20.08.2020

GEG tritt am 1.11.2020 in Kraft – Gebäudeenergiegesetz ersetzt EnEV, EEWärmeG und EEG

Das Gebäudeenergiegesetz, kurz GEG, schafft ein neues Gesetz für die energetischen Anforderungen an Neubauten und an Bestandsgebäude sowie an den Einsatz erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteversorgung. Welche Änderungen müssen Sie mit dem neuen Gesetz beachten?

GEG Gebäudeenergiegesetz

GEG im Bundestag und Bundesrat verabschiedet und im Bundesgesetzblatt veröffentlicht: Wann wird es in Kraft treten?

Die Verabschiedung des GEG im Bundestag ist am 18. Juni erfolgt. Der Bundesrat hat dem Gesetz am 3. Juli zugestimmt. Anschließend wude es am 13. Juli im Bundesgesetzblatt verkündet. Damit steht fest: das neue Gesetz tritt am 1. November 2020 in Kraft.

GEG in Kraft

Das GEG (Gebäudeenergiegesetz) wurde am 23.10.2019 als Referentenentwurf vom Bundeskabinett beschlossen.
Die europäischen Anforderungen zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden werden mit dem Entwurf durchgesetzt.
Die Regelung des Niedrigstenergiegebäudes wird jetzt in das vereinheitlichte Energieeinsparrecht integriert.

Es schafft ein neues, einheitliches, aufeinander abgestimmtes Regelwerk für die energetischen Anforderungen an Neubauten, an Bestandsgebäude und an den Einsatz erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteversorgung von Gebäuden.

Was regelt das GEG?

Das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) setzt die europäischen Vorgaben zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden vollständig um und integriert die Regelung des Niedrigstenergiegebäudes in das vereinheitlichte Energieeinsparrecht.

Zudem wird auf neue DIN-Normen umgestellt, z.B. auf die neue DIN V 18599:2018-09 (Energetische Bewertung von Gebäuden – Berechnung des Nutz-, End- und Primärenergiebedarfs für Heizung, Kühlung, Lüftung, Trinkwarmwasser und Beleuchtung – Teil 1: Allgemeine Bilanzierungsverfahren, Begriffe, Zonierung und Bewertung der Energieträger)

und die neue DIN 4108-4 (Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Teil 4: Wärme- und feuchteschutztechnische Bemessungswerte).

Das GEG macht mehrere andere Gesetze überflüssig. Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG), das Energieeinsparungsgesetz (EEG) und die Energieeinsparverordnung (EnEV) treten damit zeitgleich außer Kraft.

In folgender Tabelle sehen Sie, wie sich die alten Verordnungen bzw. Gesetze in das neue GEG wandeln:

Vergleich EEWärmeG/EnEV/EnEG und GEG
Vergleich EEWärmeG/EnEV/EnEG und Gebäudeenergiegesetz (GEG)

GEG Gebäudeenergiegesetz nach Sachverständigenanhörung am 05.03.2020

Die Experten forderten bei einer Anhörung im Wirtschaftsausschuss des Bundestages Nachbesserungen am GEG-Entwurf. Diskutiert wurde u.a.:

  • Rechtliche Vorgaben seien zu schwammig
  • Mieter und Eigentümer werden belastet
  • Biogas wird zu wenig berücksichtigt

Bei der Berechnung des Primärenergiebedarfs eines Gebäudes oder Wärmenetzes wird die Wärme aus Biogas gleichgesetzt mit der Wärme aus Erdgas und Steinkohle. Hier soll nach Meinung der Bioenergieverbände nachgebessert werden.

Stand des GEG nach 1. Lesung im Bundestag am 29.01.2020

Die erste Lesung zum neuen Gesetzentwurf des GEG am 29.01.2020 im Bundestag zeigte, dass die Fraktionen diverse Änderungswünsche haben. In den Ausschüssen wird nun die fachliche Arbeit fortgeführt.

Stand des GEG nach 1. Lesung im Bundesrat am 20.12.2019

Folgende Punkte hat der Bundesrat nach seiner ersten Lesung an die Bundesregierung weitergeleitet:

  • Betriebsverbot für Ölheizungen soll ausweitet werden
  • Wärmesektor soll sich für synthetische Energieträger öffnen
  • Grubengas aus dem stillgelegten Steinkohlebergbau soll erneuerbaren Energien gleichgestellt werden
  • Stichprobenprüfungen von Klimaanlagen sollen verschärft werden
  • Keine Frist bei der Nachrüstungspflicht für Heizungsanlagen
  • Austauschprämie für alte Ölheizung
  • Einheitliche Regelungen für die energetischen Anforderungen an Neubauten, Bestandsgebäude und den Einsatz erneuerbarer Energien zu ihrer Wärme- und Kälteversorgung
  • Ziel: Energieeinsparungen durch eine effiziente Anlagetechnik und einen energetisch hochwertigen baulichen Wärmeschutz
  • Energiebedarf soll zunehmend durch erneuerbare Energien gedeckt werden

Modellgebäudeverfahren für neue Wohngebäude

Mit dem „Modellgebäudeverfahren“ können Sie laut neuem GEG in Zukunft Anforderungen nachweisen, ohne Berechnungen für den Nachweis durchzuführen. Die Einhaltung der Anforderungen wird vermutet, wenn die Anwendungsvoraussetzungen erfüllt sind. Dazu ist die Gebäudegröße zu bestimmen und die Auswahl der anlagentechnischen Ausstattung vorzunehmen.

EnEV-easy
WEKA EnEV Easy: Mit wenigen Klicks die U-Werte für Ihr Bauvorhaben bestimmen!

Autor: WEKA Redaktion