Bahnhöfe und Umfeld ganzheitlich entwickeln
Zuletzt aktualisiert am: 11. Dezember 2025

Der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, erkennt in der aktuellen Debatte, dass es eine klare Strategie und einen ganzheitlichen Ansatz brauche, damit sich Reisende und Anwohner gern im Bahnhof und drum herum aufhalten. Es dürfe nicht von unterschiedlichen Eigentumsverhältnissen und Zuständigkeiten abhängen, ob man einen vorbildlichen Bahnhof vor der Haustür habe. All diejenigen, die in der Praxis Bahnhofsgebäude und Vorplätze entwickelten, müssten organisatorisch und finanziell unterstützt werden, ganz gleich, wie unterschiedlich die Ausgangslage sei, wie Flege weiter unterstrich.
Förderprogramme des Bundes und mehrerer Bundesländer gibt es bereits. Diese decken jedoch zum großen Teil nur einzelne Areale ab und nicht den gesamten Bahnhofskomplex mit seinem Umfeld. Der Hauptgeschäftsführer des DStGB, Dr. André Berghegger, betrachtet die Bahnhöfe auch als die Visitenkarte der Kommunen. Attraktive Bahnhöfe zeigten, dass Politik wirke und Deutschland wieder in seine Infrastruktur investiere. Es brauche daher gezielte Investitionen für Bahnhöfe und deren Umfeld, auch in der Fläche. Außerdem fordert er, dass die Förderungen dauerhaft und nicht wie in vielen Fällen zeitlich begrenzt seien.
Die Perspektive der Nutzerinnen und Kunden sollte im Mittelpunkt der Bahnhofsentwicklung stehen. Dirk Flege ist der Ansicht, dass eine hohe Aufenthaltsqualität an Bahnhöfen generell zur Aufwertung öffentlicher Räume beitrage. Wenn Menschen sich dort wohlfühlten, wachse auch die Bereitschaft, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Die Entwicklung des Bahnhofsumfelds sei bislang noch kein Schwerpunktthema der existierenden Beratungs- und Förderangebote. André Berghegger fordert zudem, dass die Beratungsstellen bei der DB InfraGO langfristig etabliert und so ausgebaut werden müssten, dass weitere Entwicklungsprojekte an den Standorten von Bahnhöfen angestoßen werden könnten. Er sieht zudem den Bedarf an entsprechenden Beratungsangeboten in allen Bundesländern, um die gleichen Voraussetzungen für alle Städte und Gemeinden zu schaffen.