Fachbeitrag | Information
27.01.2016

Fundstellen für gute Reden – was wir von Cicero lernen können

Die Situation kennen Sie sicherlich auch: Sie sitzen an Ihrem Schreibtisch und müssen eine Rede vorbereiten, aber es fällt Ihnen partout nichts ein – Gedankenblockade. Dabei muss die Rede doch schnell fertig werden. Wo Sie (fast) immer fündig werden, erfahren Sie hier.

Frau vor Mikrofon© ViktorCap /​ iStock /​ Thinkstock

Einleitung

Eine gute Rede ist immer eine Möglichkeit, sich der Öffentlichkeit positiv zu präsentieren. Aber auch „interne“ Reden (wobei ich nicht glaube, dass es so etwas in Zeiten der schnellen Kommunikation überhaupt noch gibt) müssen inspirieren, motivieren und gut gehalten sein. Halten Sie beispielsweise eine Rede zu einer Person, sollten Sie so persönlich wie möglich sein, ohne indiskret zu werden. Wissen Sie nur wenig von der Person, gebe ich Ihnen hier ein paar Tipps, wie Sie das ändern und eine motivierende Rede halten können.

Cicero

Der Denker Cicero war ein glühender Anhänger guter Reden. Er beschäftigte sich intensiv mit der Frage, was eine gute Rede ausmacht und wie man sie am besten vorbereiten kann. Hierzu hat er mehrere Fundstellen („Loci“) festgestellt. Einige möchte ich Ihnen nicht vorenthalten.

„A Nomen“ (Namen)

Setzen Sie sich beispielsweise ganz konkret mit dem Namen der Person auseinander. Was bedeutet er? Wo kommt er her? Ist er mit anderen Namen verwandt, wenn ja, welche? Ist er kompliziert oder einfach? Bauen Sie eine schöne Geschichte darum herum auf und leiten Sie dann zum Hauptteil über.
Das Internet bietet hier gute Einstiegsmöglichkeiten, zum Beispiel unter www.beliebte-vornamen.de.

„A genus“ (Abstammung)

Wissen Sie etwas über die Abstammung der Person? Gibt es möglicherweise Gemeinsamkeiten mit Ihnen? Spricht er einen starken Akzent aus der Region oder benutzt er regionale Eigenwörter? Bauen Sie daraus ein unterhaltsames Programm, ohne beleidigend zu werden. Sie werden sehen: Ein kleiner Scherz oder eine Bemerkung, aus denen mal sieht, dass Sie sich mit der Person auseinandergesetzt haben, bringen Ihnen die Sympathien des Publikums.

„Quid affectet quisque“ (Wesensart)

Welchen Typ Mensch haben wir hier vor uns? Ist er ein Genussmensch oder eher diszipliniert? Welchen ersten Eindruck hatten Sie von ihm? Wurde der bestätigt oder nicht? Hierzu ist es natürlich hilfreich, im Vorfeld Ihrer Laudatio mit dem Betreffenden zu sprechen. Um sich einen Eindruck zu verschaffen, genügt meist ein kurzes Gespräch.
Sie sehen: Wenn der Anfang erstmal gemacht ist, wird der Rest fast wie von selbst folgen.

Quelle:

Akademie für Management-Kommunikation und Redenschreiben, Bonn
www.management-kommunikation.de

Autor: Benjamin Heimerl (Benjamin Heimerl ist Wahlkampfberater und Autor von „Praktische Redenbausteine für Bürgermeister“.)

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