04.06.2018

Sprinkleranlagen funktionieren seit 300 Jahren gleich

Sprinkleranlagen werden vor allem in Sonderbauten wie z.B. in Hochhäusern oder Krankenhäusern eingesetzt. Dieser Beitrag informiert Sie über verbreitete Vorbehalte zu Sprinkleranlagen und ihre Geschichte.

sprinkleranlagen

In Deutschland sind Sprinkleranlagen lediglich bei bestimmten Sonderbauten, wie z.B. Hochhäusern, Verkaufsstätten, Kaufhäusern, Industrieanlagen, Versammlungsstätten und Tiefgaragen bauordnungsrechtlich erforderlich. Sprinkleranlagen dienen darüber hinaus als Kompensationsmaßnahmen für Abweichungen beim baulichen Brandschutz. In den Vereinigten Staaten gehören sie fast zur Standardausstattung von Sonderbauten.

Sprinkleranlagen – Funktionsweise seit fast 300 Jahren

Sprinkleranlagen sind mittlerweile schon seit fast 300 Jahren auf dem Markt. Bereits im Jahr 1723 wurde das erste Patent für ein Sprinklersystem erteilt. Dies bestand aus einem Wassertank, dessen Inhalt durch eine Schwarzpulverladung (welche durch den Brand selbst entzündet wurde) über den Brand verteilt wurde.

1806 wurde die erste Sprinkleranlage entwickelt, welche über ein Rohrleitungssystem mit Wasser versorgt wurde. Der Wasserbehälter befand sich im oberen Bereich und wurde durch ein Ventil verschlossen, das durch ein System von Seilen und Gegengewichten funktionierte. Das Ventil öffnete sich, wenn die Seile in Brand gerieten. Der erste Schmelzlotsprinklerkopf wurde 1874 durch den Klavierbauer Henry Parmelee entwickelt und patentiert.

Nach diesem System funktionieren auch heutige Sprinkleranlagen:, die Sprinklerköpfe bestehen aus flüssigkeitsgefüllten Glasampullen, welche bei einer vorher definierten Auslösetemperatur bersten. Das Löschwasser wird dann durch den Sprühteller gleichmäßig  auf  die Brandfläche verteilt.

Vorbehalte beruhen oft auf falschen Annahmen

Die Vorbehalte gegen Sprinkleranlagen sind hierzulande noch recht groß und beruhen häufig auf falschen Annahmen. So ist häufig nicht bekannt, dass die Auslösung einer Sprinkleranlage nicht durch Rauch, sondern durch Temperatur erfolgt. Es lösen auch nicht alle Sprinklerköpfe gleichzeitig aus, sondern nur die an denen die Auslösetemperatur erreicht wird. Im Jahr 2016 wurden übrigens 81 % der Brände, in mit Sprinkleranlagen geschützten Objekten mit 1-2 geöffneten Sprinklerköpfen, erfolgreich gelöscht.

Gern werden die hohen Kosten für diese Anlagen genannt. Natürlich kostet sie, aber der Quadratmeterpreis in einem Bürogebäude liegt ca. in Höhe der Kosten für den Bodenbelag. Die Versicherer gewähren Prämienrabatte von bis zu 65 %. Beim Einbau einer nicht bauordnungsrechtlich erforderlichen Anlage werden im Gegenzug Ersparnisse im baulichen Brandschutz geltend gemacht.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass Sprinkleranlagen grundsätzlich den Brand löschen, einen geringen Wasserschaden verursachen, dem Architekten eine größere Gestaltungsvielfalt und Flexibilität erlauben und dem Unternehmen deutliche Versicherungsvorteile ermöglichen.

Autor: Reimund Roß