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Schutzausrüstungen für Elektrofachkräfte

Elektrofachkräfte sind bei Arbeiten an und in der Nähe elektrischer Anlagen hohen Risiken ausgesetzt. Welche Schutzausrüstungen erforderlich sind und warum eine falsche oder fehlende Auswahl schwerwiegende Folgen haben kann, zeigt dieser Beitrag.

Schutzausrüstung für das Arbeiten unter Spannung

Die Arbeit mit elektrischem Strom ist mit erheblichen Gefährdungen verbunden. Elektrische Energie ist unsichtbar, ihre Wirkung jedoch potenziell lebensgefährlich. Umso wichtiger ist es, dass Elektrofachkräfte bei ihrer Tätigkeit geeignete Schutzausrüstungen einsetzen und die bestehenden Sicherheitsanforderungen konsequent beachten. Persönliche Schutzausrüstungen (PSA) leisten dabei einen wichtigen Beitrag zum Schutz vor schweren oder sogar tödlichen Unfällen.

Elektrische Gefährdungen erfordern besonderen Schutz

Gefährdungen durch elektrischen Strom zählen zu den besonders schweren Gefährdungen im Arbeitsschutz. Sie können zu lebensgefährlichen Körperdurchströmungen, Lichtbogenverletzungen, schweren Verbrennungen oder tödlichen Stromunfällen führen. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Schutzmaßnahmen und Schutzausrüstungen bei elektrotechnischen Arbeiten.

Grundsätzlich gilt: Gefährdungen sind möglichst an ihrer Quelle zu vermeiden oder zu minimieren. Bei Arbeiten an elektrischen Anlagen ist dies jedoch nicht immer vollständig möglich – insbesondere dann, wenn Abdeckungen entfernt werden müssen oder elektrische Betriebsmittel unter Spannung stehen bleiben müssen. In solchen Fällen kommt der persönlichen Schutzausrüstung eine besondere Bedeutung zu.

Schutzausrüstungen

Besondere Anforderungen gelten beim Arbeiten unter Spannung (AuS) sowie beim Arbeiten in der Nähe unter Spannung stehender Teile (AiN). Je geringer der Abstand zu spannungsführenden Teilen ist, desto höher ist das Gefährdungspotenzial – und desto umfangreicher müssen die Schutzmaßnahmen ausfallen.

Neben organisatorischen und technischen Maßnahmen gehören dazu auch geeignete persönliche Schutzausrüstungen, etwa isolierende oder lichtbogengeprüfte Schutzkleidung, geeigneter Gesichts‑ und Handschutz sowie isolierte Werkzeuge. Welche Schutzausrüstung im Einzelfall erforderlich ist, hängt von den konkreten Arbeitsbedingungen und den ermittelten Gefährdungen ab.

Schutzausrüstung auch bei AiN wichtig

Unfallauswertungen zeigen, dass bei Arbeiten in der Nähe elektrischer Anlagen Schutzausrüstungen häufig unterschätzt oder nicht konsequent eingesetzt werden. Der vermeintlich ausreichende Abstand zu spannungsführenden Teilen wird dabei oft als ausreichend angesehen. Unberücksichtigt bleiben jedoch zusätzliche Risiken, etwa durch Körperbewegungen, ergonomische Arbeitshaltungen oder das eingesetzte Werkzeug.

Auch bei Arbeiten in der Nähe unter Spannung stehender Teile ist daher sorgfältig zu prüfen, ob und in welchem Umfang persönliche Schutzausrüstungen erforderlich sind.

Auswahl der Schutzausrüstungen: Gefährdungsbeurteilung entscheidend

Die Auswahl geeigneter Schutzausrüstungen darf nicht pauschal erfolgen. Maßgeblich ist stets die betriebliche Gefährdungsbeurteilung, in der alle relevanten Gefährdungen am jeweiligen Arbeitsplatz systematisch ermittelt und bewertet werden. Dazu zählen neben elektrischen Gefährdungen auch zusätzliche Risiken, etwa durch:

  • mechanische Einwirkungen
  • Hitze, Kälte oder Witterungseinflüsse
  • Brand‑ und Explosionsgefahren
  • chemische Stoffe
  • Verkehrs‑ oder Baustellenumgebungen

Die persönliche Schutzausrüstung muss auf diese Gesamtsituation abgestimmt sein. Nicht in jedem Fall ist der vollständige Einsatz aller verfügbaren Schutzausrüstungen erforderlich. Entscheidend ist vielmehr eine fachgerechte, situationsbezogene Auswahl, die vor Beginn der Arbeiten festgelegt wird.

Schutzausrüstung regelmäßig prüfen und anpassen

Persönliche Schutzausrüstungen unterliegen Alterungs‑ und Verschleißprozessen. Sie müssen daher regelmäßig geprüft, sachgerecht gelagert und bei Bedarf ersetzt werden. Zudem ist sicherzustellen, dass Elektrofachkräfte im Umgang mit den eingesetzten Schutzausrüstungen unterwiesen sind und deren Schutzwirkung korrekt einschätzen können.

Fazit

Schutzausrüstungen sind unverzichtbar für sicheres Arbeiten an elektrischen Anlagen. Ihr Einsatz muss sich stets orientieren an

  • der konkreten Arbeitssituation und
  • der zugrunde liegenden Gefährdungsbeurteilung.

Besonders bei Arbeiten unter Spannung oder in der Nähe unter Spannung stehender Teile können falsche oder fehlende Schutzmaßnahmen schwerwiegende Folgen haben. Wer Risiken realistisch bewertet und Schutzausrüstungen konsequent einsetzt, leistet einen entscheidenden Beitrag zur Elektrosicherheit.

Hinweis zur Anwendung

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und Sensibilisierung für den Einsatz von Schutzausrüstungen bei elektrotechnischen Arbeiten. Er ersetzt nicht die betriebliche Gefährdungsbeurteilung, die fachliche Planung der Arbeiten oder die Prüfung der jeweils aktuell gültigen rechtlichen und normativen Anforderungen.

Autor*in: WEKA Redaktion

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