02.01.2024

EFKffT: Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten

Eine Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT) arbeitet grundsätzlich nur in einem eng eingegrenzten Tätigkeitsfeld. Für dieses müssen jeweils zwingend vorliegen: eine schriftliche Bestellung, eine Arbeitsanweisung und eine entsprechende Ausbildung.

Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT)

Wer ist eine EFKffT?

Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT) ist, wer die ihm/ihr übertragenen Arbeiten beurteilen und mögliche Gefahren erkennen kann, und zwar aufgrund seiner/ihrer

  • fachlichen Ausbildung in Theorie und Praxis,
  • Kenntnisse und Erfahrungen sowie
  • Kenntnis der bei diesen Tätigkeiten zu beachtenden Bestimmungen.

Die Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten darf die eigene Fachverantwortung nur für festgelegte Tätigkeiten ausführen, für die die Ausbildung nachgewiesen ist.

Überprüfung durch Unternehmer oder verantwortliche Elektrofachkraft

Eine Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten unterliegt innerhalb eines Unternehmens der Fachverantwortung der verantwortlichen Elektrofachkraft. Außerhalb des Verantwortungsbereichs des Unternehmens darf die EFKffT nicht tätig werden. Sie gilt dann als elektrotechnischer Laie. Bei einem möglichen Unternehmenswechsel müssen alle fachlichen Qualifikationen im Bereich der Elektrotechnik dem neuen Unternehmer und seiner verantwortlichen Elektrofachkraft erneut nachgewiesen werden.

Was sind festgelegte Tätigkeiten?

Festgelegte Tätigkeiten sind gleichartige, sich wiederholende elektrotechnische Arbeiten an Betriebsmitteln, die vom Unternehmer in einer Arbeitsanweisung festgelegt sind.

Die Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten darf nach ihrer Ausbildung und mit der Beauftragung des Arbeitgebers in eigener Fachverantwortung nur festgelegte Tätigkeiten ausführen, für die die Ausbildung nachgewiesen ist. Innerhalb des Unternehmens ist es jedoch erforderlich, dass eine verantwortliche Elektrofachkraft die Fachverantwortung wahrnimmt.

Was darf eine EFKffT?

Zulässige Tätigkeiten einer EFKffT

Eine EFKffT darf nur in Anlagen mit Nennspannung bis

  • AC 1.000 V bzw.
  • DC 1.500 V

tätig sein.

Arbeiten im spannungsfreien Zustand

Elektrofachkräfte für festgelegte Tätigkeiten dürfen grundsätzlich nur im spannungsfreien Zustand an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln arbeiten.

Ausnahmen für Tätigkeiten unter Spannung zum Messen und zur Fehlersuche

  • Fehlersuche (Messen und Beurteilen von physikalischen Werten)
  • Feststellen der Spannungsfreiheit (u.a. Anwendung der fünf Sicherheitsregeln zum Erreichen des spannungsfreien Zustands)

Für Elektrofachkräfte für festgelegte Tätigkeiten sind nur Tätigkeiten an unter Spannung stehenden Teilen erlaubt, die sich mit dem messtechnischen Erfassen von physikalischen Werten und dem Beurteilen dieser Messwerte befassen. Entsprechend ihrer Ausbildung dürfen sie die Umhüllungen und Abdeckungen von aktiven Teilen entfernen, um die er-laubten Tätigkeiten (z.B. zur Fehlersuche) durchführen zu können.

Errichten und Ändern

Im Gegensatz zu Elektrofachkräften dürfen Elektrofachkräfte für festgelegte Tätigkeiten nicht alle Tätigkeiten im Bereich der Elektrotechnik selbstständig ausführen. Das Tätigkeitsspektrum „Errichten und Ändern“ ist größtenteils nur auf das Anschließen von Geräten, Maschinen und verketteten Maschinenanlagen, die vor Ort fest an das vorhandene Stromversorgungssystem angeschlossen werden, beschränkt.

Schriftliche Beauftragung

Wegen der Komplexität der verschiedenen Tätigkeiten, die eine Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten ausführen kann (insbesondere Instandhaltung, Inbetriebnahme, ggf. Kundendienst), sollte vom Unternehmer/Arbeitgeber eine Beauftragung mit der Benennung der zulässigen Tätigkeiten in Schriftform ausgefertigt werden.

Zulässige Tätigkeiten der Elektrofachkräfte für festgelegte Tätigkeiten, die von Bedeutung für die elektrische Sicherheit sind

  • Planen, Projektieren, Konstruieren: nein
  • Einsetzen von Arbeitskräften: nein, aber als Arbeitsverantwortlicher vor Ort möglich
  • Errichten, Ändern, Prüfen und Betreiben (Inbetriebsetzen, Betätigen, Instandsetzen): nur Tätigkeiten entsprechend ihrer Ausbildung und Beauftragung vom Unternehmer

Beauftragung des Arbeitgebers: Das muss sie enthalten

Die Beauftragung des Arbeitgebers muss ein begrenztes Aufgabengebiet und zulässige Tätigkeiten enthalten:

  • Beschreibung des Aufgabengebiets
  • Einschränkungen der Tätigkeit (z.B. Arbeiten unter Spannung nicht erlaubt)
  • anzuwendende Arbeitsmethoden (z.B. Arbeiten im spannungsfreien Zustand)
  • Benennung der elektrotechnischen, ggf. der nicht elektrotechnischen Tätigkeiten

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Autor*in: Sven Ritterbusch