22.06.2020

EFKffT: Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten

Eine Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT) arbeitet grundsätzlich nur in einem eng eingegrenzten Tätigkeitsfeld. Für dieses müssen jeweils zwingend vorliegen: eine schriftliche Bestellung, eine Arbeitsanweisung und eine entsprechende Ausbildung.

Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT)

Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT) ist, wer aufgrund seiner

  • fachlichen Ausbildung in Theorie und Praxis,
  • Kenntnisse und Erfahrungen sowie
  • Kenntnis der bei diesen Tätigkeiten zu beachtenden Bestimmungen

die ihm übertragenen Arbeiten beurteilen und mögliche Gefahren erkennen kann.

Eigene Fachverantwortung der EFKffT

Die EFKffT darf die eigene Fachverantwortung nur für festgelegte Tätigkeiten ausführen, für die die Ausbildung nachgewiesen ist.

Überprüfung durch Unternehmer oder verantwortliche Elektrofachkraft

Die EFKffT unterliegt innerhalb eines Unternehmens der Fachverantwortung der verantwortlichen Elektrofachkraft. Außerhalb des Verantwortungsbereichs des Unternehmens darf die EFKffT nicht tätig werden. Sie gilt dann als elektrotechnischer Laie. Bei einem möglichen Unternehmenswechsel müssen alle fachlichen Qualifikationen im Bereich der Elektrotechnik dem neuen Unternehmer und seiner verantwortlichen Elektrofachkraft erneut nachgewiesen werden.

Fachliche Ausbildung

  • abgeschlossene Berufsausbildung oder gleichwertige berufliche Tätigkeit
  • zusätzliche Ausbildung im elektrotechnischen Bereich

Voraussetzung für die Ausbildung zur EFKffT ist eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine gleichwertige berufliche Tätigkeit.

Die Ausbildung zur EFKffT sollte nach dem DGUV Grundsatz 303-001 „Ausbildungskriterien für festgelegte Tätigkeiten im Sinne der Durchführungsanleitung zur DGUV-Vorschrift 3 (Elektrische Anlagen und Betriebsmittel)“ erfolgen. Sie darf nur durch fachlich qualifizierte Personen durchgeführt werden, wie z.B. Meister in einem elektrotechnischen Beruf. Diese Ausbildung ist dann mit einer Prüfung abzuschließen, in der der Teilnehmer die erforderlichen Kenntnisse in Theorie und Praxis nachweisen muss. Nach erfolgreicher Prüfung muss ein Zertifikat ausgestellt werden, in dem bescheinigt wird, mit welchen Tätigkeiten der Teilnehmer künftig vom Unternehmer beauftragt werden darf.

Theoretische Ausbildung

Die theoretische Ausbildung kann innerbetrieblich oder außerbetrieblich in Absprache mit dem Unternehmer erfolgen. In der theoretischen Ausbildung müssen, zugeschnitten auf die festgelegten Tätigkeiten, die Kenntnisse der Elektrotechnik, die für das sichere und fachgerechte Durchführen dieser Tätigkeiten erforderlich sind, vermittelt werden.

Praktische Ausbildung

Die praktische Ausbildung muss an den infrage kommenden Betriebsmitteln durchgeführt werden. Sie muss die Fertigkeiten vermitteln, mit denen die in der theoretischen Ausbildung erworbenen Kenntnisse für die festgelegten Tätigkeiten sicher angewandt werden können.

Führungsverantwortung des Unternehmers

Die Ausbildung entbindet den Unternehmer nicht von seiner Führungsverantwortung. In jedem Fall hat er zu prüfen, ob die in der vorstehend genannten Ausbildung erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten für die festgelegten Tätigkeiten ausreichend sind.

Festgelegte Tätigkeiten

Festgelegte Tätigkeiten sind gleichartige, sich wiederholende elektrotechnische Arbeiten an Betriebsmitteln, die vom Unternehmer in einer Arbeitsanweisung festgelegt sind.

Die Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten darf nach ihrer Ausbildung und mit der Beauftragung des Arbeitgebers in eigener Fachverantwortung nur festgelegte Tätigkeiten ausführen, für die die Ausbildung nachgewiesen ist. Innerhalb des Unternehmens ist es jedoch erforderlich, dass eine verantwortliche Elektrofachkraft die Fachverantwortung wahrnimmt.

