Förderprojekt „Medienwerkstatt“ startet in Erfurter Bibliotheken
Am 1. April 2011, vor nunmehr 15 Jahren, wurde in Deutschland das sogenannte Bildungs- und Teilhabepaket eingeführt – ein sozialpolitisches Instrument, das Kindern und Jugendlichen aus einkommensschwachen Familien bessere Bildungs- und Entwicklungschancen ermöglichen soll. Auch in Erfurt hat sich dieses Angebot seitdem zu einem wichtigen Bestandteil im sozialen Leistungssystem entwickelt. In der thüringischen Landeshauptstadt liegt das Bildungs- und Teilhabepaket in der Verantwortung des Amtes für Soziales. Leistungen liegen beispielsweise in der Übernahme der Kosten für Klassenfahrten, beim Bedarf an Nachhilfe oder für das gemeinschaftliche Mittagsessen in Schule und Kita. Die Stadt zahlt zudem Zuschüsse für Sport, Musik, und Kultur.
Zuletzt aktualisiert am: 16. April 2026

Viele Familien profitieren jährlich von den Leistungen, die mitunter direkt an Schulen, Vereine oder Anbieter ausgezahlt werden, um eine unkomplizierte Nutzung zu gewährleisten. Das Angebot unterstützt darin, Bildungsgerechtigkeit zu stärken und Kindern bessere Startbedingungen zu bieten – ein Anliegen, das in einer wachsenden Stadt wie Erfurt zunehmend an Bedeutung gewinnt. Zum 15. Jubiläum zeigt sich, dass sich das Bildungs- und Teilhabepaket als wichtige Unterstützung etabliert hat. Gleichzeitig bleibt für die Stadt die Herausforderung bestehen, alle anspruchsberechtigten Familien zu erreichen und bürokratische Hürden weiter abzubauen. Toni Schellenberg, der Leiter des Amtes für Soziales, betont daher, dass Chancengleichheit in Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe eine zentrale Aufgabe – auch über das Jubiläumsjahr hinaus – bleibe.
In diesem Zuge ist mit Start des zweiten Schulhalbjahrs in den Bibliotheken am Johannesplatz und in der Krämpfervorstadt ein neues Projekt gestartet: die „Medienwerkstatt“. Hier setzen sich Schülerinnen und Schüler der dritten bis siebten Klassenstufe in den wöchentlichen Nachmittagsangeboten kreativ und kritisch mit digitalen Medien auseinander. Sie programmieren, experimentieren mit Künstlicher Intelligenz und erstellen eigene Medienprodukte wie Fotocomics oder Stop-Motion-Filme. Darüber hinaus werden die Kinder spielerisch für einen sicheren Umgang mit Smartphone und Internet sensibilisiert. Dabei geht es unter anderem um Fragen des Datenschutzes sowie darum, wie Fake News entstehen und wie zu erkennen sind.
Bibliotheken sind Orte der Leseförderung und Medienbildung, wie Bibliothekspädagogin Kristina Löwe erläutert. Mit dem Projekt möchte man Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, selbst verschiedene Medien zu gestalten. Aber auch mögliche negative Aspekte, die ihnen bei der Nutzung von Medien begegnen können, sollen thematisiert werden. Das Projekt wird im Rahmen des Programms „Kultur macht stark“/Gemeinsam digital! vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und von der Stadt- und Regionalbibliothek Erfurt in Kooperation mit „Die Digitalmacherei“ umgesetzt.