23.04.2018

Digitaler Wandel: Bürgermeister als Botschafter

Fast möchte man den Begriff zum Wort des Jahrzehnts küren: Allerorten ist von der Digitalisierung und ihren Folgen die Rede. Auch Kommunen müssen sich mit dem Phänomen auseinandersetzen – und das nicht nur technologisch. Das Thema verlangt von Bürgermeistern durchaus kommunikatives Geschick.

Hand auf Tastatur

Kein Tag vergeht, an dem in den Medien nicht über die Chancen und Fallstricke der Digitalisierung sinniert wird. Die Umwälzungen, die der technologische Fortschritt ausgelöst hat, werden über kurz oder lang alle Bereiche unseres Lebens erfassen. Längst beschäftigt der digitale Wandel nicht mehr nur Wirtschaft und Industrie. Auch das öffentliche Leben und die Gemeinwesenarbeit in Deutschland verändern sich durch Vernetzung und Datenaustausch.

Smarte Kommunen

Für Kommunen birgt die Digitalisierung durchaus Chancen. Sie vereinfacht den Bürgerdialog und erlaubt über Onlineplattformen mehr unmittelbare Partizipation an politischen Entscheidungsprozessen vor Ort. Digitale Anwendungen können außerdem die Verwaltung an vielen Stellen schneller, bequemer und damit bürgerfreundlicher machen. Und auch in Sachen Daseinsvorsorge werden viele Gemeinden und ihre Bewohner von der Digitalisierung profitieren, etwa durch den Ausbau smarter Stromnetze oder intelligente Mobilitätskonzepte.

Zukunft erklären

Die Digitalisierung unserer Lebens- und Arbeitswelt ist eine technologische Revolution. Sie ist aber auch eine kulturelle Herausforderung. Die Menschen müssen mitgenommen werden auf dem Weg in die digitale Zukunft. Umso wichtiger ist es, in einer angemessenen Art und Weise über den Technologiewandel und seine Auswirkungen zu sprechen. Diese Aufgabe wird früher oder später auch Gemeindechefs zufallen. Denn sie werden in ihrer Rolle zu Botschaftern der kommunalen Digitalisierung.

Bloß kein Kauderwelsch

Gut beraten ist, wer als Bürgermeister das Neue in einer einfachen und verständlichen Sprache begreifbar macht. Wozu ist die Digitalisierung gut? Warum ist es wichtig, dass die Gemeinde sich mit dem Thema beschäftigt? Welche Vorteile haben die Bürger von den digitalen Innovationen? Reden Sie nicht wie ein Unternehmensberater – sondern so, dass auch technikferne Menschen und die ältere Generation Ihren Ausführungen folgen können. Haben Sie Mut zur Vereinfachung und machen Sie anhand von griffigen Beispielen klar, was die Digitalisierung im Alltag für den Einzelnen und die Gemeinschaft bedeutet. Und: Sprechen Sie auch die Ängste, Sorgen und Probleme der Bürger an. Die Weiterentwicklung zur digitalen Kommune gelingt nur mit einer offenen und transparenten Kommunikation.

www.nicola-karnick.de

Autor: Nicola Karnick (Nicola Karnick ist Redenschreiberin und Autorin von "Praktische Redenbausteine für Bürgermeister".)