17.02.2017

Jeder dritte Studierende möchte im öffentlichen Dienst arbeiten

Das Ansehen des öffentlichen Dienstes ist bei der Berufswahl junger Leute offenbar gut. Jedenfalls wird eine Beschäftigung bei „Vater Staat“ als attraktiv bewertet. Wahrscheinlich spielt dabei der Sicherheitsaspekt eine Rolle. Nach einer bereits in 2016 veröffentlichten Umfrage von Ernest & Young wollen 32 Prozent der Studierenden gern im Staatsdienst arbeiten.

Studium

Zwar ist die deutsche Industrie noch Weltspitze. Doch viele Studenten möchten lieber eine Karriere im öffentlichen Dienst. Knapp jeder Dritte (32 Prozent) gab in einer von EY (vormals Ernest and Young) wiederholt vorgenommenen Umfrage unter 3500 Studenten in 27 Universitätsstädten an, nach dem Studium beim Staat arbeiten zu wollen. Den zweiten Platz (23 Prozent) der Beliebtheitsskala belegten Kultureinrichtungen. Erst an dritter Stelle rangierten die Autohersteller (22 Prozent).

Jobsicherheit sei für sie das wichtigste Kriterium bei der Arbeitgeberwahl, antworteten 63 Prozent der Befragten. Bei Frauen ist das Sicherheitsbedürfnis wohl ein wenig stärker ausgeprägt. 42 Prozent von ihnen sprachen sich für den öffentlichen Dienst aus, während es bei den Männern nur 23 Prozent waren. Männer favorisieren die Automobilindustrie (30 Prozent), von der sich alle Studierenden die höchsten Gehälter erhoffen.

Unter sämtlichen befragten Studenten landete die Autoindustrie auf dem dritten Platz (22 Prozent). Auf Platz zwei kamen mit großem Abstand Kultureinrichtungen (23 Prozent). Unbeliebt sind dagegen Versicherungen (drei Prozent), Transport und Logistik (drei Prozent) und Handel (fünf Prozent). Auch Banken schneiden mit neun Prozent Zustimmung eher schlecht ab. Die Frage lautete: „Welche Branchen sind für Ihre beruflichen Pläne besonders attraktiv?“

Nicht für alle Studenten attraktiv

Betrachtet man ausschließlich die Studenten, die besonders gute Studienleistungen vorzeigen können, verändert sich das Bild sogleich: Für sie ist der öffentliche Dienst deutlich weniger attraktiv als für die breite Masse. Nur 22 Prozent der sogenannten Top-Performer wollen nach der Untersuchung in den Staatsdienst. Dagegen wollen 30 Prozent aus dieser Gruppe in die Autoindustrie, 27 Prozent bevorzugen die Wissenschaft.

Familie ist ein wichtiger Faktor

Nach der Sicherheit des Arbeitsplatzes wünschen sich Studenten von ihrem Arbeitgeber gute Aufstiegschancen, nette Kollegen und an vierter Stelle eine leichte Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Allerdings ist für Frauen die Vereinbarkeitsfrage das wichtigste Kriterium in der Wahl ihres künftigen Arbeitgebers. Das Gehalt steht erst an fünfter Stelle, nur 37 Prozent bezeichneten es als einen der wichtigsten Faktoren.

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)