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Breites Bündnis setzt auf Freiheit, Offenheit und Kreativität

Das Bauhaus, eine der wichtigsten architektonischen Strömungen der Moderne, setzte vor hundert Jahren neue Maßstäbe für das Bauen. Die neuartige Verbindung von Kunst und Handwerk, Gestaltung und Technik, von Design und Architektur sowie gesellschaftlicher Verantwortung war einzigartig. 1933 musste das Bauhaus unter dem Druck der Nationalsozialisten schließen. Nun wurde das Bauhaus-Manifest ins Leben gerufen, ein aktuelles kultur- und gesellschaftspolitisches Bekenntnis zu den Prinzipien, die das Bauhaus, heute UNESCO-Welterbe, zu einer weltweit prägenden kulturellen Ikone machen. Zu diesen Prinzipien zählen die Freiheit des künstlerischen Denkens, Offenheit gegenüber neuen Ideen, die Verbindung unterschiedlicher Disziplinen und die Überzeugung, dass kulturelle Innovation einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer demokratischen Gesellschaft leisten kann.

Bücherei mit Bücherregalen

Auf Initiative von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer haben zahlreiche Verbände und Institutionen aus Kultur, Design, Handwerk, Architektur sowie Kirchen gemeinsam das Bauhaus-Manifest 2026 unterzeichnet. Zu den unterzeichnenden Institutionen zählen u.a. die Akademie der Künste, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Dr. Wolfram Weimer, Staatsminister für Kultur und Medien, die Bundesarchitektenkammer, die Deutsche Bischofskonferenz, die Deutsche UNESCO-Kommission, der Deutsche Designtag, der Deutsche Kulturrat, der Deutsche Museumsbund, der Deutsche Städtetag, das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste, die Evangelische Kirche in Deutschland und der Zentralverband des Deutschen Handwerks.

Im Wortlaut des Bauhaus-Manifests heißt es: „Heute, genau hundert Jahre danach, wollen wir das Bauhaus gegen populistische Angriffe verteidigen. Den gesellschaftspolitischen Impetus der Bauhaus-Vordenkerinnen und Vordenker brauchen wir gerade in Zeiten, in denen die politischen Ränder erstarken und Rückschritt statt Fortschritt propagieren.“ Die Autorinnen und Autoren des Manifests fordern notwendige Reformen. Hier stehe das Bauhaus exemplarisch für das Vertrauen in die gesellschaftliche Strahlkraft kultureller Innovationen: als Paradigma eines demokratisch grundierten, humanistisch orientierten Gestaltungskonzepts.

Das Manifest beinhaltet sechs Grundsätze: Neben dem Bekenntnis zum Bauhaus, das gesellschaftspolitisch gewirkt und die ästhetische Moderne weltweit bereichert habe und gegen jedwede demokratiefeindlichen Angriffe verteidigt werden müsse, ist ein weiterer Grundsatz „Kulturbauten stiften Identität“. Schlösser und Burgen, Kirchen, Klöster und Landschaftsparks, aber auch andere kulturhistorische Ikonen seien wie die Bauhaus-Architektur sichtbare Zeugnisse unserer Geschichte und unserer kulturellen Identität. Kulturbauten und öffentlichen Räumen sollen den Schutz und die Wertschätzung genießen, die sie als Orte der Begegnung, des Austauschs und der freien Entfaltung verdienen.

Als dritten Grundsatz formuliert das Manifest: „Erinnerung ist die Grundlage unserer Zukunft“, mit dem das Beispiel des Bauhauses und seiner Anfeindungen durch das Nazi-Regime uns mahne, dass Erinnerungskultur keine nostalgische Rückschau ist, sondern eine Voraussetzung demokratischer Selbstverständigung. Darüber hinaus betrachtet das Manifest Kulturinstitutionen als ein kritisches Korrektiv. Denn sie tragen zum öffentlichen Diskurs bei. Die Autonomie künstlerischer Leistungen und Institutionen wie Theater, Museen, Bibliotheken und Konzerthäuser gehöre zu den Grundbedingungen einer lebendigen Demokratie. Mit dem Grundsatz „Auf dem Weg zum synergetischen Denken und Handeln“ will das Manifest Integration stärken. Denn es sei ein Grundgedanke des Bauhauses, schöpferische Ideen, wagemutige Forschung, handwerkliche Exzellenz und technologische Innovation synergetisch zusammenzuführen. Integration führte damals zu Innovation und Weltruhm. Und schließlich stehe das Bauhaus mit dem Grundsatz „Weltoffenheit statt Nationalismus“ für eine geistige, soziale wie ästhetische Offenheit und kontinuierliche Erneuerung. Gleichzeitig sei das Manifest ein Plädoyer dafür, die Prinzipien des Bauhauses gegen demokratiefeindliche Angriffe zu verteidigen.

Autor*in: Andrea Brill (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin.)