Fachbeitrag | Information
17.04.2015

Auf die Plätze! Fertig! Wahlsieg! Wie Sie Ihre Wahlkampagne erfolgreich starten

„Wer das erste Knopfloch verfehlt, kommt mit dem Zuknöpfen nicht zu Rande“, ließ Goethe sein Publikum wissen. Ein einfaches, aber zutreffendes Zitat für Ihre (Wieder-)Wahlkampagne. Der Auftakt eines Wahlkampfs ist, neben dem Mittelteil und dem Schlussspurt, die wichtigste Phase. Nur an dieser Stelle haben Sie die Möglichkeit, noch frei und ohne Gegnereinwirkung zu agieren. Wie Sie Ihren Wahlkampf erfolgreich starten, erfahren Sie hier.

Wahlsieger© NA /​ Photos.com /​ Thinkstock

Der politische April begann mit einer zwar lange erwarteten, aber dennoch interessanten politischen Meldung: Hillary Clinton kündigte an, sich um die Präsidentschaft der USA zu bewerben. Der Zeitpunkt dafür ist perfekt: Knappe 18 Monate liegen noch vor der Demokratin, um sich gegen die parteiinterne Konkurrenz einerseits und den politischen Gegner andererseits durchzusetzen. Das Essenzielle daran ist aber, dass die Kampagne, da können Sie meiner Erfahrung vertrauen, bereits jetzt in allen Nuancen, mit allen möglichen Abzweigungen, Wendungen und Falltüren für den Gegner durchorchestriert ist. Die Amerikaner überlassen im Wahlkampf nichts dem Zufall.

Tipps für Ihren Start

Mit einem geschickt gewählten Starttermin und einem guten, griffigen Slogan können Sie Doppeltes erreichen: Zum einen haben Sie für eine gewisse Zeit die gesamte mediale Aufmerksamkeit für sich allein. Treffen Sie zudem den politischen Gegner unvorbereitet, können Sie ihn bereits jetzt in die Enge treiben. Zwar wird er sich wehren, das gehört jedoch dazu und sollte Sie nicht weiter irritieren. Besonders dann, wenn der Gegner unüberlegt handelt (weil er verwirrt ist) und Sie persönlich angreift, haben Sie gute Chancen den Wahlkampf zu dominieren: Verurteilen Sie die Attacke und betonen Sie dabei, wie wichtig Ihnen ein sachlicher und fairer Umgang miteinander in dem langen Wahlkampf ist. Bieten Sie dem Gegner umgehend an, eine Fairnesserklärung zu unterzeichnen. Nimmt er an, haben Sie gewonnen. Lehnt er ab, haben Sie ebenfalls gewonnen, denn jetzt wird den Menschen plastisch vor Augen geführt, dass die Konkurrenz gar nicht an einem fairen Wahlkampf interessiert ist.

Den richtigen Zeitpunkt finden

Wählen Sie einen Zeitpunkt, der nicht mit anderen Großereignissen wie einem Fußballspiel oder einem Feiertag konkurriert. Meist herrscht in der Mitte der Woche eine gewisse Nachrichtenarmut, der Montag bietet sich hingegen aufgrund der aufgelaufenen Meldungen von Freitag bis Sonntag nicht an. Ebenso wenig eignet sich der Sommer, wegen der Urlaubszeit. (Auch Ihrer eigenen! Denken Sie immer wieder auch an sich!) Hillary macht es vor: Der Frühling ist perfekt! So können Sie ihre Kampagne beruhigt Richtung Sommer fahren und die Feriendichte dann nutzen, um durchzuatmen und zu rekapitulieren.

Das richtige Medium finden

Wenn Sie besonders affin im Umgang mit Social Media sind, wählen Sie dieses Medium als Ihren „Aufschlagskanal“. Bedenken Sie aber auch immer mit, dass zahlreiche Menschen, besonders jene mit viel Lebenserfahrung, in diesen Medien unter Umständen nicht sicher sind. In der Kommunalpolitik gilt: Nutzen Sie zuerst die konservativen Medien. Besonders eignet sich eine Pressekonferenz vor einer einprägsamen Kulisse wie dem Rathaus oder einem Schloss- oder Burggarten. Eine gelbliche Turnhalle mit quietschendem Boden und schlechtem Licht ist hingegen ungeeignet. Bereiten Sie sich, Ihr Team und Ihre Familie intensiv auf die Kampagne vor, geben Sie aber nur wenigen Personen den Starttermin bekannt. So wird Ihr Anfang zu einem gelungen Auftakt.

Autor: Benjamin Heimerl 

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