Fachbeitrag | Informieren und Recht
09.11.2015

Leitern und Tritte: Tipps für den sicheren Einsatz

Im Umgang mit Leitern und Tritten passieren immer wieder schwere Unfälle. In der Gefährdungsbeurteilung nach Arbeitsschutzgesetz und Betriebssicherheitsverordnung müssen Sie daher auch die Gefährdung durch die Auswahl, Bereitstellung, und Benutzung von Leitern und Tritten beurteilen. Die folgenden 5 Punkte helfen Ihnen dabei.

Sie müssen dafür sorgen, dass Leitern und Tritte in ausreichender Anzahl am Arbeitsplatz zur Verfügung stehen. Ihr Ziel sollte es sein, dass die Aufstiege nicht erst von einem anderen, weit entfernten Lagerort transportiert werden müssen.© Wavebreakmedia /​ iStock /​ Thinkstock

1. Sind Leitern und Tritte in ausreichender Anzahl vorhanden?

Sie müssen dafür sorgen, dass Leitern und Tritte in ausreichender Anzahl am Arbeitsplatz zur Verfügung stehen. Ihr Ziel sollte es sein, dass die Aufstiege  nicht erst von einem anderen, weit entfernten Lagerort transportiert werden müssen. Das minimiert die Gefahr, dass aus Bequemlichkeit oder aus Zeitgründen ungeeignete Leitern und Tritte zum Einsatz kommen.

2. Sind die Leitern und Tritte geeignet?

  • Bevor ein Arbeitsauftrag erteilt wird,  muss geklärt sein, ob die vorgesehene Leiter für die durchzuführende Arbeit geeignet ist.
  • Bauart, Leiterlänge bzw. Tritthöhe, Werkstoff, Stabilität und Standsicherheit sind entsprechend der vorgesehenen Verwendung hinsichtlich der Arbeits- und Umgebungsbedingungen auszuwählen.
  • Leitern dürfen nur dann eingesetzt werden, wenn die Beschäftigten beim Besteigen der Leiter und bei der Arbeit auf der Leiter jederzeit sicher stehen und sich sicher festhalten können. Wenn auf einer Leiter eine Last getragen werden muss, darf dies ein sicheres Festhalten nicht verhindern.
  • Falls diese Forderungen nicht erfüllt werden können, können Gerüste, Hubarbeitsbühnen bzw. sonstige Arbeitsbühnen zur Anwendung kommen.

3. Sind Benutzungsanleitungen  an den Leitern angebracht?

  • Die Verhaltensmaßnahmen bei der Benutzung von tragbaren Leitern ergeben sich auch aus der auf der Leiter angebrachten Benutzungsanleitung in Form von Piktogrammen.
  • Fehlt eine solche Anleitung, ist diese (z.B. beim Leiterhersteller) zu beschaffen und an der Leiter deutlich erkennbar und dauerhaft anzubringen.

4. Werden Leitern und Tritte ausreichend geprüft?

Sie müssen dafür sorgen, dass:

  • eine beauftragte Person Leitern und Tritte wiederkehrend auf ordnungsgemäßen Zustand prüft (Sicht- und Funktionsprüfung),
  • die Intervalle der Prüfungen entsprechend den Einsatzbedingungen festgelegt werden,
  • die Ergebnisse in ein Leitern-Prüfbuch  eingetragen werden,
  • Beschäftigte betriebsfremde Leitern und Tritte vor ihrer Benutzung besonders sorgfältig auf Eignung und Beschaffenheit prüfen.

Tipp: Die systematische Prüfung von Leitern und Tritten lässt sich z. B. ganz leicht mit Hilfe einer Checkliste, wie Sie sie im Arbeitsschutz-Check finden, durchführen.  Angaben der Hersteller zur Prüfung sind zu beachten.

5. Werden beschädigte Leitern und Tritte der Benutzung entzogen?

Es ist zu gewährleisten, dass

  • schadhafte Leitern und Tritte nicht benutzt werden (Unterweisung)
  • schadhafte Leitern der Benutzung entzogen und so aufbewahrt werden, dass die Weiterbenutzung bis zur sachgerechten Instandsetzung bzw. Verschrottung nicht möglich ist.(u.a. separater Aufbewahrungsplatz, zusammengekettet, markiert (rot)

Die TRBS 2121 und die DGUV Information 208-016 helfen Ihnen dabei, für den sicheren Einsatz von Leitern und Tritten zu sorgen.

Autor: Stefan Johannsen

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