03.01.2017

Post-Holiday-Syndrom: Nach dem Urlaub nicht erholt?

Die schönsten Wochen des Jahres sind vorbei, doch am ersten Arbeitstag nach dem Urlaub fühlen Sie sich trotzdem nicht erholt. Ganz im Gegenteil: Sie sind unkonzentriert, antriebslos und schlapp. Vermutlich leiden Sie unter dem Post-Holiday-Syndrom.

Post-Holiday-Syndrom: Was ist das?

Oft starten wir nach dem Urlaub nicht gut erholt wieder durch, sondern sind kurzfristig sogar weniger leistungsfähig, müde und lustlos. Diesen Zustand, der etwa zwei bis drei Tage andauert, bezeichnen Experten als „Post-Holiday-Syndrom“. Sie gehen davon aus, dass rund zwei Drittel aller Urlauber erst einmal saft- und kraftlos an den Arbeitsplatz zurückkehren.

Das liegt daran, dass unser Körper und unsere Seele etwa zwei bis drei Tage brauchen, bis sie sich wieder an den bewährten Arbeitsrhythmus gewöhnt haben. Je länger der Urlaub war, desto schwerer fällt es uns, uns wieder in die tägliche Routine einzufinden.

Wie ändert sich unsere Laune im Urlaub?

Umgekehrt verhält es sich übrigens ähnlich: Auch am Urlaubsbeginn müssen sich Körper und Seele erst auf den veränderten Rhythmus einstellen – allerdings fällt uns dies durch die positiven Eindrücke im Urlaub leichter. Doch vielleicht haben Sie es selbst schon gemerkt: Die ersten zwei Tage im Urlaub sind wir oft nicht ganz so gut gelaunt, wir müssen den Arbeitsstress erst hinter uns lassen.

Dann hebt sich unsere Laune stetig, bis sie sich etwa zwei Tage vor Urlaubsende wieder verschlechtert. Je mehr Stress im Job auf uns wartet, desto stärker geht unsere Laune am Urlaubsende in den Keller.

Der Urlaub ist zur Erholung da!

Damit der Stress nach der Rückkehr aus dem Urlaub nicht zu groß wird, arbeiten viele Menschen auch im Urlaub und beantworten zum Beispiel E-Mails. Doch dann bringt der Urlaub nicht viel, denn freie Tage sind wichtig für unsere körperliche und seelische Gesundheit. Wer zudem mit seinem Urlaub zufrieden war, kann dieses positive Gefühl auch im Alltag länger bewahren.

Damit Sie sich optimal erholen können, sollten Sie nicht vier Wochen Urlaub am Stück nehmen, sondern lieber auf mehrere Kurzurlaube setzen. Als optimal gelten fünf bis zehn Urlaubstage pro Quartal.

Gegen das Post-Holiday-Syndrom: langsam wieder einsteigen

Es gibt Menschen, die am Sonntagabend aus dem Urlaub zurückkehren und am Montag wieder in die Arbeit gehen. Hier ist der Stress ist bereits vorprogrammiert. Zum einen muss sich Ihr Körper abrupt vom Erholungsmodus, langem Ausschlafen und In-den-Tag-Hineinleben wieder auf einen starren Rhythmus umstellen. Zum anderen haben Sie zusätzlichen Stress, denn Sie müssen Berge von Wäsche waschen, die Post bearbeiten und sich bei Freunden und Familie zurückmelden.

Planen Sie daher lieber noch einige Puffertage nach der Rückkehr ein, damit Sie sich langsam wieder einleben und den Urlaub noch ein wenig nachwirken lassen können. Am besten ist es, wenn Sie erst am Mittwoch wieder am Arbeitsplatz erscheinen, denn so haben Sie nur eine kurze Woche vor sich.

Am ersten Tag nach dem Urlaub: möglichst keine Termine

Damit Sie am ersten Arbeitstag nicht völlig orientierungslos sind, sollten Sie sich bereits vor dem Urlaub eine To-do-Liste mit den wichtigsten anstehenden Dingen schreiben. Offene Aufgaben sollten Sie möglichst noch vor dem Urlaub abschließen. Erkundigen Sie sich am ersten Morgen nach dem aktuellen Stand der Dinge, denn vielleicht sind manche Punkte auf Ihrer Liste bereits überholt. Legen Sie auch keine Termine auf den ersten Arbeitstag, damit Sie sich in Ruhe wieder einarbeiten können.

Was tun mit der E-Mail-Flut nach dem Urlaub?

Nun sitzen Sie also wieder im Büro, öffnen Ihr E-Mail-Programm und haben 387 ungelesene Mails. Und schon sind Sie gestresst – wann sollen Sie das denn alles lesen? Gehen Sie beim Bearbeiten der Mails chronologisch rückwärts vor und beginnen Sie mit der neuesten Mail. Viele alte E-Mails haben sich inzwischen ohnehin erledigt. Ungelesen löschen können Sie Newsletter, Mails mit witzigen YouTube-Videos und Ähnliches.

Gegen das Post-Holiday-Syndrom: das Urlaubsgefühl in den Alltag retten

Um sich das Urlaubsgefühl noch ein wenig länger zu bewahren, können Sie Gewohnheiten aus dem Urlaub in Ihren (Arbeits-)Alltag integrieren. Wenn Sie sich zum Beispiel im Urlaub viel bewegt haben, können Sie in der Mittagspause eine Runde um den Block drehen oder abends ein wenig an die frische Luft gehen, anstatt sich vor den Fernseher zu setzen.

Suchen Sie ein Restaurant mit den Speisen Ihres Urlaubslandes und lassen Sie bei einem scharfen Thai-Curry oder leckeren Tapas die Erinnerungen an den Urlaub wiederaufleben.

Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub

Der eine Urlaub ist vorbei, aber der nächste kommt bestimmt. Beginnen Sie bald nach Ihrer Rückkehr, den nächsten Urlaub zu planen, am besten in einem Abstand von sechs bis zehn Wochen. Selbst wenn Sie dann nicht verreisen, können Sie Pläne machen: den alten Schulfreund besuchen, einen Ausflug in die Berge oder an den See machen, die Seele im Straßencafé baumeln lassen … So haben Sie etwas, auf das Sie sich freuen können, und gehen gleich wieder motivierter an die Arbeit.

Autor: Birgit Adam