12.01.2017

Es gilt jetzt die komplett neue Flachdachrichtlinie

Was ändert sich beim Planen und Ausführen von Flachdächern?

Elbphilharmonie Flachdach

Die Zielformulierung lautete, dass die Lesbarkeit der technischen Regel verbessert werden sollte. Daraus abgeleitet wurde ein gleiches Vorgehen im Bereich der „nicht genutzten Flächen“ und der „genutzten Flächen“ angestrebt. Wichtigste Vorgabe war, dass Beanspruchungsklassen und Anwendungskategorien gestrichen werden. Stattdessen werden für die einzelnen Funktionsschichten eines Dachaufbaus gleich Angaben von geeigneten Materialien gemacht. Die neue Flachdachrichtlinie weist eine einfache Gliederung auf:

  1. Allgemeine Regeln
  2. Beanspruchungen und Anforderungen
  3. Planung und Ausführung der Funktionsschichten
  4. Details
  5. Pflege und Wartung

Ergänzt wird die Richtlinie durch einen Anhang I Windsogsicherung und durch einen Anhang II mit Detailskizzen.

Der Geltungsbereich der Flachdachrichtlinie wurde neu formuliert bzw. erweitert. Er gilt für die Planung und Ausführung von Abdichtungen

  • nicht genutzter Dachflächen,
  • genutzter Dach- und Deckenflächen, z.B. Terrassen, Balkone, Loggien und Laubengänge,
  • begrünter Dachflächen,
  • erdüberschütteter Deckenflächen, befahrener Dach- und Deckenflächen aus Stahlbeton.

Neu ist hierbei insbesondere, dass auch intensiv begrünte Dachflächen, Parkdecks und vergleichbare, befahrene Flächen in den Geltungsbereich aufgenommen wurden.

Die wichtigsten Änderungen in der Zusammenfassung:

  • Die Unterlage der Abdichtung soll grundsätzlich mit Gefälle geplant werden. Die Flachdachrichtlinie enthält beispielhafte Fälle, bei denen gefällelos geplant werden kann.
  • Bei gefällelosen Flächen sollte generell ein schwerer Oberflächenschutz ausgeführt werden.
  • Eine vollflächige Verklebung gibt Sicherheit. Zur Wasserunterlaufsicherheit ist eine gesonderte Vorbehandlung des Betons erforderlich.
  • PVC-P-Bahnen und EVA-Bahnen ohne Einlage oder innenliegende Verstärkung benötigen eine Verklebung mit der Unterlage oder einen schweren Oberflächenschutz.
  • Maßnahmen zur Aufnahme horizontaler Kräfte sind generell beim Einsatz von Wärmedämmstoffen aus Hartschaum erforderlich.

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Autor: Hans-Peter Sommer