09.11.2016

Maßtoleranzen im Baualltag – sicherer Umgang mit der DIN 18202

Der Weg von der Planung bis zu einem fertigen Bauwerk ist ein langer. Während der Errichtung eines Gebäudes stellen sich Abweichungen vom Idealzustand ein, u.a. bedingt durch die handwerkliche Umsetzung.

Denn anders als bei industrieller Fertigung, die dem Perfekten nahe kommt, ist Handwerkliches durch kleinere und größere Ungenauigkeit und Bearbeitungsspuren ablesbar. Dabei kann es sich um Maßungenauigkeiten handeln oder z.B. um Unregelmäßigkeiten bei den Baustoffen. Aber auch das fertige Gebäude unterliegt noch Änderungen. Die Anpassung des Bauwerks an seine Umgebung, z.B. durch Setzung, Einwirkung von Lasten, Feuchtigkeit und Temperatur zeigen zeigt sich erst zeitlich verzögert. Es ist also nicht möglich, ein Bauwerk ohne Abweichungen zu erstellen.

  • Maßabweichungen kommen überall vor,
  • sie kommen immer vor und
  • sie betreffen jeden Bauschaffenden.

Bei der Regulierung von Maßtoleranzen kommt der DIN 18202 eine übergreifende Bedeutung zu. Sie gilt für alle Gewerke. Sie wurde als Passungsnorm entwickelt und dient dazu einen reibungslosen Bauablauf zu ermöglichen. Sie dient nicht dazu, spezielle Toleranzen einzelner Gewerke zu regeln. Das ist insofern sinnvoll, da in den Roh- und Ausbaugewerken mit unterschiedlichen Genauigkeiten gearbeitet wird. Abweichungen in den Rohbaugewerken bewegen sich im Zentimeterbereich, Abweichungen im Ausbau im Millimeterbereich. Hauptfunktion der  DIN 18202 ist es, die Qualität der Vorunternehmerleistungen sicherzustellen.

Autor: Dipl. Ing. Architektin Petra Derler