23.06.2016

Brandschutz auf Baustellen

Brände auf Baustellen sind keine Seltenheit, oft verursachen diese Ereignisse hohe Sachschäden aber mitunter auch Personenschäden. Mit diesen Maßnahmen können Sie den Brandschutz auf Baustellen verbessern:

Unterweisung Baustelle

Zwei wesentliche Aspekte im Brandschutz auf Baustellen sind die Baustellenorganisation und die Ordnung auf der Baustelle. Die Verantwortung dafür obliegt der Bauleitung.

Diese Maßnahmen sollten ergriffen werden um das Brandrisiko zu minimieren:

  • Erarbeitung eines Sicherheitskonzeptes
  • Lagerung von brennbaren Materialien an festgelegten Stellen
  • Regelmäßige kurzfristige Entsorgung von Packmaterialien
  • Freihaltung der Aufstell- und Bewegungsflächen für die Feuerwehr
  • Vorhaltung ausreichender Feuerlöscher an geeigneten Stellen
  • Regelmäßige Überprüfung der Funktion der sicherheitsrelevanten Anlagen
  • Tägliche Begehung der Baustelle
  • Aufnahme der festgestellten Mängel / Beseitigung der Mängel und Auswertung mit dem Verursacher

Baustellen sichern und kennzeichnen

Um Gefahren zu vermeiden und für alle Beteiligten und auch Unbeteiligten, die sich in der Nähe der Baustelle befinden, ein hohes Maß an Sicherheit zu gewährleisten, müssen Baustellen ordnungsgemäß gesichert und gekennzeichnet werden.

Sicherung und Kennzeichnung von Baustellen können u.a. durch Warnschilder, Bauzäune und eine den Anforderungen entsprechende Beleuchtung realisiert werden. Ziel ist es, dass von der jeweiligen Baustelle keine Gefahren für Arbeiter, Unbeteiligte und auch nicht für das zu bauende Gebäude selbst ausgehen können. Um zu verhindern, dass Unbefugte die Baustelle betreten, sollten beispielsweise Bauzäune und Einfahrten geschlossen werden.

Zum Schutz der Arbeiter auf der Baustelle müssen u.a. sichere Verkehrswege und Fluchtwege angelegt werden, die es den Arbeitern erlauben, im Brandfall die Baustelle umgehend zu verlassen.

Sicherheitskonzept

Auf jeden Fall sollten auf Baustellen im Rahmen des vorbeugenden Brandschutzes ein Sicherheitskonzept ausgearbeitet sowie Brandschutz- und Rettungspläne erstellt werden.

Alle Personen, die Zutritt zur Baustelle erhalten, sind vor Aufnahme Ihrer Tätigkeit in das Sicherheitskonzept einzuweisen, dieses sollte schriftlich mit Unterschrift fixiert werden. Gegenstand dieser Einweisung muss auch das Verhalten bei einem Brand sein.

Sorgsamer Umgang mit Zündquellen

Ein Brand kann verhindert werden, wenn ein sehr sorgsamer Umgang mit Zündquellen erfolgt. Eine der häufigsten Ursachen ist das Rauchen. Ein generelles Rauchverbot wird häufig missachtet, deshalb empfiehl es sich an geeigneten Orten Raucherinseln einzurichten. Diese Stellen sind deutlich zu kennzeichnen, genau wie das Rauchverbot an allen anderen Orten.

Schriftliche Genehmigung bei feuergefährlichen Arbeiten

Werden auf einer Baustelle Arbeiten durchgeführt, durch die eine erhöhte Brandgefahr entstehen kann, wie dies z.B. beim Löten und bei Schweißarbeiten der Fall ist, so muss außerdem ein Erlaubnisschein für diese Arbeiten erstellt werden. Denn besonders große Schäden werden statistisch durch

  • feuergefährliche Arbeiten
  • das Betreiben von Feuerstätten und anderen feuergefährlichen Geräten, aber auch durch
  • Erwärmen von Baustoffen z.B. bei Dacharbeiten

verursacht. Deshalb ist die schriftliche Genehmigung, der s.g. Erlaubnisschein für feuergefährliche Handlungen unabdingbar. Aber ein Schriftstück gewährleistet noch keine Sicherheit. Die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen sind gewissenhaft festzulegen und vor Ort umzusetzen, nur so sind die Brandgefahren auf ein Minimum zu reduzieren.

Elektrische Geräte

Einen weiteren Gefahrenpunkt stellen elektrische Geräte dar. Grundsätzlich müssen diese regelmäßig geprüft werden. Typische Schadenursachen durch Elektrische Geräte sind z.B. Beschädigungen von Kabeln und Leitungen durch äußere thermische oder mechanische Einflüsse, Überhitzung durch Wärmestau oder auch die Auswahl falscher Sicherungen oder gar die Überbrückung von Sicherungen.

Brandstiftung

Nicht zu unterschätzen ist die Gefahr von Brandstiftungen auf Baustellen sind keine Seltenheit. Die Gründe dafür sind sehr vielfältig, so wird z.B. damit versucht Straftaten, wie den Diebstahl von Baumaschinen oder Baumaterialien zu verschleiern. Um dies nach Möglichkeit zu verhindern, ist ein wirksamer Schutzvor unbefugtem Betreten der Baustelle herzustellen. Dies betrifft die Zaunanlagen und die Sicherung der Zugänge zum Gelände, zu den Objekten und den Baugerüsten, vor unberechtigtem Betreten. Baustellenzäune sollten eine Mindesthöhe von 2m – 2,50 m aufweisen und sind lückenlos mit Übersteigsicherung herzustellen. Dies gilt gleichermaßen für Tore und Umzäunungen, wobei auf stabile angriffssichere Verschlüsse zu achten ist. Empfehlenswert ist in jedem Fall ein ausreichender Sichtschutz.

Eine ausreichende Beleuchtung der Baustelle und der Einsatz von Wachunternehmen sind weitere wichtige Aspekte.
Überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen die veranlassten Schutzmaßnahmen auf ihre Wirksamkeit.

Autor: Reimund Roß