News | EnEV 11.03.2015

Änderungen in der DIN 4108-3 – Neuausgabe 2014-11

Die DIN 4108-3 „Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Teil 3: Klimabedingter Feuchteschutz – Anforderungen, Berechnungsverfahren und Hinweise für Planung und Ausführung“ regelt Planung und Ausführung von Gebäuden im Hinblick auf den klimabedingten Feuchteschutz. Die Neuausgabe 2014-11 bringt einige wesentliche Änderungen, die im Folgenden vorgestellt werden.

DIN 4108-3 Änderungen

Anwendung der DIN 4108-3

Deutlicher als bisher ist das Anwendungsgebiet (Nr. 1) in der DIN 4108-3 festgesetzt. Sie gilt für wohn- und wohnraumähnliche, nicht klimatisierte Räume.

Sie ist nicht anwendbar bei

  • klimatisierten Räumen und
  • erdberührten Bauteilen,
  • begrünten Dachkonstruktionen,
  • Berechnungen des natürlichen Austrocknungsverhaltens (z.B. Abgabe von Rohbaufeuchte oder Niederschlagswasser)
  • nachträglichen Innendämmungen auf einschaligen Außenwänden,
  • Bauteilen zwischen klimatisierten und nicht klimatisierten Bereichen,
  • Bauteilen zwischen nicht klimatisierten und anders beaufschlagten Räumen (z.B. Schwimmbäder).

Feuchteschutztechnische Anforderungen für raumseitige Bauteiloberflächen werden in der DIN 4108-2 behandelt.

Kritische Luftfeuchte an Bauteiloberflächen

Die Nummer 5.1 wird ergänzt durch Hinweise zur Ermittlung kritischer Werte für Luftfeuchte

  • für Tauwasserbildung φsi,cr = 1(entspricht 100 % r.F.),
  • für Schimmelpilzbildung φsi,cr = 0,8 (entspricht 80 % r.F.),
  • für Baustoffkorrosion φsi,cr = materialabhängig

sowie eine Berechnungsformel, mit der die niedrigste einzuhaltende raumseitige Oberflächentemperatur ermittelt werden kann.

Aufgenommen wurden weiterhin folgende Hinweise in der DIN 4108-3:

  • An thermisch trägen, weil erdberührten Umschließungsbauteilen nicht durchgängig beheizter Räume besteht bei natürlicher Lüftung und warmer Witterung die Gefahr der Tauwasserbildung.
  • An Fenstern und Fenstertüren kurzfristig auftretendes Oberflächentauwasser gilt als unbedenklich.

Liste der nicht kritischen Bauteile

Nummer 5.3 beschreibt Bauteile, für die kein rechnerischer Tauwasser-Nachweis erforderlich ist, weil sie als unkritisch einzustufen sind. Sie wird ergänzt durch:

  • Kellerwände aus einschaligem wärmedämmendem Mauerwerk
  • Bodenplatten mit Perimeterdämmung
  • Außenwände in Holzbauart (z.B. Massivholzwände mit WDVS)
  • detaillierte Zeichnungen und Angaben zu Dachkonstruktionen (insbesondere nicht belüftete Dächer)

Anhang 1 Berechnungsverfahren

Das Berechnungsverfahren der Feststellung von Diffusionsvorgängen nach Glaser ist komplett überarbeitet worden. Da jedoch davon ausgegangen wird, dass diese Berechnungen innerhalb einer Energiesoftware stattfinden, wird auf eine Erläuterung verzichtet. Wichtig für den Anwender ist in dem Fall die Prüfung, ob die Berechnung der verwendeten Software auf der aktuellen DIN mit Stand 2014-11 basiert.

Anhang 2 Berechnungsbeispiele

Ebenso überarbeitet wurde Anhang 2.

Anhang C

Übersichtlich zusammengefasst sind hier die wesentlichen Grundlagen für wärme- und feuchtschutztechnische Berechnungen plattenförmiger, ein- oder mehrschichtiger Bauteile mit planparallelen Oberflächen bzw. Schichtgrenzen und eindimensionalen, zeitlich konstanten Wärmeströmen.

Anhang D

Hier werden besondere feuchteschutztechnische Situationen beschrieben, in denen das statische Berechnungsmodell nach Glaser nicht angewendet werden kann.

Autor: Wilfriede Renate Schamoni (Dipl.-Ing. Architektin)