EHS: Definition und Vorteile
Was ist EHS und warum lohnt es sich für Ihr Unternehmen, sich damit zu befassen? In diesem Beitrag erfahren Sie, was sich hinter Environment, Health and Safety verbirgt, welche rechtlichen Vorgaben relevant sind und wie Ihnen EHS-Managementsysteme dabei helfen, Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz effizienter in Ihrem Betrieb umzusetzen.
Zuletzt aktualisiert am: 22. Juli 2025
EHS Definition: Was steckt hinter Environment, Health and Safety?
Die Abkürzung EHS steht für Environment, Health and Safety – zu Deutsch: Umwelt, Gesundheit und Sicherheit. EHS umfasst alle Maßnahmen, die Unternehmen ergreifen, um Umweltschutz, Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit umzusetzen und Risiken in diesen Bereichen zu minimieren. Die Bedeutung von EHS in Ihrem Unternehmen: Mitarbeiter werden systematisch vor Gefährdungen geschützt, ihre Gesundheit bewahrt, die Umweltbelastung verringert und rechtliche Vorgaben eingehalten.
Der Begriff hat seinen Ursprung in internationalen Industrienormen und Umweltmanagementsystemen. In vielen Branchen ist EHS heute fester Bestandteil der Unternehmensstrategie und des Qualitätsmanagements.
Die drei Säulen: Environment, Health und Safety
EHS basiert auf drei miteinander verbundenen Säulen: Umweltschutz (Environment), Gesundheitsschutz (Health) und Arbeitssicherheit (Safety). Gemeinsam bilden sie den Rahmen für nachhaltige und sichere Arbeitsbedingungen im Unternehmen.
Environment: Umweltschutz im Unternehmen
Der Bereich „Environment” innerhalb von EHS zielt darauf ab, negative Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren und Ressourcen effizient einzusetzen. Unternehmen setzen dabei auf verschiedene Maßnahmen:
- Reduktion von CO₂-Emissionen
- Abfallvermeidung und Recycling
- Einsatz umweltfreundlicher Materialien
- Einhaltung von international anerkannten Umweltstandards, wie beispielsweise ISO 14001
Diese Maßnahmen helfen der Umwelt, steigern die Effizienz und stärken die Reputation eines Unternehmens als nachhaltiger Arbeitgeber, denn das Thema Nachhaltigkeit ist Arbeitnehmern zunehmend wichtiger.
So wünschen sich beispielsweise zwei Drittel der Arbeitnehmer, dass Umweltschutz und Nachhaltigkeit in ihrem Unternehmen einen hohen Stellenwert einnehmen. Sechs von zehn befragten Arbeitnehmern (58 Prozent) geben an, im Fall eines Jobwechsels gezielt nach Stellen bei nachhaltigen Unternehmen zu suchen (vgl. Studie der Recruiting-Plattform The Stepstone Group).
Health: Gesundheitsschutz der Mitarbeitenden
Der Aspekt „Health” befasst sich mit dem Schutz und der Förderung der Gesundheit aller Mitarbeitenden. Arbeitsbedingte Erkrankungen sollen so verhindert und die physische sowie psychische Gesundheit am Arbeitsplatz gestärkt werden. Wichtige Elemente sind:
- ergonomische Gestaltung von Arbeitsplätzen
- Vorsorgeuntersuchungen und Gesundheitsförderungsprogramme
- Maßnahmen zur Vermeidung von Stress und Burn-out
- Schulungen zur Gesundheitsprävention
Ein gutes Gesundheitsmanagement senkt Krankheits- und Ausfallzeiten und fördert die Zufriedenheit der Mitarbeitenden.
Safety: Arbeitssicherheit und Unfallvermeidung
Der Fokus von „Safety“ innerhalb von EHS liegt auf dem Schutz der Mitarbeitenden vor Arbeitsunfällen und Verletzungen. Dies geschieht durch:
- Gefährdungsbeurteilungen und Risikoanalysen
- Umsetzung von Schutzmaßnahmen
- regelmäßige Sicherheitsunterweisungen
- Notfall- und Evakuierungspläne
Mit klaren Sicherheitsprozessen und einer ausgeprägten Sicherheitskultur schützen Sie Ihre Mitarbeitenden wirksam vor Gefahren und vermeiden gleichzeitig Haftungsrisiken.
Die drei Säulen von EHS sind eng miteinander verknüpft: Ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus, ebenso eine sichere Arbeitsumgebung. Wenn ein Unternehmen beispielsweise ein lösemittelhaltiges Reinigungsmittel durch eine umweltfreundliche Alternative ersetzt, reduziert dies gefährliche Emissionen (Environment), die Belastung der Atemwege der Mitarbeitenden sinkt (Health) und die Brandgefahr wird minimiert (Safety). Unternehmen, die alle drei Bereiche in ihre Prozesse integrieren, schaffen also eine zukunftsorientierte und verantwortungsvolle Arbeitsumgebung.
