24.08.2018

„Nicht geschimpft ist gelobt genug!“ – ein Lob auf das Lob!

Mitarbeiter hungern, wie andere Menschen auch, nach Lob und Anerkennung. Wenn wir etwas gut gemacht haben, wollen wir das auch einfach hören! Die Realität jedoch: Vorgesetzte verfahren nach dem Motto „Nicht geschimpft, ist gelobt genug!“. In Hessen häufig versehen mit einem breiten Dialekt, verbreitete sich diese Binsenweisheit auf vielen Ebenen. Dabei ist Lob immanent wichtig. Warum, und wie Sie das Lob des Lobens lernen, erfahren Sie hier.

Mann bietet Hand

„Lob und Tadel“ – diese beiden scheint es nur in Kombination zu geben. Wobei der Schwerpunkt auf Letzterem zu liegen scheint. In vielen Branchen gilt der Satz, dass man für eine Aufgabe, die man erfüllt (und dafür schließlich auch bezahlt wird!) nicht auch noch gelobt werden muss. Wozu auch? Doch Vorsicht! Geld und Entlohnung allein führen nicht zwingend zu einer wertschätzenden Einstellung des Einzelnen zu seiner Arbeit. Warum auch? Geld kann man schließlich überall verdienen; Wertschätzung und wirkliche Anerkennung sind dagegen seltener zu finden.

Lob als Motivation

Warum aber Mitarbeiter loben, wenn sie ohnehin durch ihre Bezahlung entlohnt werden? In modernen Arbeitszusammenhängen spielt der psychologische Faktor der emotionalen Bindung an eine Stelle eine weitaus größere Rolle als die geldliche Kompensation. Menschen hungern in unserer Zeit geradezu nach Anerkennung und Zugehörigkeit. Die Anerkennung für einen Einzelnen in einer Gruppe ist ein weitaus stärkerer Motivator als materielle „Benefits“. Nehmen Sie ein Lob also ernst! Und dennoch, so werden die meisten der Leser zustimmen, wird immer noch zu wenig gelobt. Warum ist das so? Ob Sie es glauben oder nicht: Loben fällt uns schwer. Aber warum?

Lob annehmen!

So banal es klingt, so erschreckend ist es: Viele Menschen haben ein Problem damit, ein Lob anzunehmen, weil sie es schlicht nicht mehr gewohnt sind, gelobt zu werden. Lob kennen die meisten Menschen, wenn ĂĽberhaupt, nur noch aus der Schule – schlimmstenfalls ĂĽber Zensuren (die subjektivste Form der LeistungsrĂĽckmeldung!). Ein Lob zu hören, ruft bei uns ein GefĂĽhl des Unbehagens wach: „War das jetzt ernst gemeint? Ist das vielleicht ein vergiftetes Lob? Warum werde ich erst jetzt gelobt? War meine Arbeit bis hierhin schlecht?“…usw. Schaffen Sie also in Ihrem Rathaus immer eine Atmosphäre des Lobes und der Wertschätzung.

Wertschätzung in der Arbeit

Leider begegnet es mir immer wieder: In unserer verrückten Arbeitsweilt verschmelzen Menschen häufig mit dem, was sie während der Arbeit tun. Eine (gefühlte) Abwertung der Arbeit sorgt für eine gefühlte Abwertung der Persönlichkeit.

Um das zu umgehen, eignet sich ein Lob zur rechten Zeit besonders: Eine gute Arbeitsleistung sollten Sie immer dann loben, wenn Sie das Gefühl haben, dass sich Ihr Mitarbeiter auch emotional besonders eingebracht hat. Ganz wichtig: Lob muss immer ehrlich und authentisch sein. Dann werden Ihre Mitarbeiter erkennen, dass es sich um eine tatsächliche Wertschätzung der Arbeit handelt, und topmotiviert an neue Aufgaben gehen.

Quelle/ Lesetipp
https://www.akademie.de/wissen/lob-des-lobs

Autor: Benjamin Heimerl (Benjamin Heimerl ist Wahlkampfberater und Autor von „Praktische Redenbausteine für Bürgermeister“.)