News | Personalrat 14.09.2017

Gleichstellung mal in andere Richtung

Mehr Männer werden gesucht. In dem Gleichstellungsplan einer Gemeinde wird angestrebt, „frei werdende Stellen mit männlichen Bewerbern zu besetzen“. Auch im TVöD-Bereich Sozial- und Erziehungsdienst sollen verstärkt männliche Mitarbeiter gewonnen werden. So war es im Gleichstellungsbericht der Gemeinde Ganderkesee (31.000 Einwohner) zu lesen. Der Ort liegt bei Oldenburg in Niedersachsen. Bei der Gemeinde sind auch in der Kernverwaltung überwiegend Frauen beschäftigt.

Gleichstellung

Gleichstellung von Männern

In der Osnabrücker Zeitung war im August zu lesen, dass bei der Gemeinde Ganderkesee deutlich mehr Frauen als Männer arbeiten: Von 378 kommunalen Beschäftigten sind – Stand Ende 2016 – 302 Frauen. Das geht aus dem Gleichstellungsbericht von Bürgermeisterin Gerken und der Gleichstellungsbeauftragten Guenter hervor, der im Ratsausschuss für Soziales und Gesellschaft vorgestellt wurde. Dem Bericht ist auch zu entnehmen, dass die Zahl der Gemeindemitarbeiter im Zeitraum von 2014 bis 2016 um 23 gestiegen ist, neu hinzugekommen sind elf Männer und zwölf Frauen.

Frauen oft in Teilzeitstellen

Bei der Interpretation der Mitarbeiterstatistik lasse sich „eine Verbindung zur höheren Teilzeitarbeit von Frauen und den vielfach von Frauen besetzten Stellen in sozialen Berufen herstellen“, heißt es in dem Gleichstellungsbericht. Die im Bericht nach einzelnen Bereichen und Vollzeit/Teilzeit aufgeschlüsselten Zahlen untermauern das. Demnach werden von 239 Teilzeitstellen 214 von Frauen belegt. Aber auch unter den 139 Vollzeitkräften sind die Männer mit 51 unterrepräsentiert. Wie nicht anders zu vermuten war, ist bei den Kindertagesstätten der stärkste Überhang an Frauen festzustellen: Von den 106 Kräften in diesem Bereich sind nur sechs männlichen Geschlechts.

23 von 37 leitenden Stellen mit Frauen besetzt

Auch die Stellen in der Kernverwaltung seien „häufig weiblich besetzt“. In Zahlen ausgedrückt: In der Verwaltung arbeiten 91 Frauen und 40 Männer. Das schlägt sich auch bei den Führungskräften nieder, von den 37 leitenden Stellen sind 23 weiblich besetzt. Bei den Fachdienstleitungen haben allerdings die Männer mit sieben zu fünf die Nase vorn.

Freie Stellen mit Männern besetzen

Dem Gleichstellungsbericht ist ein Gleichstellungsplan bis 2019 beigefügt. Dieser formuliert Ziele beim Abbau der Unterrepräsentanz eines Geschlechts. Sowohl im höheren Dienst als auch in den oberen und höheren Entgeltgruppen des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) wird laut dem Plan angestrebt, „frei werdende Stellen mit männlichen Bewerbern zu besetzen“. Auch im TVöD-Bereich Sozial- und Erziehungsdienst sollen verstärkt männliche Mitarbeiter gewonnen werden.

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)