Fachbeitrag | Organisation und Dokumentation
27.06.2016

Bei Schweißarbeiten auf den Brandschutz achten

Schweißarbeiten stellen eine nicht unerhebliche Gefahr für Brände im Unternehmen dar. Die Geräte selbst müssen deshalb absolut sicher sein und die Umgebung ist entweder von feuergefährlichen Stoffen zu befreien oder diese müssen abgedeckt sein. Wichtig ist dabei natürlich auch der Schutz der arbeitenden Personen.

Arbeitsschutz bei Schweißarbeiten© PJ66431470/​iStock/​Thinkstock

Schnell kommt es bei Schweißarbeiten zu brenzligen Situationen: Schweißfunken fallen durch eine Bodenöffnung in den nächsten Stock und lösen dort einen Brand aus. Oder Funkenflug entzündet in der Nähe befindliches Material. Der Grund dafür ist fast immer, dass die Ausführenden keine ausreichenden Schutzmaßnahmen treffen und nicht genügend auf feuergefährliche Stoffe in der Umgebung achten. Halten Sie deshalb bei Schweiß-, Schneid-, Löt-, Auftau- und Brennschneidearbeiten unbedingt die Vorschriften ein.

Vorsichtsmaßnahmen an den Geräten

Vor Benutzung der Arbeitsgeräte ist zu gewährleisten, dass stehende Gasflaschen gegen Umfallen gesichert sind. Wird die Gasentnahme aus liegenden Acetylen-Flaschen vorgenommen, muss das Flaschenventil 40 Zentimeter höher als der Flaschenfuß lagern. Es muss zudem geprüft werden, ob alle Geräte einwandfrei funktionieren:

  • Ist das Manometer funktionsfähig und unbeschädigt?
  • Sind die Gasschläuche mit Schlauchstellen sicher befestigt?
  • Ist die Isolierung des Schweißdrahthalters unbeschädigt?
  • Ist für den Brenner eine Ablage- oder Aufhängvorrichtung vorgesehen?
  • Sind Sicherheitsvorkehrungen wie Flammensperren, Gastrücktrittsicherung oder Nachströmsperren vorhanden?

Gefährdungsbeurteilung ist die Basis

Brandgefahr besteht immer dann, wenn brennbare Stoffe vorhanden sind. Im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung hat der Beauftragte festzustellen, ob dies so ist. Wenn diese Stoffe entfernt werden können, muss dies geschehen. Grundsätzlich sollte das Schweißen im Rahmen der Vormontage außerhalb der Räumlichkeiten stattfinden, entweder auf dem freien Gelände oder in einer Werkstatt. Lässt sich die Brandgefahr aus betriebstechnischen  und/oder baulichen Gründen nicht restlos beseitigen, dürfen Schweiß- und Brennschneidearbeiten nur mit schriftlicher Genehmigung des Betriebsleiters oder dessen Beauftragten und nur unter Aufsicht durchgeführt werden. Die aufsichtsführende Person muss mit den bestehenden Brand- und Explosionsgefahren vertraut sein. Ebenfalls muss die Dauer der Arbeiten vorher festgelegt werden.

Maßnahmen während der Schweißarbeiten

Vor und bei Arbeitsbeginn sind folgende Maßnahmen durchzuführen:

  • Die Arbeitsstelle muss freigeräumt werden. Ortsfeste brennbare Bauteile (Balken, Holzwände, Holztüren etc.) sind mit nicht entflammbaren Schutzbelägen wie Blechtafeln abzudecken.
  • Notwendig ist auch das Abdichten von Decken und Wanddurchbrüchen, Fugen, Ritzen, Kabelschächten etc. mit Lehm, Gips oder feuchter Erde. Zum Abdichten dürfen keine brennbaren Materialien verwendet werden.
  • Eine Brandwache soll in der Nähe der Arbeit mit Löschgeräten bereitstehen. Gefährdete Räume seitlich, oberhalb oder unterhalb der Arbeiten sind laufend auf eventuell entstehende Brände zu beobachten. Die Brandwache muss über Schlüssel für alle Räume verfügen.

Hinweis: Auf Kleidung und Schutzbrillen achten

Achten Sie darauf, dass neben der Schutzbrille alle notwendigen Bestandteile der Schutzausrüstung angelegt sind. Dazu gehören Schutzschilde und Schutzhauben, Lederschürzen, Fuß- und Beinschutz sowie schwer entflammbare Kopfbedeckungen bei Arbeiten oberhalb der Kopfhöhe.

Autor: Markus Horn 

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