02.07.2020

Wirksamer Hautschutz bei intensiver Handhygiene

Eine der wichtigsten Maßnahmen im Rahmen des Corona-Infektionsschutzes ist die häufige und intensive Handreinigung. Damit sollen Infektionsketten unterbrochen werden. Doch die intensive Handreinigung kann die Haut schädigen. Symptome wie trockene, gerötete oder rissige Haut sind Vorboten von Ekzemen und zeigen, dass sich die Beschäftigten schützen müssen. Wie das funktioniert, sollten Sie den Beschäftigten in einer Unterweisung zeigen.

Hautschutz

Wenn die Beschäftigten ihre Hände häufig reinigen und ggf. desinfizieren, treten meist bald die ersten Frühwarnzeichen für Handekzeme oder andere Hautschäden auf.

  • Die Haut trocknet durch häufiges Händewaschen aus
  • Die Hornhaut quellt durch heißes Wasser und Seife auf.
  • Allergische Ekzeme treten durch das Verwenden falscher Handschuhe auf.
  • Vermehrte Schweißbildung vermindert die natürliche Schutzbarriere.
  • Feuchtes Milieu begünstigt das Wachstum von Pilzen.

Unterweisung im Hautschutz

Wenn solche Probleme auftauchen, neigen die Beschäftigten dazu, die Handhygienemaßnahmen nicht mehr konsequent durchzuführen. Damit die Handhygiene unter allen Umständen großgeschrieben wird, unterweisen Sie die Beschäftigten im Schutz, in der Früherkennung und in der Behandlung von Hautschäden.

Drei Komponenten im Hautschutz

Im Rahmen des betrieblichen Hautschutzes können drei Hauptkomponenten genannt werden:

  • Richtiges Auftragen von Hautschutz bietet Schutz vor Arbeitsstoffen und UV-Strahlung, unterbindet ein Aufquellen der Haut und erleichtert die Reinigung.
  • Richtige Auswahl bei Hautreinigungsmitteln: Die Wahl des Reinigungsmittels sollte dem Grad der Verschmutzung entsprechen; nicht immer ist es nötig, die Haut mit chemischen Reinigern oder desinfizierenden Stoffen zu reinigen.
  • Hautpflege ist unerlässlich zur Vorbeugung von Hauterkrankungen. Pflegecremes oder -lotions für Hände, Unterarme oder Körper stellen eine nachhaltige Pflege der Haut sicher.

Schutz der Hände vor einem Hautekzem

Auch bei intensiver Handhygiene ist der Schutz der Hände vor einem Hautekzem relativ einfach: Es bedarf dazu nur konsequent durchgeführter Schutzmaßnahmen. Im Zentrum steht dabei das sorgfältige Auftragen einer Hautschutzcreme. Diese sollte bei Arbeitsbeginn und immer wieder während einer Schicht aufgetragen werden. Nach Arbeitsende sollten die Hände mit einer Hautpflegecreme gepflegt werden. Unterweisen Sie die Beschäftigten ebenfalls, dass sie die Hände auch in ihrer Freizeit regelmäßig pflegen sollen, um die Regeneration der Haut zu verbessern.

Vorsichtiger Einsatz von Schutzhandschuhen

Kommen die Hände der Beschäftigten während ihrer Tätigkeit zusätzlich zur Handhygiene regelmäßig mit Wasser in Berührung, sollten Sie verstärkt den Einsatz von Schutzhandschuhen vorsehen. Damit sich unter den Handschuhen keine Feuchtigkeit festsetzt und die Haut belastet, sollten unter den Schutzhandschuhen Baumwollhandschuhe getragen werden. Unterweisen Sie die Beschäftigten im richtigen Tragen von Handschuhen:

  • Die Hände sollten sauber und trocken sein, bevor Handschuhe angezogen werden.
  • Vor dem Überziehen der Handschuhe sollte die Hautschutzcreme vollständig eingezogen sein.
  • Die Handschuhe sollten nicht länger als notwendig getragen werden.
  • Sobald die Handschuhe innen feucht sind, sollten sie gewechselt werden.

Ergänzen Sie die Unterweisungen mit den dazu passenden Infektionsschutzmaßnahmen. Dazu gehört z.B., dass Handschuhe nicht an unterschiedlichen Arbeitsplätzen benutzt werden sollen. Zeigen Sie auch, wie man Handschuhe so an- und auszieht, dass die evtl. kontaminierte Handschuhoberfläche nicht mit der Haut in Kontakt kommt.

Frühzeitig Symptome erkennen

Unterweisen Sie die Beschäftigten im Früherkennen erster Hautschäden. Diese sind zunächst meist unauffällig, aber bei genauer Beobachtung durchaus zu erkennen:

  • Rötungen der Haut
  • Bläschen
  • nässende oder schuppende Stellen
  • Risse vor allem an den Nagelrändern
  • Hautfalten, die sich vergröbern

Bieten Sie in den Unterweisungen an, bei Auftreten von Symptomen einen Termin beim Betriebsarzt zu vereinbaren.

Checkliste: Tipps zum richtigen Händewaschen

  • Ob heiß oder kalt: Die Wassertemperatur hat keinen Einfluss darauf, ob Coronaviren & Co. wirksam von der Haut entfernt werden oder nicht. Wählen Sie deshalb die Temperatur, die Ihnen angenehm ist.
  • Entscheidende Faktoren bei der Handreinigung sind die Dauer des Händewaschens (mind. 20 Sekunden) und die Intensität der Reibung der Hände.
  • Waschen Sie überall, also auch auf dem Handrücken, zwischen den Fingern und unter den Nägeln.
  • Die Handreinigung ohne Waschsubstanzen ist wesentlich weniger effektiv wie die mit. Der Grund: Seife & Co. lösen Mikroben und Schmutz ab und entfernen auch Keime, die sich im Fettfilm festgesetzt haben.
  • Mehr hilft mehr: Wichtig für die Wirkung des Händewaschens ist auch die Menge an verwendeter Waschsubstanz. Deshalb lieber mehr als zu wenig.
  • Die Hände sollten zeitnah und sorgfältig (möglichst mit einem Einweghandtuch) abgetrocknet werden, weil sich noch vorhandene Organismen in der Feuchtigkeit schnell wieder vermehren.

3 Downloads zum Hautschutz am Arbeitsplatz

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Autor: Martin Buttenmüller (Martin Buttenmüller ist Autor und Chefredakteur des Fachmagazins Arbeitsschutz-Profi AKTUELL)