Fachbeitrag | Information
24.02.2015

Der Prophet im eigenen Land …

Wir Bürgermeister wissen über unsere Gemeinde am besten Bescheid. Wir kennen unsere Pappenheimer, wissen um die historisch gewachsenen Probleme und Rivalitäten und sind aufgrund unserer guten Rhetorik und Souveränität auch in der Lage, schwierige Situationen und Prozesse ohne Unterstützung zu meistern. Manchmal kann es jedoch durchaus sinnvoll sein, sich externe Hilfe zu holen. Sie wissen doch, dass die Worte des Propheten im eigenen Land manchmal nichts wert sind …

Hilfe reichende Hand© Thinkstock /​ iStock /​ Chris Rogers

Neutrale Dritte bauen Misstrauen ab

Kürzlich hatte ich eine Abendveranstaltung, die in der Regel keineswegs vergnügungssteuerpflichtig ist: Ich durfte den Anwohnern einer Straße erklären, warum und in welcher Höhe sie für die grundlegende Sanierung ihrer Straße Beiträge zu zahlen haben. Am Ende der Veranstaltung gab es allerdings keine Buhrufe oder Drohungen, sondern höflichen Applaus. Wie ist uns das gelungen? Zum einen, indem wir sehr offen und fair kommunizieren und insbesondere ehrliches Verständnis für den Ärger und Zorn zeigen. Aber auch, weil wir mit einem externen Anwalt zusammenarbeiten, der die Beurteilung der Anliegergebühren durchführt. Er hat von uns den klaren Arbeitsauftrag, die Gebühren rechtmäßig und satzungskonform zu berechnen und bei Entscheidungsspielräumen immer zugunsten der Anlieger zu entscheiden. Verwaltung und Politik halten sich aus dieser Berechnung komplett raus. Das führt dazu, dass die Bürger nicht das Gefühl haben, von der Gemeinde über den Tisch gezogen zu werden. Sie sind nicht einer bösen Macht ausgeliefert, die ein großes Interesse hat, im stillen Büro die Gebühren so zu berechnen, dass möglichst viele Einnahmen für die Gemeinde erzielt werden. Vielmehr unterliegen sie einem transparenten und fairen Verfahren, das von einem neutralen Dritten durchgeführt wird.

Glaubwürdige Instanzen nutzen

Bei rechtlich strittigen Fragestellungen oder fachlich anspruchsvollen Problemen können Sie sich Ihrer Sache noch so sicher sein: Sie werden harte, langwierige und anstrengende Überzeugungsarbeit leisten müssen, um für die Richtigkeit Ihrer Meinung zu werben. Ein Schriftstück eines Gutachters, eines externen Sachverständigen oder einer glaubwürdigen Instanz (bspw. Städte- und Gemeindebund) kostet Sie eventuell ein paar Euro, aber es spart Ihnen wichtige Kraft und Energie, die Sie anderweitig dringender benötigen. Bevor Sie lange Ausarbeitungen verfassen und Argumentationslinien aufbauen, überlegen Sie bitte, ob Sie die Sache durch den neutralen Beleg eines Dritten nicht deutlich vereinfachen können. Unser Job ist doch auch so anspruchsvoll genug, da sollten wir es uns nicht schwerer machen als notwendig.

Externe Moderatoren sind oft ihr Geld wird

Kürzlich war ich auf einer extern moderierten Feuerwehrklausurtagung (siehe entsprechender Bericht in diesem Newsletter). Diese Ergebnisse, die offenen, aber sachlichen Diskussionen, der strukturierte Verlauf und das Engagement der Teilnehmer wären sicherlich deutlich schwächer gewesen, wenn wir uns nicht eines professionellen externen Moderators bedient hätten, der thematisch vom Fach kam. Ich bin schon auf sehr vielen unmoderierten Klausurtagungen gewesen, noch nie hatte ich danach das Gefühl, so erfolgreich und systematisch gearbeitet zu haben, wie bei dieser Klausurtagung. Dieser externe Moderator war wirklich gut investiertes Geld.

Bild: © Thinkstock / iStock / Chris Rogers

Autor: Rouven Kötter 

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