Fachbeitrag | Information
21.03.2016

Elektrosicherheit auf Baustellen

Die Arbeit auf Baustellen stellt erhöhte Anforderungen an die Sicherheit aller Beschäftigten. Dies gilt auch für die Arbeit mit elektrischem Strom. Was es zum Arbeitsschutz und insbesondere zur Elektrosicherheit auf Baustellen zu beachten gilt, verrät Ihnen dieser Fachbeitrag.

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Elektrische Betriebsmittel auf Baustellen

Auf Baustellen dürfen nur elektrische Betriebsmittel verwendet werden, die dem rauen Betrieb auf der Baustelle standhalten können. Als Anschlussleitung kommt die schwere Gummischlauchleitung H07 RN-F oder Gleichwertiges in Frage. Leitungsroller müssen stoßfest und spritzwassergeschützt (IP X4) sein. Außerdem müssen sie nach den Anforderungen der Schutzklasse II gebaut sein. Leuchten allgemein müssen mindestens sprühwassergeschützt (IP 23) sein, Handleuchten müssen mindestens strahlwassergeschützt (IP45) sein und der Schutzklasse II entsprechen.

Stromversorgung auf Baustellen

Die Stromversorgung muss von einem definierten Anschlusspunkt, wie z. B. einem Baustromverteiler, einem Kleinstbaustromverteiler auf kleinen Baustellen, oder mittels Schutztrennung aufgebaut werden.

Hoch und tief gelegene Arbeitsplätze

Besonderheiten auf Baustellen sind hoch gelegene Arbeitsplätze (Leitern, Gerüste und Hubarbeitsbühnen), aber auch Arbeiten in Gräben und Gruben. Beide bergen spezielle Gefahren. Daher müssen sowohl hoch als auch tief gelegene Arbeitsplätze bei den Arbeitsschutzmaßnahmen besondere Berücksichtigung finden.

Verkehrssicherung auf Baustellen

Bei der Verkehrssicherung steht das Vermeiden einer Gefahr an erster Stelle. Sollte eine Gefahr nicht vermieden werden können, z.B. wenn eine Grube gegraben werden muss, so muss wirksam verhindert werden, dass Unbeteiligte in die Grube stürzen können.

Ladungssicherung

Um Gefahren durch herabfallende Gegenstände von LKWs zu vermeiden, spielt in erster Linie die richtige Auswahl geeigneter Ladungssicherungen (Verkehrssicherung) eine Rolle. Hierzu zählen

  • sicheres Verstauen und Verzurren der Ladung,
  • Auswahl geeigneter Transportmittel,
  • Auswahl geeigneter Zurrmittel.

Aber auch im PKW ist es nötig, die Ladung zu sichern. In Kombis gehören dazu in erster Linie Fangnetze, besser Trennwände, die ein Eindringen der Ladung in den Fahrgastraum vermeiden sollen. Jede Beschleunigung, jeder Lastwechsel und Bremsvorgang setzt Energie an die Ladung frei. Deshalb ist es nötig, diese (in der Regel formschlüssig durch Niederzurren) zu befestigen.

Gefahr auf Baustellen: schwebende Lasten

Auf der Baustelle wird häufig ein Kran zum Be- und Entladen eingesetzt. Der Aufenthalt unter schwebenden Lasten ist verboten. Deshalb ist es nötig z.B. Fußgänger durch eine Gehwegüberdachung (Verkehrssicherungspflicht) zu schützen. Für alle Beschäftigten auf der Baustelle gilt: Gehen Sie nie unter schwebenden Lasten hindurch und halten Sie sich dort auch nicht auf!

Persönliche Schutzausrüstung auf Baustellen

Persönliche Schutzausrüstung auf Baustellen sind Schutzschuhe (mindestens S3), Helm und evtl. Handschuhe. Bei Arbeiten in der Höhe kommt unter Umständen die Gefahr eines Absturzes hinzu. Daher ist hier eine zusätzliche persönliche Schutzausrüstung nötig. Dazu gehören Auffanggurt, Falldämpfer, Seil und sichere Anschlagpunkte.

Flurförderzeuge und Bagger

Beim Einsatz von Flurförderzeugen und Erdarbeitsmaschinen sind DGUV Vorschrift 70 Fahrzeuge und DGUV Vorschrift 67 Flurförderzeuge zu beachten.

Bei Anwendung der DGUV Regel 100-500 Betreiben von Arbeitsmitteln wie auch anderer DGUV Regeln ist die Vermutungswirkung gegeben, dass das Schutzziel der staatlichen und berufsgenossenschaftlichen Regelungen eingehalten ist. Dazu gehören als wichtige Punkte: Der Fahrer muss geeignet sein, die Fahrzeuge müssen dem Verwendungszweck entsprechen und sich im ordnungsgemäßen Zustand befinden.

Lärm auf Baustellen

Werden Schallpegel erzeugt, die den persönlichen Beurteilungspegel 85 dB(A) erreichen oder überschreiten, z.B. durch den Einsatz von Maschinen, ist Gehörschutz auszuteilen. Zusätzlich ist für die betroffenen Beschäftigten eine arbeitsmedizinische Untersuchung nach Grundsatz G 20 nötig. Sie müssen auch durch eine Unterweisung auf die Lärmgefahr hingewiesen werden. Sollte der persönliche Beurteilungspegel 90 dB(A) erreichen oder überschreiten, muss der Beschäftigte den Gehörschutz tragen. Ist der ortsbezogene Beurteilungspegel 90 dB(A) oder höher, so muss ein Lärmkataster erstellt werden und es sind schallmindernde Maßnahmen umzusetzen.

Bild: © ChiccoDodiFC/iStock/Thinkstock

Autor: Stefan Euler 

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