12.01.2017

Aufbau der betrieblichen Arbeitsschutzorganisation

Unter dem Begriff Arbeitsschutzorganisation fasst man alle Maßnahmen zusammen, die der Arbeitgeber trifft, um seinen gesetzlichen Verpflichtungen (beispielsweise gemäß Arbeitsschutzgesetz) für den Arbeitsschutz nachzukommen.

Handschlag

Um sicherzustellen, dass alle nötigen Maßnahmen umgesetzt und in die betriebliche Führungsstruktur eingebunden werden, bedarf es einer ausgearbeiteten Arbeitsschutzorganisation, die die koordinierte Zusammenarbeit aller im Arbeitsschutz tätigen Personen wie beispielsweise

  • des Betriebsarztes
  • der Sicherheitsfachkraft oder
  • des Brandschutzbeauftragten

sicherstellt. Grundvoraussetzung für eine funktionierende Arbeitsschutzorganisation ist die Bereitstellung von Personen und Sachmitteln.

Der Arbeitgeber als Hauptverantwortlicher

Gemäß § 3 des Arbeitsschutzgesetzes ist der Arbeitgeber verpflichtet, für eine geeignete Arbeitsschutzorganisation zu sorgen. Damit gilt er als Hauptverantwortlicher und muss alle nötigen Maßnahmen treffen, deren Wirksamkeit überprüfen und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen. Außerdem hat der Arbeitgeber den Arbeitsschutz in die betrieblichen Führungsstrukturen einzubinden und dafür zu sorgen, dass die Beschäftigten ihren Mitwirkungspflichten nachkommen können. Er kann jedoch einzelne Aufgaben aus dem Arbeitsschutz auf fachkundige Personen übertragen.

Aufgaben im Rahmen der Arbeitsschutzorganisation

Als Aufgaben im Rahmen der Arbeitsschutzorganisation fallen unter anderem an:

  • Erstellen der Gefährdungsbeurteilung, auch der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen
  • Erstellen von Betriebsanweisungen
  • Durchführung von Dokumentation von Unterweisungen
  • Organisation der sicherheitstechnischen und betriebsärztlichen Betreuung
  • Benennung und schriftliche Bestellung von Sicherheitsbeauftragten (ab 21 Beschäftigten) in beratender Funktion
  • Gründung eines Arbeitsschutzausschusses (ab 20 Vollzeitbeschäftigten)
  • Benennung von ausgebildeten Ersthelfern und Brandschutzhelfern (mind. 5% der Beschäftigten)
  • schriftliche Beauftragung von geeigneten, zuverlässigen Personal für das Führen von Maschinen, Fahrzeugen
  • Beschaffung von Arbeitsmitteln entsprechend dem Stand der Technik
  • Prüfung von Arbeitsmitteln, Festlegen von Prüfzyklen (Inventarliste/Verzeichnis)
  • Auswahl und Benennung befähigter Personen für die Durchführung dieser Prüfungen
  • ggf. Prüfung überwachungsbedürftiger Anlagen, ggf. erforderliche Kontaktaufnahme mit einer zugelassenen Überwachungsstelle (ZÜS) 
  • ggf. Erstellung eines Gefahrstoffverzeichnisses
  • Unfallauswertungen/-statistik (Branchenvergleich)
  • Bereitstellen von vorgeschriebenem Erste-Hilfe-Material und Verbandbuch
  • Bereitstellen eines Flucht- und Rettungsplans, eines Alarm- und Gefahrenabwehrplans, Bereitstellen von Feuerlöschern, Sammelpunkt,
  • Bereitstellen von aushangpflichtigen Gesetzen
  • Bereitstellen von individuell geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (sowie Nachschubregelung)
  • ggf. Bereitstellen von aktuellen Sicherheitsdatenblättern,
  • bei Erfordernis Bereitstellen von Hautschutzmitteln
  • Berücksichtigung von Forderungen aus den verschiedensten zutreffenden Rechtsgebieten, wie z.B. dem

Vorteile einer präventiv ausgerichteten Arbeitsschutzorganisation

Auch wenn eine detaillierte Organisation des Arbeitsschutzes einen hohen Zeit- und Energieaufwand erfordert, macht sich ein systematisch geregelter Arbeitsschutz für jedes Unternehmen bezahlt. Wenn die unterschiedlichen Maßnahmen von der Führungs- bis zur Mitarbeiterebene gleichermaßen ernst genommen und gewissenhaft umgesetzt werden, werden schon bald die ersten Erfolge wie erhöhte Motivation, geringere Ausfall- und Krankheitszeiten und damit verbunden auch geringere Kosten sichtbar. Doch nicht nur innerbetrieblich bringt eine gute Arbeitsschutzorganisation Vorteile, denn auch nach außen hin wird der vorbildliche Umgang mit dem Thema Arbeitsschutz ein positives Licht auf den Betrieb werfen.

 

 

Autoren: Stefan Johannsen , WEKA Redaktion