22.08.2019

Beschaffung von C-Teilen vor großen Herausforderungen

Was um Himmelswillen meint ein Einkäufer mit C-Teil? Ein Teil in C-Form? Ein Vitamin? Alles falsch. Ein C-Teil ist eine Schraube, eine Mutter, eine Scheibe. Etwas, was jedes Unternehmen braucht, aber zu klein ist für ein Einkaufsmanagement. Dabei gibt es schlanke Lösungen für die Beschaffung von C-Teilen.

Erst wenig automatisiert: die Beschaffung von C-Teilen

C-Teil – Stiefkind der Beschaffung

Es ist noch gar nicht lange her. Da lief eine Recherche für Lieferanten vollständig manuell ab. Prozesse, Bestellvorgänge, Lieferungen – kaum etwas davon war automatisiert. Die Folgen neben hohem Aufwand waren eine hohe Fehlerquote und verzögerte Reaktionen auf Veränderungen von Bedarfen. Längst vergessen, Schwamm drüber? Von wegen! Die Beschaffung von C-Teilen verursacht bis heute im Vergleich zum Beschaffungswert einen unverhältnismäßig hohen Aufwand.

Schrauben, Muttern oder Scheiben zählen nicht zu den bedeutendsten Komponenten einer Anlage oder Maschine im Industrieunternehmen. Aber eindeutig sind diese C-Teile für das Endprodukt unverzichtbar.

Kennzeichen von C-Teilen

  • Teile von untergeordneter Bedeutung für das Endprodukt
  • Niedrigpreisige Materialien mit der Wertgrenze < 20,00 €/Stück
  • Im Vergleich zum Beschaffungswert ist der Beschaffungsaufwand zu hoch
  • Verrechnung über Materialgemeinkosten
  • Teile, die als Schüttgut abgewickelt werden

Veraltete Beschaffung von C-Teilen

Es gibt immer noch viele Unternehmen, die ihre Kapazitäten auch in diese Warengruppe stecken und für einzelne C-Teile diese Tätigkeiten ausführen:

  • Angebote einholen
  • Bedarfe manuell ermitteln
  • Bestellungen platzieren
  • Verbräuche auswerten
  • Analysen fahren

Darauf macht jetzt die Würth Industrie Service GmbH in einer Mitteilung aufmerksam. Danach wird man sich dies in Zukunft nicht mehr leisten können. Es komme vielmehr darauf an, solche Prozesse an einen Dienstleister auszulagern und die Beschaffung von C-Teilen sowie die damit einhergehenden Prozesse zu automatisieren.

Die Würth Industrie Service helfe im Zuge dieses Wandels dabei, die C-Teile-Versorgung mit Hilfe von modernen Technologien effizient zu gestalten und zu übernehmen. Abläufe und Prozesse verschlankten durch die Auslagerung der C-Teile-Beschaffung derart, dass Firmen sich nicht mehr um diese Teile kümmern müssten.

Fest etablierte Systeme

Bei Würth stehen praktische Anwendungen zum C-Teile-Management im Fokus, außerdem Warenverfügbarkeit durch Systeme und verschiedene Lösungsansätze, Anwendungen und Systeme im Zusammenhang mit Industrie 4.0, Digitalisierung, Automatisierung und Robotik. Dazu zählen zum Beispiel die Automatenlösungen ORSY®mat für Hilfs- und Betriebsstoffe. Eingesetzt in Materialwirtschaft oder Instandhaltung sei dieser Helfer eine praktische Lösung. Mit ihr lassen sich Materialien wie Handschuhe oder Batterien dezentral, gesichert und direkt am Bedarfsort rund um die vorhalten.

Fest etablierte Systeme im Bereich C-Teile-Management

  • RFID-Technologie (Radio Frequency Identification) in Kanban-Systemen
  • elektronische Beschaffungssysteme
  • Mehrwegsysteme im Gefahrstoffmanagement und vernetzte Arbeitsplatzversorgung
  • ganzheitliche Lieferantenintegration

Handling der Nachbestellungen

Die Beschaffung von C-Teilen ist vom Volumen her sehr gering, vom Aufwand her dagegen sehr hoch. In konjunkturstarken Zeiten mit hohen Bedarfen ist das Handling der Nachbestellungen sowie die Koordination dieser Artikel für produzierende Industrieunternehmen fast unüberschaubar.

Zunehmend rücken die Versorgungswege beim Kunden selbst in den Mittelpunkt der Betrachtungen. Alle Teile sollen direkt an den Verbrauchsort und an den einzelnen Arbeitsplatz geliefert werden. Das Ziel ist höchste Versorgungssicherheit. Das Würth-System könne für C-Teile mitteilen, wo ein Bedarf entsteht. Unternehmen können den Bedarf dann bereits gedeckt haben, bevor der Kunde überhaupt selbst davon Kenntnis hat.

Autor: Friedrich Oehlerking (Freier Journalist und Experte für Einkauf, Logistik und Transport)