03.03.2017

Arbeit muss schmecken

In einer Personalversammlung griffig auf eine Problemlage hinzuweisen, wirkt auf die Beschäftigten und meist auch auf die Dienststellenleitung überzeugend. Einen solchen Weg beschritt vor Kurzem der Personalrat der Stadtverwaltung Gladbeck/Westfalen. Er ließ an die Besucher der Personalversammlung Lutscher und Flyer zur Einstimmung auf das Thema verteilen – mit der Anmerkung, dass auch Arbeit „schmecken müsse“.

Arbeit muss schmecken

„Auch Arbeit muss schmecken“: Derart von der Gewerkschaft ver.di per Lutscher und Flyer auf das wichtige Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz eingestimmt, nahmen 600 der rund 1.000 Beschäftigten der Stadtverwaltung Gladbeck/Westfalen an der Personalversammlung teil. Der ernsthafte Hintergrund der Aktion: Zunehmende psychische und physische Beschwerden von Mitarbeitern dürften nicht als gegeben hingenommen werden.

Ein Mittel zum Abbau von zu viel Arbeitsdruck und gegen zunehmende Belastung kann die ausreichende Personalbesetzung sein. Wie der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung zu entnehmen war, habe der Personalratsvorsitzende hervorgehoben, dass es bei der Stadt Gladbeck trotz nach wie vor bestehender finanzieller Schwierigkeiten neue Einstellungen gegeben habe. Dies sei trotz des Spardrucks unabweisbar gewesen, weil sonst der Kollaps gedroht und Teilbereiche der Verwaltung nicht mehr funktioniert hätten. Ein zusätzliches Argument: Unbefristete Beschäftigungsverhältnisse würden nicht nur der Stadt gutes Personal sichern, sondern den Menschen auch verlässliche Zukunftsperspektiven bieten.

Bedarf an weiterem Personal wird bei den sozialen Diensten gesehen. Es müsse dringend geprüft werden, ob das Personal aufzustocken sei. Die gestiegenen Fallzahlen könnten ein Indiz dafür sein. Auch die Besetzung von Stellen in den städtischen Kitas sei ständiges Thema im Personalrat. Hier könnte durch Übernahme von Erzieherinnen in ein festes Arbeitsverhältnis nach dem Anerkennungsjahr Abhilfe geschaffen werden.

Neue Entgeltordnung und veränderte Eingruppierung

Nicht nur die Arbeit, auch der Lohn werde Thema des Personalrats in diesem Jahr sein. Ein freigestelltes Personalratsmitglied sagte, im Hinblick auf die 2017 in Kraft getretene neue Entgeltordnung gelte es, gemeinsam mit der Verwaltung über die Auswirkungen dieser veränderten Eingruppierungsstruktur für das Personal zu diskutieren und zu Ergebnissen zu kommen.

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)