14.09.2017

Was die neuen Energielabel für Hersteller bedeuten

Die EU hat sich auf neue Energielabel für die Energieeffizienz von Elektrogeräten geeinigt. Die verwirrenden Angaben mit den vielen Pluszeichen werden abgeschafft und durch eine einfache Skala von A bis G ersetzt. Wir informieren darüber, was sich insbesondere für Lieferanten, Hersteller und Händler ändert.

Energielabel

Wer bislang die Spülmaschine mit nur einem Pluszeichen im Energielabel gekauft hat, konnte sein Gewissen und den Gedanken an den eigenen Kontostand durch das aufgedruckte „A“ beruhigen. Mit dieser Selbsttäuschung wird demnächst Schluss sein. Die Europäische Union hat sich auf neue Energielabel für stromsparende Elektrogeräte geeinigt.

Die neue Skala kennt nur noch die Buchstaben A bis G. Mit „A“ dürfen sich die Geräte schmücken, die sehr energieeffizient sind. „G“ steht für unverhältnismäßig viel Energieverbrauch.

Diese Einteilung gab es schon früher. Moderne Geräte verlangten dann allerdings danach, ihre bessere Energieeffizienz mit einem, zwei oder drei „Pluszeichen“ auszuzeichnen. Künftig sollen die Kriterien laufend nachgebessert werden, sodass „A“ dauerhaft für die beste Energieeffizienzklasse steht.

Was ist das Energielabel?

Die Unterteilung von Stromverbrauchern wie Waschmaschine, Fernseher oder Kühlschrank in verschiedene Energieeffizienzklassen hat die EU durchgesetzt. Kunden sollen so auf einen Blick die Energieeffizienz von Produkten beurteilen und vergleichen können. Dieses sogenannte Energielabel gibt es seit 20 Jahren. Von dieser Kennzeichnung verspricht sich die EU-Kommission eine Energieersparnis im großen Maßstab.

Neue Online-Datenbank

Künftig ergänzen eine Datenbank zur technischen Registrierung von Produkten sowie ein öffentliches Informationssystem die gedruckten Energieeffizienzkategorien. Etiketten von Produkten können künftig z.B. einen QR-Code enthalten, der Verbrauchern den Zugriff auf diese Online-Datenbank erlaubt. Das soll es erleichtern, den Stromverbrauch von Haushaltsgeräten online zu vergleichen.

Neuerungen für Lieferanten, Hersteller und Händler

Für Geräte wie Kühlschränke, Fernseher und Lampen gelten die Maßgaben ab 2020. Für andere Güter wie Heizungen, Boiler oder Staubsauger sind deutlich längere Übergangsfristen teils bis nach 2030 vorgesehen. Dennoch führt das Inkrafttreten der neuen EU-Energielabel-Verordnung (Die Verordnung lesen Sie hier,) für Lieferanten, Hersteller und Händler schon jetzt zu einer Reihe von Änderungen:

  • Lieferanten und Händler müssen in der Werbung stärker auf die Effizienzklasse des Produkts verweisen.
  • Lieferanten müssen nicht mehr „unverzüglich“ den Händlern fehlende gedruckte Etiketten nachliefern, sondern innerhalb von fünf Arbeitstagen nach einer entsprechenden Aufforderung. Alternativ kann der Händler das Etikett selbst ausdrucken oder zur elektronischen Anzeige herunterladen. Daneben sind die Hersteller verpflichtet, dem Produkt nicht nur das Etikett, sondern auch die Datenblätter in gedruckter Form beizulegen.
  • Lieferanten und Händler dürfen nur für Produkte, die von der Rahmenverordnung (sowie entsprechenden Rechtsakten) erfasst sind, Energieetiketten liefern oder ausstellen.
  • Lieferanten und Händler müssen mit den Marktüberwachungsbehörden eng zusammenarbeiten.
  • Lieferanten und Hersteller müssen Händlern neue Labels zur Verfügung stellen, wenn sich für die jeweilige Produktgruppe neue oder aktualisierte Kennzeichnungsvorgaben ergeben – und zwar vier Monate, bevor diese greifen. Der Handel ist verpflichtet, die aktualisierten Energielabel innerhalb von 14 Arbeitstagen ab dem Startzeitpunkt der neu geltenden Vorgaben anzubringen. Vor diesem Datum darf der Händler keine Label mit der neuen Skala ausstellen.
  • Ändert der Lieferant sein Produkt so, dass sich dies auf die Angaben im Etikett oder im Datenblatt auswirkt, so hat er laut der Energielabel-Verordnung ein neues Modell erstellt. Dieses muss er erneut in die Produktdatenbank eingeben.
  • Wenn eine Aktualisierung, beispielsweise ein Software-Update, die Energieeffizienz eines Produkts verringert, muss der Lieferant künftig die Zustimmung des Kunden einholen, bevor die Änderung wirksam wird. Ebenso soll der Kunde die Aktualisierung ablehnen können. Dabei darf die Funktionalität des Produkts nicht verloren gehen.
Autor: WEKA Fachredaktion