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Leuchten und Beleuchtungsanlagen nach DIN VDE 0100-559

Leuchten sind ein fester Bestandteil elektrischer Anlagen und unterliegen klaren sicherheitstechnischen Anforderungen. Die DIN VDE 0100-559 legt fest, wie Leuchten und Beleuchtungsanlagen fachgerecht ausgewählt und errichtet werden müssen. Der Beitrag zeigt praxisnah, welche Vorgaben gelten, wo typische Fehler liegen und worauf Elektrofachkräfte bei Installation und Unterweisung achten sollten.

Leuchten und Beleuchtungsanlagen nach DIN VDE 0100-559

Die Norm DIN VDE 0100-559 „Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 5-559: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel – Leuchten und Beleuchtungsanlagen“ legt die Anforderungen an Leuchten und Beleuchtungsanlagen fest, die Teil einer ortsfesten elektrischen Anlage sind. Sie richtet sich an Elektrofachkräfte und ist insbesondere für Planung, Installation, Prüfung sowie für Schulungen und Unterweisungen relevant.

Ziel der Norm ist es, Gefährdungen durch elektrischen Schlag und Brand zu vermeiden, die durch den Betrieb von Leuchten und Beleuchtungsanlagen entstehen können.

Anwendungsbereich und Aufbau der DIN VDE 0100-559

Die DIN VDE 0100‑559 gilt für Leuchten und Beleuchtungsanlagen, die Bestandteil einer fest installierten Niederspannungsanlage sind. Ergänzende Anforderungen können sich aus Normen der DIN-VDE-0100-7xx-Reihe für besondere Betriebsstätten ergeben.

Die Norm DIN VDE 0100-559 ist wie folgt gegliedert:

  • Anwendungsbereich
  • Begriffe
  • Allgemeine Anforderungen an die Anlagen
  • Schutz der Umgebung gegen thermische Auswirkungen
  • Kabel‑ und Leitungsanlagen
  • Unabhängige Lampenbetriebsgeräte
  • Schutz gegen elektrischen Schlag bei Ausstellungsständen für Leuchten

Begriffe: Leuchte und Leuchtmittel

Eine Leuchte umfasst alle Teile, die zur Befestigung, zum Schutz und zur Lichtverteilung der Lampe erforderlich sind. Dazu zählen auch Gehäuse, Abdeckungen und Befestigungseinrichtungen.

Nicht als Teil der Leuchte gelten:

  • das Leuchtmittel (z. B. LED‑Modul, Entladungslampe)
  • die zugehörigen Schaltkreise
  • die Anschlussvorrichtungen an das elektrische Versorgungsnetz

Diese begriffliche Abgrenzung ist für Auswahl, Montage und Prüfung von Bedeutung.

DIN VDE 0100-559: Allgemeine Anforderungen

Nach DIN VDE 0100‑559 gilt unter anderem:

  • Leuchten sind nach den Herstellerangaben auszuwählen und zu errichten.
  • Es dürfen nur Leuchten der Schutzklasse I oder II eingesetzt werden.
  • Leuchten müssen so installiert sein, dass sie bei bestimmungsgemäßem Gebrauch keine Gefahr darstellen.

Diese Anforderungen dienen dem Schutz vor:

  • elektrischem Schlag
  • Brandgefahren durch Erwärmung
  • mechanischen Gefährdungen

Schutz der Umgebung gegen thermische Auswirkungen

Bei Auswahl und Montage von Leuchten sind die thermischen Auswirkungen der Strahlungs- und Wärmeenergie auf die Umgebung zu berücksichtigen. Dabei sind insbesondere zu beachten:

  • zulässige Umgebungstemperaturen
  • Abstände zu brennbaren Materialien
  • Montage auf oder in wärmeempfindlichen Baustoffen

Zur Unterstützung enthält die Norm Kennzeichnungen für Installationsflächen und -orte (Tabelle 1), die Hinweise zur Brandvermeidung geben. Ergänzend sind die Anforderungen der DIN VDE 0100-420 zu berücksichtigen.

Kabel- und Leitungsanlagen

Für den Anschluss von Leuchten an die feste Installation fordert die Norm geeignete Anschlussstellen, z. B.:

  • Installationsdosen
  • Steckdosen mit Anschlussvorrichtung
  • Betriebsmittel für den direkten Anschluss

Befestigungsmittel müssen mechanisch ausreichend dimensioniert sein und mindestens 5 kg tragen können; bei schweren Leuchten sind entsprechend höhere Lasten zu berücksichtigen.

Lampenbetriebsgeräte und Kompensationskondensatoren

Lampenbetriebsgeräte müssen normgerecht gekennzeichnet sein. Die Norm legt fest:

  • wann thermisch geschützte Vorschaltgeräte oder Transformatoren erforderlich sind,
  • unter welchen Bedingungen diese auf brennbaren Oberflächen befestigt werden dürfen,
  • wann ein Entladewiderstand vorzusehen ist.

Die frühere F‑Kennzeichnung für Leuchten ist entfallen; stattdessen gelten produktbezogene Angaben des Herstellers.

Ausstellungsstände und Bodeneinbauleuchten

Für Ausstellungsstände für Leuchten gelten besondere Anforderungen an die Stromkreise und den Schutz gegen elektrischen Schlag. Ergänzend sind Aspekte zur berücksichtigen wie:

  • stroboskopische Effekte
  • mechanische und statische Belastungen
  • Einsatzbedingungen je nach Umgebung

Auch Bodeneinbauleuchten unterliegen besonderen Anforderungen, vor allem hinsichtlich thermischer Belastung und mechanischer Beanspruchung.

Aktueller Hinweis: Beiblatt 1 zur DIN VDE 0100-559

Mit dem Beiblatt 1:2023-10 wurden Hinweise zu künftigem Anpassungsbedarf der Norm veröffentlicht, unter anderem im Zusammenhang mit:

  • neuen Leuchtentechnologien
  • Stromschienensystemen
  • geänderten Produktnormen (z. B. DIN EN IEC 60598‑1)

Das Beiblatt enthält keine neuen verbindlichen Anforderungen, unterstützt jedoch die praxisgerechte Anwendung der Norm.

Fazit zur DIN VDE 0100-559

Die DIN VDE 0100‑559 bildet weiterhin die maßgebliche Grundlage für die sichere Auswahl und Errichtung von Leuchten und Beleuchtungsanlagen. Für Schulungen und Unterweisungen ist sie unverzichtbar, insbesondere zur Vermeidung von Brand‑ und Stromschlaggefahren.

Aktuelle Entwicklungen werden durch das Beiblatt 1 ergänzt und sollten bei Planung, Installation und Qualifizierung des elektrotechnischen Personals berücksichtigt werden

Autor*in: Sven Ritterbusch

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