24.07.2017

DGUV Vorschrift 3 – Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

Am 01.04.1979 wurde von der damaligen BGFE (Berufsgenossenschaft Feinmechanik und Elektrotechnik), die 2008 zur BG ETEM fusionierte, erstmalig eine Unfallverhütungsvorschrift "Elektrische Anlagen und Betriebsmittel" (VBG 4) erlassen. Die Bezeichnung wechselte etwas später zu BGV A3 mit dem gleichnamigen Titel der VBG 4. Inhaltliche Grundlage war die damalige VDE 0105 "Betrieb von Starkstromanalgen".

Elektrofachkraft bei der Arbeit

Von der BGV A3 zur DGUV Vorschrift 3

Mit Erscheinen der „neuen“ Betriebssicherheitsverordnung 2002 (die das abstrakt gefasste Arbeitsschutzgesetz konkretisiert) wurde ein Großteil der dort formulierten Schutzziele der BGV A3 in staatliches Arbeitsschutzrecht transformiert. 2014 kam es dann erneut zu einer numerischen Umstellung – seitdem wird die Unfallverhütungsvorschrift „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ mit der Bezeichnung DGUV Vorschrift 3 geführt.

Wichtige Einzelheiten der Umstellung
Neuordnung des DGUV-Regelwerks 2014

Zum 01.05.2014 wurde die Systematik der Nummerierung des DGUV-Regelwerks komplett umgestellt. Dies wurde nach Angaben der DGUV notwendig, um Überschneidungen, die sich aus der Fusion von Berufsgenossenschaften und öffentlichen Unfallversicherungsträgern ergeben hatten, zu bereinigen und zu vereinheitlichen. Die entsprechenden Schriften werden seitdem in vier Kategorien geführt:

  • DGUV Vorschriften
  • DGUV Regeln
  • DGUV Informationen
  • DGUV Grundsätze

Neues Nummerierungssystem

Parallel dazu hat auch das Nummerierungssystem der Schriften eine neue Ordnung bekommen. Danach wurden diese jeweils mit einer eigenen, in der Regel sechsstelligen Kennzahl versehen – lediglich die Unfallverhütungsvorschriften haben ein- oder zweistellige Zahlen erhalten. Die Unfallverhütungsvorschrift „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ BGV A3 wird seitdem als DGUV Vorschrift 3 geführt.

Achtung
Inhaltlich haben sich sowohl für den Paragrafentext als auch für die konkretisierenden Durchführungsanweisungen der BG ETEM (früher BGFE) grundsätzlich keine Änderungen ergeben.

Keine sachlichen Änderungen

Somit ist die Umstellung auch nicht mit Änderungen bei der Umsetzung der Schutzziele sowie den Anforderungen zum Erhalt des ordnungsgemäßen Zustands verbunden. Die DGUV weist gesondert daraufhin, dass Diskussionen über das Thema „Prüfung nach BGV A3“ in der Fachwelt vereinzelt zu Verwirrung geführt haben. Sowohl die Kennzeichnung mit Plakette wie die Anforderungen an die Qualifikation haben aber durch die Umstellung der Nummerierung ebenfalls keinerlei sachliche Änderung erfahren.

Tipp
Die DGUV empfiehlt – wie bei der Umstellung von VBG 4 und später auf BGV A3 – auch die jetzige reine Änderung der Nummerierung in den betrieblichen Verfahren mit der vorherigen Bezeichnung gleichzusetzen und bei Bedarf und Notwendigkeit, z.B. Bestellung neuer Prüfplaketten, auf die neue Nummerierung zu achten.

Kein staatliches Arbeitsschutzrecht

Die DGUV Vorschrift 3 ist kein staatliches Arbeitsschutzrecht, sie verpflichtet den Arbeitgeber unfallversicherungsrechtlich zur Einhaltung der dort gemachten Vorgaben. Daher ersetzt die Einhaltung der DGUV Vorschrift 3 auch nicht die zwingende Beachtung der Maßgaben der neuen Betriebssicherheitsverordnung 2015.

 

Hinweis
Unabhängig davon, dass die BGI/GUV 5090-I5090 „Wiederkehrende Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Arbeitsmittel“ vom Februar 2014 sich noch auf die BGV A3 bezieht, ist diese Schrift einschlägig. Des Weiteren wird bei der DGUV aktuell eine weitere Informationsschrift mit der Bezeichnung DGUV Information 203-XXX Die genaue Bezeichnung stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. „Prüfung elektrischer ortsfester Anlagen und Betriebsmittel“ erstellt, deren Veröffentlichungstermin noch offen ist.

Erläuterungen zur DGUV Vorschrift 3

Grundlage für Sicherheit von elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln

Die Grundlage für sicheres Betreiben von und Arbeiten an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln ist die Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 3 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ (DGUV Vorschrift 3). Die 2016 vorliegende Fassung enthält neben dem verbindlichen Paragrafentext auch Durchführungsanweisungen. Sie geben dem Anwender Richtlinien und Lösungsmöglichkeiten, wie er die im Vorschriftentext formulierten Schutzziele erreichen kann. Darüber hinaus bietet auch die von der BGFE (jetzt BG ETEM) herausgegebene Kommentierung zusätzliche Hinweise für die Umsetzung der Unfallverhütungsvorschrift in der betrieblichen Praxis.

Autoren: Ernst Schneider , Jens Jühling