Fachbeitrag | Organisation und Dokumentation 21.09.2015

Gefährdungsanalyse und Gefährdungsbeurteilung – was ist der Unterschied?

Gefährdungsanalyse und Gefährdungsbeurteilung tauchen im komplexen Bereich Arbeitsschutz häufig auf. Immer wieder führt die Ähnlichkeit der Begriffe zu Unsicherheiten oder Verwechslungen. Dabei wird mit Gefährdungsanalyse und Gefährdungsbeurteilung eigentlich derselbe Vorgang beschrieben.

Dabei sind die Inhalte der beiden Begriffe prinzipiell identisch.

In den rechtlichen Vorgaben (§§ 5, 6 ArbSchG; §§ 3, 6 ASiG; Gefahrstoffverordnung, Betriebssicherheitsverordnung, Biostoffverordnung, Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung) werden die Begrifflichkeiten Gefährdungsbeurteilung und Beurteilung der Arbeitsbedingungen verwendet.

Der Begriff der Gefährdungsanalyse oder Gefährdungs- und Belastungsanalyse war in den alten UVV BGV A 6/A 7 enthalten und wird auch heute noch, z.B. auf den Seiten der DGUV, verwendet.

Die Gefährdungsanalyse – komplexe Gefährdungsbeurteilung

Die Inhalte hinter diesen Begrifflichkeiten sind prinzipiell identisch. Teilweise wird die Gefährdungsanalyse auch als komplexe oder detaillierte Gefährdungsbeurteilung bezeichnet. Zurückzuführen ist das Begriffswirrwarr auf die politischen Rahmenbedingungen beim Zustandekommen des Arbeitsschutzgesetzes Mitte der 90er-Jahre. Dort wurde argumentiert, der Begriff „Analyse“ sei, insbesondere mit Blick auf kleine und mittlere Betriebe, problematisch.

Gefährdungsanalyse und Gefahrenanalyse – nicht dasselbe

Verwechslungsgefahr besteht zudem mit dem Begriff der Gefahrenanalyse, der sich auf entsprechende Pflichten des Hersteller/Inverkehrbringers, z.B. von Maschinen, bezieht (EG-Maschinenrichtlinie) und nicht auf den Kontext des betrieblichen Arbeitsschutzes.

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Autor: Matthias Glawe