14.06.2018

Abfallschlüssel und Abfallschlüsselnummer

Der Abfallschlüssel ist maßgebend bei der Einstufung von Abfällen. Abfallerzeuger und –besitzer müssen ihre Abfälle entsprechend der Abfallverzeichnisverordnung (AVV) korrekt einstufen. 

Abfallrecht WEKa MEDIA

Jedem Abfall wird gemäß dem Abfallschlüssel der Abfallverzeichnis-Verordnung eine sechsstellige Abfallschlüsselnummer (ASN) zugeordnet. Diese Nummer fungiert als wesentliches Beschreibungs- und Kommunikationselement für alle Abfälle. Auf die Abfallschlüsselnummer nehmen nicht nur sämtliche abfallrechtlich vorgeschriebenen Genehmigungen, Feststellungen, Zertifikate, Nachweise, Scheine oder sonstige Dokumente Bezug, sondern auch die für die Abfallentsorgung weiterhin erforderlichen notwendigen Verwaltungsakte anderer Rechtsbereiche, wie etwa die immissionsschutzrechtlichen Genehmigungen der Entsorgungsanlagen.

Die Abfallschlüsselnummer in der Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV)

Die heutige Darstellung der sechsstelligen Abfallschlüsselnummer geht zurück auf die ehemalige Abfall-Rahmenrichtlinie 75/442/EWG der Europäischen Union, in deren Artikel 1 die EU-Kommission angewiesen wurde, ein gemeinschaftliches Abfallverzeichnis zu erstellen.

Das europäische Abfallverzeichnis wurde 1996 in Deutschland mit der seinerzeitigen „Verordnung zur Einführung des Europäischen Abfallkatalogs” (EAK-Verordnung – EAKV) rechtsverbindlich eingeführt. 2001 hat die „Verordnung über das Europäische Abfallverzeichnis” (Abfallverzeichnis-Verordnung – AVV) die EAKV abgelöst.

Die AVV besteht aus drei Paragrafen und einem Anhang mit Einleitung, der inhaltlich den EU-Abfallkatalog darstellt. Dieser ist aus 20 Kapiteln mit zweistelligen Hauptüberschriften aufgebaut, die ihrerseits aus vierstelligen Gruppen bestehen und die aus sechs Ziffern zusammengesetzten Abfallschlüssel enthalten.

Die Kapitel der AVV sind wie folgt aufgebaut:

  • Kapitel 01 bis 05:
    Abfälle, die typisch für bestimmte Industriebranchen sind, wie beispielsweise Abfälle aus der Erdölraffination
  • Kapitel 06 bis 12 und Kapitel 17 bis 20:
    Abfälle, die zwar nicht branchentypisch, aber charakteristisch für bestimmte Prozesse sind, also etwa Abfälle aus thermischen Prozessen
  • Kapitel 13 bis 15:
  • Abfälle wie „Altöl”, „Fluidabfälle” (z.B. Lösungsmittel, Kühlmittel, Treibgase) und „Verpackungsabfälle, Aufsaugmassen”, die üblicherweise bei allen Branchen und Prozessen auftreten können
  • Kapitel 16:
    Abfälle, die nicht den anderen Kapiteln zugeordnet werden können, wie etwa „Altreifen” oder „Laborchemikalien”

Im Europäischen Abfallkatalog und der deutschen Abfallverzeichnisverordnung (AVV) sind die Abfallschlüssel der gefährlichen Abfälle formal mit einem Asterisk (Sternchen *) markiert, bei denjenigen der nicht gefährlichen Abfälle fehlt diese Markierung. So sind beispielsweise alle Abfallschlüssel des Kapitels 13 (Ölabfälle und Abfälle aus flüssigen Brennstoffen) mit einem Sternchen versehen, gelten also regelmäßig als gefährliche Abfälle.

Autor: WEKA Fachredaktion