Aerosol-Feuerlöschsysteme sicher einsetzen
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung hat im Februar die DGUV Information 205-043 "Sicherheit und Gesundheitsschutz beim Einsatz von Feuerlöschanlagen mit Aerosolen" aktualisiert.
Zuletzt aktualisiert am: 28. April 2026

Insbesondere zum Schutz von technischen Anlagen, geschlossenen Gehäusen oder Schaltschränken werden Aerosol-Feuerlöschsysteme eingesetzt. Neben den Kosten sind auch rechtliche, technische und organisatorische Aspekte zu berücksichtigen. Wichtig ist vor allem eine gelungene Integration in das bestehende Sicherheits- oder Brandmeldekonzept.
Bevor Aerosol-Feuerlöscher bzw. Aerosol-Feuerlöschanlagen im Anschaffungsprozess in die engere Wahl genommen werden, ist zu prüfen, ob diese für den Einsatzfall geeignet sind. Da sie primär durch die Unterbrechung der Flammreaktion wirken sind sie insbesondere wirksam bei Bränden elektrischer Anlagen, Flüssigkeits- und Gasbränden sowie in geschlossenen Räumen oder Gehäusen.
Hingegen sind sie weniger geeignet bei tief sitzenden Glutbränden, Bereichen mit ständigem Luftaustausch (z.B. offene Hallen) oder Räumen, in denen sich dauerhaft Menschen aufhalten. Die Frage dabei ist vor allem, welche Objekte geschützt werden sollen (z.B. Schalt- oder Maschinenraum) und welche Brandrisiken zu erwarten sind.
Aerosol-Löschmittelmenge berechnen
Der Einsatz eines Aerosol-Löschmittelsystems kann zu starken Sichtbehinderungen und zur Reizung der Atemwege führen. Deshalb sind Aerosol-Löschmittel nicht für jeden Raum geeignet, auch wenn sie als nicht toxisch gelten. Wichtig ist, dass die Löschmittelmenge zu dem Raum oder zu dem Gehäuse, das es zu schützen gilt, passt. Unter anderem spielen neben dem Nettovolumen des Schutzbereichs auch Leckagen und Öffnungen sowie Einbauten und Luftströmungen eine wichtige Rolle. In der Regel bieten die Hersteller Berechnungsgrundlagen bzw. unterstützen bei den Berechnungen.
Auslösemechanismus des Aerosol-Feuerlöschsystems wählen
Aerosol-Feuerlöschsysteme sind in unterschiedlichen Ausführungen einsetzbar. Sie können z.B. bei definierten Temperaturen thermisch auslösen oder werden über eine Brandmeldeanlage elektrisch in Gang gesetzt. Oftmals gibt es auch die Wahl zwischen automatischen und manuellen Aerosol-Feuerlöschsystemen. Die Entscheidung ergibt sich aus der Frage, wie sich das Aerosol-Feuerlöschsystem in das bestehende Sicherheits- oder Brandmeldekonzept integrieren lässt. In der Praxis dominieren elektrische Auslösungen mit Zeitverzögerung, Abschaltfunktionen und Meldern.
Normen und Prüfzeichen beachten
Bei der Auswahl sind die Normen und Prüfzeichen zu beachten. So ist EN 15276 (die Europäische Norm für Aerosol‑Löschanlagen) sowie die Deutsche Norm ISO 15779 zu beachten. Insbesondere für Aspekte der Versicherung ist die VdS-Anerkennung wichtig.
Nutzungsklassen beachten
Grundsätzlich ist der dauerhafte Aufenthalt von Personen in Aerosol-Atmosphären nicht zulässig. Der Einsatz der Aerosol-Feuerlöschsysteme sollte entsprechend der Nutzungsklassen erfolgen. So werden in der Regel Systeme der Klasse A für üblicherweise unbesetzte Bereiche eingesetzt. Dagegen ist die Nutzungsklasse B für Betriebsbereiche, in denen sich üblicherweise Personen befinden, vorgesehen. Hier sind die elektrischen Verzögerungs- und Alarmierungseinrichtungen doppelt vorzusehen, wobei die elektrischen Verzögerungseinrichtungen voneinander unabhängig funktionieren müssen.
Zur DGUV Information 205-043 gelangen Sie über diesen Link.