Gesetze und Normen rund um EHS
Ein erfolgreiches EHS setzt die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und relevanter Normen voraus. In Deutschland und der EU gibt es zahlreiche Gesetze, die Aspekte von Environment, Health and Safety regeln, darunter:
- Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG): regelt Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz
- Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG): dient dem Umweltschutz, insbesondere dem Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen
- Gefahrstoffverordnung (GefStoffV): regelt den Umgang mit gefährlichen Stoffen
- Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV): beschreibt Pflichten zur sicheren Bereitstellung und Benutzung von Arbeitsmitteln
Die Einhaltung dieser Gesetze ist verpflichtend und wird von Behörden regelmäßig kontrolliert.
Neben gesetzlichen Vorgaben spielen internationale Normen im Bereich EHS eine zentrale Rolle:
- ISO 14001: Diese Norm legt Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem fest und hilft Unternehmen, ihre Umweltleistung systematisch zu verbessern.
- ISO 45001: Diese Norm beschreibt die Anforderungen an ein Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagementsystem, um Arbeitsunfälle und berufsbedingte Erkrankungen zu vermeiden.
Werden Gesetze und Normen nicht eingehalten, drohen Bußgelder oder rechtliche Konsequenzen. Daher ist es wichtig, Prozesse rechtskonform zu gestalten.
EHS-Managementsysteme: effiziente Umsetzung im Betrieb
Ein EHS-Managementsystem und EHS-Manager unterstützen Unternehmen dabei, Environment, Health and Safety systematisch umzusetzen und gesetzliche Vorgaben einzuhalten. Das EHS-System erleichtert die Verwaltung von Gefährdungsbeurteilungen, Schulungen und Vorfallmeldungen und schafft eine Übersicht über alle EHS-Prozesse. Die Umsetzung von EHS im Managementsystem folgt dem bewährten PDCA-Zyklus (Plan – Do – Check – Act): Risiken werden erfasst, Maßnahmen geplant und umgesetzt, Erfolge überprüft und Prozesse kontinuierlich verbessert. Eine zentrale Rolle spielt dabei der EHS-Manager, der die Einführung, Koordination und Weiterentwicklung des Systems verantwortet.
Dadurch ergeben sich für Sie mehr Rechtssicherheit, weniger Aufwand und eine verbesserte Arbeitssicherheit. Digitale Lösungen ermöglichen eine effiziente Integration von EHS in bestehende Abläufe und helfen Ihnen dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen.
Welche Bedeutung hat EHS für Ihr Unternehmen?
Die Bedeutung von EHS liegt darin, Unternehmen verantwortungsbewusst und erfolgreich aufzustellen. EHS schützt die Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden und die Umwelt, sorgt für mehr Sicherheit im Betrieb und hilft, gesetzliche Vorgaben einzuhalten.
Wenn Sie EHS aktiv umsetzen, stärken Sie Ihre Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit, da Sie Risiken reduzieren, Kosten senken und Ihre Attraktivität als Arbeitgeber steigern. So wird EHS zu einem entscheidenden Faktor für langfristigen Erfolg.
Nutzen Sie deshalb die Chance, EHS in Ihrem Unternehmen aktiv einzuführen und weiterzuentwickeln. Damit verbessern Sie nicht nur die Arbeitsbedingungen, sondern leisten auch einen Beitrag zum Umweltschutz.
Häufige Fragen zu EHS
In diesem Abschnitt beantworten wir oft gestellte Fragen zum Thema Environment, Health and Safety.
Was unterscheidet EHS von ESG?
EHS (Environment, Health and Safety) konzentriert sich auf Umweltschutz, Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit im Unternehmensalltag. ESG (Environmental, Social, Governance) geht darüber hinaus und bezieht auch die soziale Verantwortung mit ein. EHS ist somit ein operativer Teilbereich von ESG.
Wie profitieren KMU von EHS-Managementsystemen?
EHS-Managementsysteme sind auch für kleine und mittlere Unternehmen von Vorteil, da sie dabei helfen, rechtliche Vorgaben effizient einzuhalten und Risiken zu reduzieren. Sie vereinfachen Prozesse wie Unterweisungen, Gefährdungsbeurteilungen und Unfallmeldungen, wodurch sich die Sicherheit und die Gesundheit am Arbeitsplatz erhöhen, ohne dass der Verwaltungsaufwand steigt.
Was kostet die Einführung eines EHS-Systems?
Die Kosten für ein EHS-System hängen von der Größe des Unternehmens und dem gewünschten Funktionsumfang ab. Da viele Anbieter flexible, skalierbare Lösungen bieten, können bereits kleine Betriebe mit einem überschaubaren Budget starten. Langfristig rechnet sich die Investition häufig durch weniger Ausfalltage und eine erhöhte Rechtssicherheit.
Wer ist verantwortlich für EHS im Unternehmen?
Grundsätzlich liegt die Verantwortung für EHS bei der Geschäftsführung, die für Sicherheit und Gesundheit im Betrieb sorgen muss. In der Praxis wird diese Aufgabe jedoch häufig an EHS-Manager, Fachkräfte für Arbeitssicherheit oder Umweltbeauftragte delegiert. Diese planen, setzen um und überwachen die entsprechenden Maßnahmen.
