Bundesregierung veröffentlicht Heimat-Agenda
Menschen in allen Regionen die aktive Gestaltung ihres Lebensumfelds zu ermöglichen und damit gleichwertige Lebensverhältnisse zu stärken, in der Stadt und auf dem Land, das ist das Ziel einer Agenda, die die Bundesregierung im Juli vorgelegt hat. Dabei spielt der Begriff Heimat eine besondere Rolle. Denn unter dem Leitmotiv „Miteinander ist es Heimat“ beschreibt das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) Heimat als Ausdruck von Zugehörigkeit, Verantwortung und gesellschaftlichem Zusammenhalt – in Städten ebenso wie im ländlichen Raum.
Zuletzt aktualisiert am: 18. September 2026

Mit der am 16. Juli 2026 veröffentlichten Heimat-Agenda legt das BMLEH erstmals ein Grundlagendokument für die Heimatpolitik des Bundes vor. Die Agenda versteht Heimatpolitik als gemeinsame Aufgabe von Bund, Ländern, Kommunen und Zivilgesellschaft und hebt Städte und Gemeinden als zentrale Partner bei der Umsetzung hervor. Die Agenda dreht sich inhaltlich um drei Schwerpunkte: die Stärkung regionaler Identität und Kultur, den gesellschaftlichen Zusammenhalt einschließlich eines starken Ehrenamts sowie die Sicherung wirtschaftlicher Perspektiven und einer leistungsfähigen Daseinsvorsorge. Konkrete neue Fördermaßnahmen sind in der Agenda nicht enthalten.
Im Fokus der Agenda steht die bedeutende Rolle der Kommunen, deren angespannte Finanzlage als eine der größten Herausforderungen gesehen wird. Im Rahmen der Agenda ist die Weiterentwicklung des Gleichwertigkeits-Checks für Bundesgesetze geplant. Mit ihm sollen die Auswirkungen neuer Regelungen auf unterschiedliche Regionen und strukturschwache Kommunen stärker berücksichtigt werden. Wichtige Förderinstrumente für ländliche Räume sind die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK), das LEADER-Programm sowie weitere Förderangebote des BMLEH. Den Austausch mit den Regionen sollen Heimatdialoge in den Kommunen und ein regelmäßiger Heimatreport stärken.
Aus Sicht des DStGB setzt die Agenda ein wichtiges politisches Signal. Entscheidend für erfolgreiche Heimatpolitik blieben jedoch handlungsfähige Kommunen, die über eine nachhaltige finanzielle Ausstattung und verlässliche Förderinstrumente verfügen. Der DStGB begrüßt das klare Bekenntnis der Bundesregierung zu gleichwertigen Lebensverhältnissen sowie die Anerkennung der Kommunen als tragende Ebene erfolgreicher Heimatpolitik. Heimat entstehe vor Ort durch funktionierende Infrastrukturen, wirtschaftliche Perspektiven, gesellschaftlichen Zusammenhalt und attraktive Ortskerne. Dafür seien neben den Programmen des BMLEH auch Maßnahmen in den Bereichen Wirtschaft, Wohnen, Infrastruktur und Regionalentwicklung erforderlich. Heimatpolitik müsse daher stärker ressortübergreifend gedacht werden. Aus Sicht des DStGB müssten im Sinne gleichwertiger Lebensverhältnisse die wirksamen Gemeinschaftsaufgaben GAK und GRW langfristig finanziell verlässlich ausgestattet werden. Ebenso wichtig bleibe eine starke europäische Kohäsions- und Regionalpolitik. Programme wie LEADER leisten einen wichtigen Beitrag zur Dorf- und Regionalentwicklung und stärken die Identifikation der Menschen mit ihrer Heimatregion.