Fachbeitrag | Praxis
08.04.2016

Beförderungspapier: auf den Inhalt kommt es an

Ein Beförderungspapier ist ein Pflichtdokument für jeden Gefahrguttransport. Grundsätzlich schreibt das ADR für Beförderungspapiere formal keinen bestimmten Standard vor. Und doch ist entscheidend, dass bei Kontrollen alle notwendigen Informationen vorliegen. Denn die inhaltlichen Angaben nach ADR 5.4 müssen vollständig sein und eine Überprüfung der geladenen Güter ermöglichen.

Tick boxes in black with pencil and drop shadow© Ingram Publishing/​iStock/​Thinkstock

Das Beförderungspapier gemäß ADR ist kein vorgeschriebenes Standardformular. Auch ein Abfallbegleitschein, ein Frachtbrief, etc. können als Beförderungspapier genutzt werden, sofern sie die vorgeschriebenen Angaben gemäß 5.4 ADR enthalten. Das Beförderungspapier kann elektronisch, aber auch  handschriftlich erstellt werden. Wichtig ist, dass die vorgeschriebenen Angaben lesbar sind. Groß- und Kleinbuchstaben können frei gewählt werden.

Die Inhalte sind in der amtlichen Sprache des jeweiligen Versandlandes abzufassen. Ist diese nicht Deutsch, Englisch oder Französisch, sind die Angaben im Beförderungspapier zusätzlich in diesen drei Sprachen zu machen.

Beförderungspapier: Was muss es enthalten?

Grundsätzlich muss jedes Beförderungspapier folgende Angaben enthalten:

  • UN-Nummer (5.4.1.1.1 a) – Angabe gemäß 3.2, Buchstaben ”UN“ vorangestellt
  •  Stoffbezeichnung (5.4.1.1.1 b) – offizielle Benennung gemäß 3.1.2 (sofern zutreffend 3.1.2.8.1), ergänzt um technische Benennung (technische Benennung in Klammern)
  • Gefahrzettel (5.4.1.1.1 c) – Nummer der Gefahrzettelmuster; wenn mehrere Nummern, dann die Nummern nach der ersten Nummer in Klammern; wenn keine Gefahrzettelnummer, dann Klasse angeben
  • Verpackungsgruppe – sofern vorhanden (5.4.1.1.1 d) – zugeordnete Verpackungsgruppe (sofern vorhanden), der die Buchstaben ”VG“ vorangestellt sind
  • Versandstücke – sofern anwendbar (5.4.1.1.1 e) – Anzahl und Beschreibung der Versandstücke, UN-Verpackungscodes dürfen nur als Ergänzung zur Beschreibung angegeben werden – z.B. eine Kiste (4G). Die Angabe der Anzahl, des Typs und des Fassungsraums jeder Innenverpackung innerhalb der Außenverpackung einer zusammengesetzten Verpackung ist nicht erforderlich.
  • Gesamtmenge (5.4.1.1.1 f) – Gesamtmenge jedes gefährlichen Guts mit unterschiedlicher UN-Nummer, unterschiedlicher offizieller Benennung oder unterschiedlicher Verpackungsgruppe. Für gefährliche Güter in Geräten oder Ausrüstungen ist die anzugebende Menge die Gesamtmenge der darin enthaltenen gefährlichen Güter in Kilogramm oder Liter. Besonderheit für Beförderungen unter 1.1.3.6 siehe Tabelle 1.1.3.6.3.
  • Absender/Empfänger (5.4.1.1.1 g/5.4.1.1.1 h) – Name und Anschrift
  • Sondervereinbarung (5.4.1.1.1 i) – Erklärung entsprechend den Vorschriften einer Sondervereinbarung
  • Tunnelbeschränkungscode (5.4.1.1.1 k) – Tunnelbeschränkungscode gemäß Kapitel 3.2 Spalte 15 – sofern zugeordnet. Die Angabe ist nicht erforderlich, wenn vor der Beförderung bekannt ist, dass kein Tunnel mit Beschränkungen durchfahren wird.

Muster für Beförderungspapiere sind eine große Hilfe

In der Summe ist es nicht gerade wenig, was ein Beförderungspapier beinhalten muss. Auch wenn es keine formalen Grundanforderungen gibt, so ist doch inhaltlich einiges zu beachten. Vorgefertigte Formulare etwa helfen dabei, Zeit zu sparen und für den Fall einer Kontrolle auf der sicheren Seite zu sein.

Hier können Sie das entsprechende Formular Beförderungspapier nach ADR kostenlos downloaden.

Autoren: WEKA Redaktion, Beate Schleicher 

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