04.11.2019

Beförderungspapier: auf den Inhalt kommt es an

Ein Beförderungspapier ist ein Pflichtdokument für jeden Gefahrguttransport. Grundsätzlich schreibt das ADR für Beförderungspapiere formal keinen bestimmten Standard vor. Und doch ist entscheidend, dass bei Kontrollen alle notwendigen Informationen vorliegen. Denn die inhaltlichen Angaben nach ADR 5.4.1 müssen vollständig sein und eine Überprüfung der geladenen Güter ermöglichen.

Checkliste

Das Beförderungspapier gemäß ADR ist kein vorgeschriebenes Standardformular. Auch ein Abfallbegleitschein, ein Frachtbrief etc. können als Beförderungspapier genutzt werden, sofern sie die vorgeschriebenen Angaben gemäß 5.4.1 ADR enthalten. Das Beförderungspapier kann elektronisch, aber auch handschriftlich erstellt werden. Wichtig ist, dass die vorgeschriebenen Angaben lesbar sind. Groß- und Kleinbuchstaben können frei gewählt werden.

Die Inhalte sind in der amtlichen Sprache des jeweiligen Versandlandes abzufassen. Ist diese nicht Deutsch, Englisch oder Französisch, sind die Angaben im Beförderungspapier zusätzlich in diesen drei Sprachen zu machen.

Beförderungspapier: Was muss es enthalten?

Grundsätzlich muss jedes Beförderungspapier folgende Angaben enthalten:

  • UN-Nummer (5.4.1.1.1 a) – die UN-Nummer, der die Buchstaben „UN” vorangestellt werden
  • Stoffbezeichnung (5.4.1.1.1 b) – offizielle Benennung gemäß 3.1.2 (sofern zutreffend 3.1.2.8.1), ergänzt um technische Benennung (technische Benennung in Klammern)
  • Gefahrzettel (5.4.1.1.1 c) – für Stoffe und Gegenstände der Klasse 1 der Klassifizierungscode ggf. ergänzt durch die Nummer des Gefahrzettelmusters einer Zusatzgefahr in Klammern oder bei Klasse 7 bzw. bei UN 3090, 3091, 3480 und 3481 bzw. soweit kein Gefahrzettelmuster angegeben ist, die Nummer der Klasse oder bei allen übrigen Stoffen und Gegenständen die Nummer der Gefahrzettelmuster gemäß Spalte 5 (bei mehreren Nummern Zusatzgefahr in Klammern),
  • Verpackungsgruppe – sofern vorhanden (5.4.1.1.1 d) – zugeordnete Verpackungsgruppe, der die Buchstaben ”VG“ vorangestellt sind
  • Versandstücke – sofern anwendbar (5.4.1.1.1 e): Anzahl und Beschreibung der Versandstücke; UN-Verpackungscodes dürfen nur als Ergänzung zur Beschreibung angegeben werden, z.B. eine Kiste (4G). Die Angabe der Anzahl, des Typs und des Fassungsraums jeder Innenverpackung innerhalb der Außenverpackung einer zusammengesetzten Verpackung ist nicht erforderlich.
  • Gesamtmenge (5.4.1.1.1 f) – Gesamtmenge jedes gefährlichen Guts mit unterschiedlicher UN-Nummer, unterschiedlicher offizieller Benennung oder unterschiedlicher Verpackungsgruppe. Für gefährliche Güter in Geräten oder Ausrüstungen ist die anzugebende Menge die Gesamtmenge der darin enthaltenen gefährlichen Güter in Kilogramm oder Liter. Besonderheit für Beförderungen unter 1.1.3.6 siehe Tabelle 1.1.3.6.3.
  • Absender/Empfänger (5.4.1.1.1 g/5.4.1.1.1 h) – Name und Anschrift
  • Sondervereinbarung (5.4.1.1.1 i) – Erklärung entsprechend den Vorschriften einer Sondervereinbarung
  • Tunnelbeschränkungscode (5.4.1.1.1 k) – Tunnelbeschränkungscode gemäß Kapitel 3.2 Spalte 15, sofern zugeordnet. Die Angabe ist nicht erforderlich, wenn vor der Beförderung bekannt ist, dass kein Tunnel mit Beschränkungen durchfahren wird.

Muster für Beförderungspapiere sind eine große Hilfe

In der Summe ist es nicht gerade wenig, was ein Beförderungspapier beinhalten muss. Auch wenn es keine formalen Grundanforderungen gibt, so ist doch inhaltlich einiges zu beachten. Vorgefertigte Formulare helfen dabei, Zeit zu sparen und für den Fall einer Kontrolle auf der sicheren Seite zu sein.

Tipp: Mit dem Online-Tool Gefahrgutversand PROFI erstellen Sie die geforderten Beförderungspapiere für den Transport auf der Straße und auf See zeitsparend und sicher.

Die Vorschriften und Regelungen, wie beispielsweise das neue ADR/RID 2019, sind stets aktuell hinterlegt und die Angaben für Ihr Beförderungspapier werden automatisch mit diesen Anforderungen abgeglichen. So können Sie sicher sein, dass die von Ihnen erstellten Transportpapiere jederzeit den geltenden Anforderungen entsprechen und einer Überprüfung standhalten.

Hier können Sie außerdem ein entsprechendes Formular Beförderungspapier nach ADR kostenlos downloaden.

Autoren: WEKA Redaktion , Beate Schleicher