, Personen im Brandfall die Nutzung des Aufzugs zu verwehren. Fahrende Aufzüge werden im Brandfall zu einer definierten Brandfallhaltestelle (Evakuierungsebene) gefahren und dort mit offenen Türen außer Betrieb gesetzt.

Statische oder dynamische Brandfallsteuerung?

Bei der Brandfallsteuerung wird zwischen der statischen, der halbdynamischen und der dynamischen Brandfallsteuerung unterschieden:

  • Eine statische Brandfallsteuerung fährt den Aufzug im Brandfall in eine zuvor definierte Ebene, die einen möglichst kurzen Fluchtweg ins Freie ermöglicht.
  • Eine halbdynamische Brandfallsteuerung arbeitet mit dem Brandmelder in der vorgesehenen Evakuierungsebene zusammen, sodass diese nicht angefahren wird, wenn dort ein Brandgeschehen detektiert wurde.
  • Die dynamische Brandfallsteuerung ist mit den Brandmeldern auf allen Ebenen verbunden, so wird verhindert, dass z.B. eine mit Rauch belastete Ebene als Brandfallhaltestelle genutzt wird.

Brandfallsteuerung planen und prüfen

Welche Art von Brandfallsteuerung notwendig ist, wird im Rahmen des Brandschutzkonzepts für das jeweilige Gebäude festgelegt. Dabei ist die Feuerwehr einzubeziehen. Ebenso ist zu planen, welche Brandfallhaltestelle (Evakuierungsebene) angefahren werden soll. Die Brandfallsteuerung erfordert eine regelmäßige Funktionsprüfung, die zu dokumentieren ist.

Änderungsbedarf bedenken

Für die Planung der Brandfallsteuerung ist das vorhandene oder vorgesehene Fluchtwegenetz entscheidend. Gibt es bei den Fluchtwegen, z.B. durch Baustellen im Gebäude, eine Änderung, muss auch die Brandfallsteuerung geprüft und ggf. angepasst werden. Es darf nicht passieren, dass eine Brandfallhaltestelle angefahren wird, bei der es zu baulich bedingten, temporären Behinderungen auf den Fluchtwegen kommt.

Manuelle Brandfallsteuerung: Befugte Mitarbeiter auswählen und schulen

Für die manuelle Brandfallsteuerung (VDI 6017) werden entsprechend befugte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigt, die speziell zu diesem Zweck geschult werden.

Weitere Hinweise zur Brandfallsteuerung von Aufzügen finden Sie in der Checkliste Brandfallsteuerung.

Autor: Oliver Schonschek (Diplom-Physiker, IT-Analyst und Fachjournalist)