Fachbeitrag | Logistik 08.06.2017

City-Logistik steigert die Lebensqualität in Innenstädten

Anfang der 1990er-Jahre entstand das Konzept der City-Logistik: Es wurde auch in mehreren deutschen Städten eingeführt. Die meisten dieser Projekte sind mittlerweile jedoch wieder abgeschafft. Ein Grund hierfür war z.B. die starke Konzentration im Logistikmarkt, die einige große Anbieter begünstigte.

In den letzten zehn Jahren ist jedoch zu beobachten, dass die City-Logistik wieder wichtiger wird. Das liegt auch an der steigenden Feinstaubbelastung. Die ist inzwischen zu einem Problem geworden, das mit den derzeitigen Maßnahmen nicht zu lösen ist.

Aber auch die Reduzierung der Lärmbelastung und eine Entspannung des innerstädtischen Verkehrs sind Erfordernisse, die eine effiziente City-Logistik notwendig machen.

Worum geht es also?

  • Unter dem Begriff „City-Logistik“ werden unterschiedliche Konzepte für den städtischen Wirtschaftsverkehr zusammengefasst. Das gemeinsame Ziel dieser Konzepte ist die Bündelung des Verkehrs.
  • Gestaltung: Bei der Gestaltung eines City-Logistik-Konzepts müssen unterschiedliche Aspekte der Logistik berücksichtigt werden, ebenso der organisatorische und rechtliche Rahmen.
  • Vorteile: Erfolgreiche City-Logistik-Konzepte senken nicht nur die Schadstoff- und Lärmemissionen, sondern steigern auch die Lebensqualität und Attraktivität von Innenstädten.
  • Nachteile: Es ist nicht immer leicht, die Interessen aller beteiligten Interessengruppen zu befriedigen.

Interessengruppen

Von City-Logistik-Konzepten sind unterschiedliche Gruppen betroffen. Meist sind das die Anwohner, Einzelhändler, Unternehmen und Gastronomen einer Stadt. Diese Vorgenannten sind meist die Befürworter eines solchen Konzepts.

Dagegen haben Kaufhäuser, Kurier-, Express- und Paketdienste sowie Speziallieferanten oft kein Interesse an der Einführung eines solchen Systems.

Innerstädtischer Wirtschaftsverkehr

Der innerstädtische Wirtschaftsverkehr wird in hohem Maß durch die folgenden Erfordernisse verursacht:

  • Güterversorgung der Anlieger und Einzelhändler
  • Abfallentsorgung
  • öffentlicher Nahverkehr
  • Dienstbesuche von Ärzten, Anwälten und Krankenpflegern
  • Ausübung von Handwerksleistungen

Voraussetzungen für City-Logistik

Um ein solches Konzept erfolgreich umzusetzen, müssen im Vorfeld bestimmte Voraussetzungen geschaffen und Analysen durchgeführt werden. Hierzu zählen insbesondere die Analysen der verkehrssensiblen Zonen, des Lieferverkehrs und der Stromrichtung des Verkehrs.

Im Lauf der Zeit haben sich unterschiedliche City-Logistik-Konzepte herauskristallisiert. Zu den wichtigsten zählen diese:

  • Güterverkehrszentren
  • Umschlagterminals
  • Kooperationen
  • City-Maut

Wie wichtig das Thema „Lebensqualität in der Stadt“ für die Bewohner ist, kann man derzeit in einer Serie der Süddeutschen Zeitung online verfolgen. Esther Widmann und Thomas Harloff berichten von der Utopie einer autofreien Stadt und konstatieren vorweg: „Alle Verkehrsflächen in München beanspruchen zusammen genau 5392 Hektar, das entspricht 17 Prozent des Stadtgebietes. Damit hat der Verkehr ähnlich viel Platz in München wie Menschen zur Erholung: 16 Prozent Park- und Grünanlagen bietet München seinen Bürgern.“.

Hier geht es zur Website der SZ-Utopie Folge 1.

Hinweis

Wichtig bei allen Projekten ist die Erfolgskontrolle. Für City-Logistik-Projekte ist die Verkehrsbeobachtung vor und während des Projekts ebenso wichtig wie eine betriebswirtschaftliche Kontrolle.

Sie lasen soeben einen Auszug aus einem längeren Beitrag unserer Autorin Birgit Kluger. Wenn Sie mehr zu diesem und anderen wichtigen Logistik-Themen wissen wollen, dann testen Sie gleich für 30 Minuten den Online-Titel “Einkauf – Logistik – Transport“ mit allen Inhalten.

Autor: Birgit Kluger