23.06.2020

Gefahren des elektrischen Stroms

Sicherheitsingenieur

Physiologische Einwirkung

Der elektrische Strom bewirkt bereits ab einer niederen Reizschwelle Muskelverkrampfungen. Das berührte, spannungsführende Teil kann nicht mehr losgelassen werden. Auch der Herzmuskel wird beeinflusst, es kommt zu unregelmäßiger Herzmuskeltätigkeit, zu Herzkammerflimmern und schließlich zum Herzstillstand. Wie die folgende Tabelle zeigt, hängt die Gefährdung von zwei Faktoren ab: Vom Strom, der durch den Körper fließt und von der Einwirkzeit auf den Körper.

Physikalische Einwirkung

Die Wärmeentwicklung durch den Stromdurchfluss kann zu Verbrennungen des Gewebes und zur Zerstörung der Körperflüssigkeit führen. Diese Gefahr wird bei höheren Spannungen größer. Aber auch geringe Spannungen können verbunden mit hohen Strömen zu erheblichen Verletzungen führen. So führt z.B. das versehentliche Kurzschließen einer Autobatterie mit einem Schraubenschlüssel zum plötzlichen Schmelzen von Metallteilen.

Einige Beispiele für Gefährdungen:
Einflüsse
Gefährdung
Ursache
nasse oder verschwitzte Haut
höher
Der Widerstand, der dem Strom entgegengesetzt wird, ist gering, bei vorgegebener Spannung kann ein hoher Strom fließen.
isolierende Schutzmittel, wie Schutzschuhe, Schutzhandschuhe, isolierendes Werkzeug
geringer
Der Widerstand, der dem Strom entgegengesetzt wird, ist hoch, bei vorgegebener Spannung fließt ein geringer Strom.
der Strom nimmt den Weg nicht über das Herz
geringer
Der Herzmuskel wird weniger durch Strom beeinflusst.
der Strom nimmt den Weg über das Herz
höher
Der Herzmuskel wird durch dem Strom beeinflusst.
hohe Spannungen
höher
hohe Spannungen verursachen durch die höheren Leistungen Gewebezerstörungen an der Hautoberfläche und im Körperinneren.
Achtung: Die Grenzen sind fließend! Eine Berührung spannungsführender Teile ist nicht abzuschätzen und daher immer lebensgefährlich!

Brandgefahr

Elektrische Bauteile sind konstruktiv so ausgelegt, dass sie sich während des Betriebs nicht gefährlich stark erwärmen. Eine falsche Auslegung, ein Fehler in der Anlage oder falscher Betrieb kann zu örtlicher Überhitzung führen, die die Isolierung und brennbare Teile der Umgebung in Brand setzen kann.

Beispiele:

Eine Kaffeemaschine blieb über Nacht in Betrieb. Das häufige automatische Regeln der Temperatur führt zu einer Beschädigung des Wärmereglers und zu einer Überhitzung der kunststoffgefassten Wärmeplatte und schließlich zu einem Brand.

Ein Stromkreis war ursprünglich mit einem 10-A-Sicherungsautomaten abgesichert. Der Automat wurde nach einem Defekt durch einen 16-A-Sicherungsautomaten ersetzt. Die Leitungen dieses Stromkreises waren nun dauernd überlastet, was schließlich zum Brand führte.

Fehler in elektrischen Anlagen sind die häufigsten Ursachen für Brände.

Autor*in: WEKA Redaktion

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