Beleuchtungsanlagen im Freien nach DIN VDE 0100-714
Außenbeleuchtung sicher planen und errichten: Die DIN VDE 0100‑714 zeigt, welche Schutzmaßnahmen, RCD‑Vorgaben und Schutzarten bei Beleuchtungsanlagen im Freien zwingend zu beachten sind.
Zuletzt aktualisiert am: 21. Januar 2026

Ob an Straßen, auf Plätzen oder in Parks, auf Sportanlagen oder an Bushaltestellen: Für Beleuchtungsanlagen im Freien gelten besondere sicherheitstechnische Anforderungen. Diese sind in der DIN VDE 0100‑714 geregelt.
Anwendungsbereich der DIN VDE 0100-714
Die Norm trägt den Titel „Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 7‑714: Anforderungen für Betriebsstätten, Räume und Anlagen besonderer Art – Beleuchtungsanlagen im Freien“.
Sie legt die Anforderungen an die Auswahl und Errichtung von Leuchten und Beleuchtungsanlagen im Freien fest, sofern diese Teil einer festen elektrischen Anlage sind. Dazu zählen unter anderem:
- Beleuchtungsanlagen von Straßen, Parks, Gärten und Plätzen mit öffentlichem Zugang
- Sportplatz- und Flutlichtanlagen
- Beleuchtung von Denkmälern
- Beleuchtete Telefonzellen, Autobuswartehäuschen
- Hinweistafeln, Stadtpläne und Verkehrszeichen
Die Norm gilt nicht für öffentliche Beleuchtungsanlagen, die Teil des öffentlichen Versorgungsnetzes sind.
Auch bei Beleuchtungsanlagen im Freien ist stets für einen ausreichenden Schutz gegen elektrische Gefährdungen zu sorgen.
Speisepunkt von Beleuchtungsanlagen im Freien
Als Speisepunkt gilt der Übergabepunkt der elektrischen Energie
- aus dem öffentlichen Verteilungsnetz oder
- von dem Punkt eines Stromkreises, der ausschließlich diese Beleuchtungsanlage im Freien versorgt.
Ab dem Speisepunkt sind die erforderlichen Schutzmaßnahmen zum Schutz gegen elektrischen Schlag umzusetzen.
Schutzmaßnahmen bei Beleuchtungsanlegen im Freien
Zum Schutz gegen elektrischen Schlag verweist die DIN VDE 0100‑714 ausschließlich auf die DIN VDE 0100-410 „Schutzmaßnahmen – Schutz gegen elektrischen Schlag“.
Die Schutzmaßnahmen
- „Nicht leitende Umgebung“ und
- „Schutz durch erdfreien örtlichen Schutzpotenzialausgleich“
dürfen nicht angewendet werden.
Einrichtungen mit integrierter Beleuchtung, z. B. Telefonzellen, Autobuswartehäuschen, Hinweistafeln oder Stadtpläne, müssen durch eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) mit einem Bemessungsdifferenzstrom von maximal 30 mA geschützt sein.
Anforderungen an Gehäuse nach DIN VDE 0100-714
Gehäuse von Leuchten und Beleuchtungsanlagen müssen so ausgeführt sein, dass aktive Teile nicht ohne Werkzeug oder Schlüssel berührt werden können. Dies gilt nicht für Räume, zu denen ausschließlich Elektrofachkräfte oder elektrotechnisch unterwiesene Personen Zutritt haben.
Türen von elektrischen Betriebsräumen dürfen nur mit Schlüssel oder Werkzeug zu öffnen sein, wenn sich elektrische Betriebsmittel weniger als 2,5 m über der Standfläche befinden. Zudem müssen die Gehäuse der Betriebsmittel mindestens den Schutzgrad IPXXB bzw. IP2X erfüllen.
Trennen und Schalten von Beleuchtungsanlagen im Freien
Für das Trennen und Schalten von Beleuchtungsanlagen im Freien gelten die Vorgaben der DIN VDE 0100‑460.
Dabei muss jeder Stromkreis einzeln von den aktiven Leitern der Versorgungsleitung getrennt werden können.
Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel
Die DIN VDE 0100‑714 stellt erhöhte Anforderungen an elektrische Betriebsmittel im Außenbereich. Diese müssen den örtlichen Umgebungs- und Witterungsbedingungen angepasst sein. Zu berücksichtigen sind insbesondere:
| Umgebungstemperatur | z.B. -40 °C bis +5 °C oder -5 °C bis +40 °C |
| klimatische Bedingungen (relative Feuchte) | z.B. 10 % bis 100 % oder 5 % bis 95 % |
| Auftreten von Wasser (Sprühwasser) | mindestens IPX3 |
| Auftreten von Fremdkörpern (kleine Gegenstände) | mindestens IP3X |
Weitere äußere Einflüsse, etwa durch korrosive Stoffe, mechanische Beanspruchung oder Sonneneinstrahlung, sind bei Bedarf zusätzlich zu berücksichtigen.
Alle elektrischen Betriebsmittel von Beleuchtungsanlagen im Freien müssen mindestens den Schutzgrad IP33 aufweisen.
Fazit
Die DIN VDE 0100‑714 definiert klare Anforderungen an Planung, Errichtung und Schutzmaßnahmen von Beleuchtungsanlagen im Freien. Sie ergänzt die allgemeinen Vorgaben der DIN‑VDE‑0100‑Reihe und trägt maßgeblich zur elektrischen Sicherheit im Außenbereich bei.
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