11.09.2017

Was Sie bei der Feuerlöscher-Prüfung beachten müssen

Feuerlöscher zu prüfen ist mehr als eine lästige Pflichtaufgabe. Die Geräte verschleißen – auch wenn sie nicht ständig benutzt werden. Die notwendige Prüfung und Instandhaltung ist daher schon rein technisch erforderlich.

Feuerlöscher

Warum Feuerlöscher prüfen?

Wären die Bedingungen im Betrieb und in der Umwelt konstant, so könnte auf dieser Basis die Funktionssicherheit sicher theoretisch ermittelt werden. Doch äußere Einflüsse sind so gut wie nicht kalkulierbar u.a. wegen:

  • Temperaturschwankungen
  • Luftfeuchte
  • Sonneneinstrahlung
  • mechanische Schwingungen
  • chemische Belastungen

Am schwersten sind die selbst verursachten Faktoren zu beurteilen. Transport und Lagerung, die Manipulation durch Mitarbeiter oder das Ignorieren der Bedienungshinweise sind häufig ein Grund für das Versagen des Löschgeräts. Diese Erkenntnis war die Grundlage, um Umfang, Zuständigkeit und Fristen für die Feuerlöscher-Prüfung festzulegen.

Wichtige Begriffe, Vorschriften und Regeln

Instandhaltung ist der Oberbegriff folgender drei Bestandteile nach DIN 31051:

  • Inspektion
  • Wartung
  • Instandsetzung

Der Arbeitgeber hat danach Prüfmaßnahmen und Instandhaltungsarbeiten für Arbeitsmittel sowie für druckführende Bauteile und Anlagen zu organisieren und zu überwachen.

Geltende Vorschriften, Verordnungen und Regeln:

  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
  • Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)
  • Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A 2.2 Maßnahmen gegen Brände

Weitere, nicht gesetzliche Regeln:

  • Betriebsanleitungen und Informationen der Hersteller
  • Regeln der Schadensversicherer
  • Die neue Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)
    –   Instandhaltung und Änderung von Arbeitsmitteln (§ 10)
    –   Prüfung von Arbeitsmitteln (§ 14)
    –   Prüfung vor Inbetriebnahme und vor Wiederinbetriebnahme nach prüfpflichtigen Änderungen (§ 15)
  • Europäisches Gefahrgutrecht (ADR)
  • DIN 14406-4

Feuerlöscher prüfen oder Instand halten?

Berücksichtigt werden müssen hierbei das Ziel der Inspektion sowie die technischen und rechtlichen Grundlagen. Vor diesem Hintergrund unterscheidet man zwischen

  • der Prüfung hinsichtlich der Sicherheitsanforderungen an Druckgeräte im Sinne der BetrSichV oder des ADR
  • der Instandhaltung hinsichtlich der Gewährleistung der Einsatz- und Löschfähigkeit im Sinne der DIN 14406-4

Prüfung nach BetrSichV

Nach BetrSichV sind Feuerlöscher einer wiederkehrenden Prüfung zu unterziehen. Diese Prüfung kann für Feuerlöscher mit einem Druckinhaltsprodukt von maximal 1.000 bar/l durch eine zur Prüfung befähigte Person werden, wenn die technischen Voraussetzungen für die Prüfung gegeben sind.

Instandhaltung nach DIN 14406-4

Beim Nachfüllen oder bei Instandhaltung müssen die Leistungswerte und technischen Merkmale, die der jeweiligen Typprüfung zugrunde liegen, gewährleistet bleiben. Hinsichtlich der Löschmittel ist der Sachkundige nach dem geltenden Recht für die typprüfungspflichtigen Löschmittel mit bestimmten Rezepten oder mit besonderen physikalischen Eigenschaften gemäß der Zulassung an den Hersteller gebunden. Sie dürfen nur aus original verschlossenen, mit dem Typprüfungskennzeichen versehenen Gebinden nachgefüllt werden.

Durchführung der Instandhaltung und Prüfung

Die Prüfung (in der DIN 14406-4 als Inspektion bezeichnet) ist Bestandteil der Instandhaltung und muss von einem Sachkundigen durchgeführt werden. Aus DIN 14406-4 ergeben sich die Anforderungen an den Sachkundigen. Auf Verlangen muss er seine Erfahrung zur Instandhaltung und Inspektion von Feuerlöschern nachweisen.

Instandhaltung und Prüfung fahrbarer Feuerlöscher
Alle beschriebenen Maßnahmen und Anforderungen können unter Beachtung der vom Hersteller herausgegebenen Instandhaltungsanweisung sowie der Regelungen der BetrSichV auch auf fahrbare, von Hand betätigte Löschgeräte bis 250 kg übertragen werden.

Grundsätzliche Anforderungen an Prüf- und Messmittel bei der Instandhaltung
Aufgrund fehlender Angaben in der DIN 14406-4 weist das Beiblatt auf grundsätzliche Anforderungen wie Eignung, regelmäßige Kalibrierung und Prüfgenauigkeit hin. Ebenso werden Beispiele für bestimmte Prüfmittel wie Waagen oder Manometer genannt. Grundsätzlich gilt deshalb, dass das Prüfmittel für die entsprechende Aufgabe geeignet und kalibriert sein muss.

Die Vorgaben in den Normen bzw. in den vom Hersteller herausgegebenen Instandhaltungsanweisungen
Die jeweils gültigen Instandhaltungsanweisungen der Hersteller, die keinerlei den Normen widersprechende Angaben enthalten dürfen, sind bei der Instandhaltung vorrangig zu beachten und müssen also entsprechend gültig und aktuell bzw. überhaupt vorhanden sein.

Besondere Anforderungen an Prüffristen für Feuerlöscher

Im Geltungsbereich des ADR
Sowohl eine wiederkehrende Prüfung als auch eine höchstzulässige Nutzungsdauer wird in den Vorschriften des ADR aufgeführt. Feuerlöschgeräte an deutschen Beförderungseinheiten für den Gefahrguttransport sind ab dem Herstellungsdatum und danach ab dem Datum der nächsten auf dem Feuerlöschgerät angegebenen Prüfung in zeitlichen Abständen von längstens zwei Jahren zu prüfen.

Bei Omnibussen
Gemäß § 35 der Straßenverkehrsordnung unterliegen Kraftfahrzeuge zur Personenbeförderung mit mehr als acht Sitzen außer dem Fahrersitz, also ab zehn oder mehr Sitzen, besonderen Regelungen bezüglich Feuerlöschgeräten.

 

Fazit: Für den Betrieb von Feuerlöschern, Löschanlagen, und Löschwasseranlagen hat der Arbeitgeber die entsprechenden Prüfungen zu ermitteln. Neben den Herstellerangaben gelten vor allem die Instandhaltungsnormen zur Sicherstellung der Funktionsfähigkeit. Werden Fristen verlängert oder versäumt, trägt der Arbeitgeber die volle und alleinige Verantwortun. Das gilt auch für den Fall, dass er sich auf vorhandene Qualitätszeichen wie CE oder GS stützt, Werbeaussagen vertraut hat oder auch eine Gefährdungsbeurteilung mit dem Ergebnis des Verzichts notwendiger Prüfungen erstellt.

 

Autoren: Michael Becker , WEKA Redaktion