Fachbeitrag | Information
12.04.2016

Sicherheitsunterweisungen in der Elektrotechnik

Das Unterweisen von Beschäftigten ist im Arbeitsschutzrecht verbindlich geregelt. Eine Unterweisungspflicht ist an vielen Stellen in Gesetzen, Verordnungen und dem berufsgenossenschaftlichen Regelwerk festgeschrieben. Sie betrifft an erster Stelle den Arbeitgeber. Für Beschäftigte in elektrotechnischen Berufen und Mitarbeiter von Elektrotechnik-Unternehmen sind die elektrotechnischen Gefährdungen ein zentrales, aber nicht das einzige Unterweisungsthema.

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Im Begriff „Unterweisung“ steckt das Wort „Weisung“. Damit wird bereits eine gewisse Verbindlichkeit angezeigt. Weisungen zu erteilen ist die Sache von Vorgesetzen, damit ist auch das Durchführen von Unterweisungen meist eine Aufgabe von Vorgesetzen.

Unterweisungspflicht liegt beim Arbeitgeber

Zuallererst liegt die Pflicht zum regelmäßigen Unterweisen aller Mitarbeiter zu Gefährdungen, Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln am Arbeitsplatz beim Unternehmer und Arbeitgeber. In Kleinbetrieben ist daher oft der Chef und Betriebsleiter auch der Unterweisende. In größeren Betrieben wird diese Pflicht meist auf Vorgesetzte und Führungskräfte des Unternehmens übertragen, z. B. Vorarbeiter, Meister, Werkstattleiter usw.

Eine wichtige Rolle spielt die Fachkraft für Arbeitssicherheit. Zu ihren Aufgaben gehört es, den Arbeitgeber bei allen Fragen zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz zu beraten. Die Fachkraft für Arbeitssicherheit ist daher oft an der Vorbereitung und Durchführung von Unterweisungen beteiligt. Bei medizinisch relevanten Unterweisungen, etwa zu Erster Hilfe, Hygiene oder arbeitsmedizinischer Vorsorge werden zudem die Betriebsärzte bzw. betriebsärztlichen Dienste herangezogen.

Vielfältige Anlässe für Unterweisungen

Eine Unterweisung sollte stets VOR Aufnahme der Tätigkeit erfolgt sein. Es ist nicht erlaubt, z. B. Auszubildende mit elektrischen Geräten arbeiten zu lassen (auch wenn die Tätigkeit noch so harmlos wirkt) und erst einige Tage oder Wochen später über Sicherheitsmaßnahmen (z. B. die Arbeitsmittel vor Benutzung zu prüfen) und Gesundheitsschutz (z. B. zur Notwendigkeit von Gehörschutz oder Augenschutz) aufzuklären.

Die Intervalle für Sicherheitsunterweisungen betragen i. d. R ein Jahr. Die Unterweisung von Auszubildenden muss mindestens halbjährlich erfolgen.

Darüber hinaus gibt es für Unterweisungen viele Anlässe unabhängig von den gesetzlich vorgegebenen Intervallen. Immer dann, wenn sich die Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter deutlich verändern, ist eine Sicherheitsunterweisung angesagt, z. B.

  • bei Neu-Einstellungen von Mitarbeitern
  • bei Wechsel des Arbeitsplatzes
  • bei Installation neuer Maschinen und Anlagen
  • bei Einführung neuer Methoden und Verfahren
  • bei Verwendung neuer Arbeitsstoffe, Betriebsstoffe oder Gefahrstoffe
  • bei Wiedereingliederung von Rückkehrern an den Arbeitsplatz, z. B. nach Krankheit oder Reha

Auch Unfälle und Beinahe-Unfälle sollten als Anlass genommen werden, eine Sicherheitsunterweisung anzusetzen bzw. zu wiederholen.

Unterweisungspflicht für alle

Die Unterweisungspflicht gilt für sämtliche Mitarbeiter eines Unternehmens. Sie betrifft nicht nur die ständig anwesenden Beschäftigten in den sogenannten Normalarbeitsverhältnissen. Auch Mitarbeiter in „flexiblen Beschäftigungsformen“ wie Saisonarbeitskräfte, Leiharbeiter, Minijobs, Praktikanten, Hilfskräfte, Auszubildende und Außendienstmitarbeiter usw. sind Gefährdungen am Arbeitsplatz ausgesetzt und müssen an Sicherheitsunterweisungen teilnehmen.

Hinweis: Achten Sie darauf, dass die Teilnahme an einer Unterweisung dokumentiert wird. Jeder Mitarbeiter sollte mit seiner Unterschrift belegen, dass er zu einem bestimmten Thema an einem bestimmten Tag von einer bestimmten Person unterwiesen wurde. Empfohlen wird, sich auch bestätigen zu lassen, dass die Unterweisung verstanden wurde.

Unterweisen über elektrotechnische Gefährdungen hinaus

Beschäftigte in Elektroberufen sind nicht nur zu den Gefahren des elektrischen Stroms, elektrotechnischen Sicherheitsregeln oder der persönliche Schutzausrüstung zu unterweisen. Zentrale Unterweisungsinhalte sind darüber hinaus Erste Hilfe, Brandschutz und Explosionsschutz.

Weitere Themen für Unterweisungen können sein:

  • Arbeiten an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln
  • Elektrische Prüfanlagen
  • Prüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel
  • Spannungsprüfer
  • Multimeter
  • Erdungs- und Kurzschließvorrichtungen
  • Freigabeverfahren
  • Schutz gegen Absturz
  • Elektrische und elektromagnetische Felder
  • Elektrische Betriebsmittel auf Bau- und Montagestellen
  • Stromversorgung und Stromerzeuger auf Bau- und Montagestellen

Die wichtigsten Kenntnisse für einen sicheren Umgang mit elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln gemäß den staatlichen und berufsgenossenschaftlichen Vorgaben können Ihre Mitarbeiter auch mit dem Produkt „Sicherheitsunterweisung Elektrotechnik“ erwerben. Ihr Vorteil ist der geringe Zeitaufwand, da die von Experten zusammengestellten hochwertigen Unterweisungsmaterialien sofort zur Verfügung stehen. Ein Vorteil für Ihre Mitarbeiter ist, dass sie nicht an feste Terminvorgaben gebunden sind.

Tipp: Betriebsanweisungen als Vorlage nutzen

Betriebsanweisungen zu elektrotechnischen Tätigkeiten enthalten Angaben zu Gefährdungen, Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln. Darüber hinaus informieren sie zum Verhalten bei Unfällen und Störungen. Damit sind für die jeweilige Tätigkeit wesentliche Unterweisungsthemen bereits abgedeckt. Eine sorgsam erstellte und vollständige Betriebsanweisung kann daher als Grundlage für eine Sicherheitsunterweisung dienen.

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Autor: Dr. Friedhelm Kring 

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