01.12.2016

Berücksichtigung von Wärmebrücken gemäß DIN 4108

Energieeffizientes Planen und Bauen nach EnEV 2016

In der Bilanzierung, d.h. der Berechnung der Transmissionswärmeverluste HT der Gebäudehülle, können Wärmebrücken durch den Wärmebrückenzuschlag ΔUWB W/(m2K) pauschal berücksichtigt werden.

Die DIN 18599-2:2018-09 kennt die folgenden pauschalen Wärmebrückenzuschläge. Dabei wird auf die DIN 4108 Beiblatt 2:2019-06 Bezug genommen, in der neben vielen Informationen zu Wärmebrücken vor allem ein Katalog an Planungsbeispielen zur Verfügung steht. Bei der Anwendung der verbesserten Zuschläge sind diese Planungsbeispiele verbindlich einzuhalten.

  • pauschale Berücksichtigung aller Wärmebrücken ohne weiteren Nachweis: UWB = 0,10 W/(m2K)
  • pauschaler Zuschlag bei Außenbauteilen mit innen liegender Dämmschicht und einbindender Massivdecke: ΔUWB = 0,15 W/(m2K)

Gleichwertigkeitsnachweis nach DIN 4108 Beiblatt 2

Wenn bei allen Anschlüssen die Merkmale und Kriterien der Planungsbeispiele (DIN 4108 Beiblatt 2:2019-06) berücksichtigt werden und dies im Projekt dokumentiert wird, können die folgenden verbesserten ΔUWB-Werte angesetzt werden.

Dabei werden zwei unterschiedliche energetische Niveaus berücksichtigt. Diese werden als Kategorien A und B bezeichnet. Die Kategorie B ist als höherwertiger einzustufen.

  • Gleichwertigkeitsnachweis gemäß der DIN 4108 Beiblatt 2: ΔUWB = 0,05 W/(m2K)
  • Gleichwertigkeitsnachweis gemäß der DIN 4108 Beiblatt 2 mit Beachtung der Merkmale und Kriterien ausschließlich von Kategorie B: ΔUWB = 0,03 W/(m2K)

Planungsempfehlungen

Allgemeine Planungsempfehlungen zur Reduzierung von Wärmebrückensind:

  • Vermeidung stark gegliederter Baukörper
  • wärmetechnische Trennung auskragender Bauteile (Balkonplatten, Attiken, Tragkonsolen usw.) vom angrenzenden Baukörper
  • durchgehende Dämmebene, z.B. außen liegende Wärmedämmung auf einer Außenwand, Kelleraußenwand mit Außenwanddämmung und Übergang der einzelnen Dämmstoffebenen ohne Schwächung.
Autor: Wilfriede Renate Schamoni (Herausgeberin und Dipl.-Ing. Architektin (BYAK), seit 1987 freiberuflich tätig, seit 1994 im eigenen Büro. Energieberaterin und Nachweiserstellerin für Wohn- und Nichtwohngebäude. Vortragserfahrung in den Themenbereichen EnEV und Energieausweise für Vermieter, Energieeinsparung im Bereich baulicher Anlagen, Instandhaltung/Instandsetzung/energetische Modernisierung privater Immobilien.)

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