Fachbeitrag | Organisation und Dokumentation
12.01.2012

Vorsicht beim Umstieg auf LED-Röhrenlampen

Leuchtstoffröhren sollen oftmals durch energiesparende LED-Röhrenlampen ersetzt werden. Doch dabei ist Vorsicht geboten.

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LED-Lampen (Light Emitting Diode) ziehen aus Kosten- und Umweltschutzgründen in immer mehr Arbeitsstätten ein. Gerade Leuchtstoffröhren sollen dabei durch energiesparende LED-Röhrenlampen ersetzt werden. Doch dabei ist Vorsicht geboten, wie die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), das Regierungspräsidium Kassel und VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut GmbH mitteilen. Prüfen Sie deshalb vor einem geplanten Umstieg die möglichen Gefährdungen.

Beleuchtung im Umbruch

Klar ist, dass sich die Glühbirne langsam aus den Haushalten und von den Arbeitsplätzen verabschiedet. Fraglich ist jedoch, ob sie sich sicher verabschiedet. Die Alternativen, die aus Kostengründen, Umweltschutzaspekten oder gesetzlichen Vorgaben heraus zum Einsatz kommen, sind nicht ohne weiteres als sicher zu bezeichnen. Denken Sie nur an das Quecksilber in den Energiesparlampen und an die Risiken durch LED-Lampen.

Gefährdungen durch Umstieg auf LED-Röhrenlampen

Wenn in Ihrem Unternehmen also ein Umstieg auf LED als Leuchtmittel ansteht, sollten Sie an eine Gefährdungsbeurteilung für die betroffenen Arbeitsplätze denken. So sollten nur solche LEDs genutzt werden, deren Strahlung keine Gefahr für die Augen und die Haut der Beschäftigten darstellt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen eine Unterweisung für den richtigen Umgang mit einer LED-Beleuchtung. Je nach Abstand zur LED-Lampe, Dauer des Blickkontakts, Farbe der LED und Klasse der LED-Lampen muss der Bedarf für spezielle Schutzbrillen geprüft werden. Aber es bestehen noch weitere Risiken durch einen Umstieg.

LED-Röhrenlampen: Retrofit statt Konversion

Wenn die vorhandenen Leuchtstoffröhren-Lampen durch moderne, flimmerfreie LED-Röhrenlampen ersetzt werden sollen, kann vieles falsch gemacht werden. Darauf hat kürzlich die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), das Regierungspräsidium Kassel und VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut GmbH hingewiesen. Besonders problematisch wird es, wenn nicht nur die Leuchtröhre (Neonröhre) und der Starter gewechselt werden (sogenannte Retrofit-Lampen), sondern wenn die Beleuchtung umgebaut werden soll (Konversion). Dabei reicht es nicht, wenn der Umbau durch eine Elektrofachkraft vorgenommen wird, denn spätestens beim Lampenwechsel sind meist auch Unerfahrene in Gefahr.

Gefahren beim Umbau: Kurzschluss und Stromschlag

Bei dem Umbau einer bestehenden Leuchtstoffröhren-Anlage greift ein Betreiber in die Sicherheit der Lampen ein und riskiert so Garantien, Zulassungen und Versicherungsschutz. Zudem drohen bei einem Umbau Stromschlag und Kurzschluss. Besonders riskant sind LED-Röhrenlampen, die laut Hersteller keinen Starter mehr benötigen, da bei diesen Lampen die durchgehenden elektrischen Kontakte von außen nicht sichtbar sind. Zudem besteht nach einem Umbau ein erhöhtes Unfallrisiko bei dem Wechsel der Leuchtmittel. So könnte es passieren, dass ein Mitarbeiter versehentlich wieder eine Leuchtstoffröhre einsetzen möchte, die aber unter Umständen nach dem Umbau nicht mehr sicher eingesetzt werden kann. Auch hier drohen Kurzschluss, Stromschlag und ein Sturz von der Leiter.

Da gegenwärtig auf dem Markt viele unterschiedliche Modelle von LED-Röhrenlampen verfügbar sind, sollte ganz besonders auf den Einsatz geprüfter und zertifizierter Modelle geachtet werden. Und nicht nur die Abmessungen der neuen LED-Röhrenlampe müssen zur bestehenden Beleuchtungsanlage passen. Weitere Hinweise zu dem Austausch von Neonröhren durch LED-Röhrenlampen finden Sie in der Checkliste Umstieg auf LED-Röhrenlampen.

Autor: Oliver Schonschek 

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