Zulässige Tätigkeiten

Nur in Anlagen mit Nennspannung bis

  • AC 1.000 V bzw.
  • DC 1.500 V

Arbeiten im spannungsfreien Zustand

Elektrofachkräfte für festgelegte Tätigkeiten dürfen grundsätzlich nur im spannungsfreien Zustand an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln arbeiten.

Ausnahmen für Tätigkeiten unter Spannung zum Messen und zur Fehlersuche

  • Fehlersuche (Messen und Beurteilen von physikalischen Werten)
  • Feststellen der Spannungsfreiheit (u.a. Anwendung der fünf Sicherheitsregeln zum Erreichen des spannungsfreien Zustands)

Für Elektrofachkräfte für festgelegte Tätigkeiten sind nur Tätigkeiten an unter Spannung stehenden Teilen erlaubt, die sich mit dem messtechnischen Erfassen von physikalischen Werten und dem Beurteilen dieser Messwerte befassen. Entsprechend ihrer Ausbildung dürfen sie die Umhüllungen und Abdeckungen von aktiven Teilen entfernen, um die er-laubten Tätigkeiten (z.B. zur Fehlersuche) durchführen zu können.

Errichten und Ändern

Im Gegensatz zu Elektrofachkräften dürfen Elektrofachkräfte für festgelegte Tätigkeiten nicht alle Tätigkeiten im Bereich der Elektrotechnik selbstständig ausführen. Das Tätigkeitsspektrum „Errichten und Ändern“ ist größtenteils nur auf das Anschließen von Geräten, Maschinen und verketteten Maschinenanlagen, die vor Ort fest an das vorhandene Stromversorgungssystem angeschlossen werden, beschränkt.

Schriftliche Beauftragung

Wegen der Komplexität der verschiedenen Tätigkeiten, die eine Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten ausführen kann (insbesondere Instandhaltung, Inbetriebnahme, ggf. Kundendienst), sollte vom Unternehmer/Arbeitgeber eine Beauftragung mit der Benennung der zulässigen Tätigkeiten in Schriftform ausgefertigt werden.

Zulässige Tätigkeiten der Elektrofachkräfte für festgelegte Tätigkeiten, die von Bedeutung für die elektrische Sicherheit sind

  • Planen, Projektieren, Konstruieren: nein
  • Einsetzen von Arbeitskräften: nein, aber als Arbeitsverantwortlicher vor Ort möglich
  • Errichten, Ändern, Prüfen und Betreiben (Inbetriebsetzen, Betätigen, Instandsetzen): nur Tätigkeiten entsprechend ihrer Ausbildung und Beauftragung vom Unternehmer

Voraussetzung: erfolgreich abgeschlossene Ausbildung zur EFKffT

Die Ausbildung zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT) sollte nach dem DGUV Grundsatz 303-001 „Ausbildungskriterien für festgelegte Tätigkeiten im Sinne der Durchführungsanleitung zur DGUV-Vorschrift 3 (Elektrische Anlagen und Betriebsmittel)“ erfolgen. Sie darf nur durch fachlich qualifizierte Personen durchgeführt werden, wie z.B. Meister in einem elektrotechnischen Beruf.

Diese Ausbildung ist dann mit einer Prüfung abzuschließen, in der der Teilnehmer die erforderlichen Kenntnisse in Theorie und Praxis nachweisen muss. Nach erfolgreicher Prüfung muss ein Zertifikat ausgestellt werden, in dem bescheinigt wird, mit welchen Tätigkeiten der Teilnehmer künftig vom Unternehmer beauftragt werden darf.

Beauftragung des Arbeitgebers: Das muss sie enthalten

Die Beauftragung des Arbeitgebers muss ein begrenztes Aufgabengebiet und zulässige Tätigkeiten enthalten:

  • Beschreibung des Aufgabengebiets
  • Einschränkungen der Tätigkeit (z.B. Arbeiten unter Spannung nicht erlaubt)
  • anzuwendende Arbeitsmethoden (z.B. Arbeiten im spannungsfreien Zustand)
  • Benennung der elektrotechnischen, ggf. der nicht elektrotechnischen Tätigkeiten

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Autor: Sven Ritterbusch