23.10.2018

Betriebsmittel – Definition

Absolutes Grundlagenwissen Betriebsmittel: von Klassifzierungen über die Sicherheit bis hin zu Prüffristen listet dieser Beitrag kompakt alles Wichtige auf, was es über Betriebsmittel zu wissen gibt.

Betriebsmittel in der Anwendung

Kurz und knapp: Was sind Betriebsmittel?

Betriebsmittel sind Gegenstände oder Rechte, die für die Herstellung von Produkten herangezogen werden. Sie dienen dem Betrieb eines Gebäudes, einer Anlage, eines Fahrzeugs oder eines Objekts. Dabei können sie sowohl direkt als auch indirekt am Arbeitsprozess beteiligt sein, fließen in aller Regel jedoch nicht als Gegenstände, Stoffe oder Rechte in das Endprodukt ein.

Die Begriffe „Betriebsmittel“ und „Arbeitsmittel“ werden oft als Synonyme verwendet, wobei „Betriebsmittel“ für die Fertigung, „Arbeitsmittel“ hingegen für administrative Geschäftsbereiche gebräuchlicher ist.

Was gilt als Betriebsmittel?

Zu den Betriebsmitteln zählen

Welche Betriebsmittel von dem jeweiligen Unternehmen für die Fertigung benötigt werden, hängt von der Branche und dem herzustellenden Produkt ab. Es existieren auch Betriebsmittel für die Elektro-/Informationstechnik.

Als Betriebsmittel werden die unterschiedlichsten Gegenstände, Geräte oder Objekte bezeichnet. So können Grundstücke und Gebäude ebenso zu den Betriebsmitteln gezählt werden wie Transport- und Förderanlagen, Büro- und Geschäftsausstattungen sowie Mess- und Prüfgeräte. Sogar Rechte wie beispielsweise Patente zählen zu den Betriebsmitteln.

Unterteilung der Betriebsmittel

Allgemein werden Betriebsmittel unterteilt in

  • elektrische Betriebsmittel zum Erzeugen, Umwandeln, Übertragen und Verteilen von elektrischer Energie und
  • sonstige Betriebsmittel wie zum Beispiel Kraftstoffe, Putz- oder Reinigungsmittel oder sonstige Stoffe.

Sicherer Umgang mit Betriebsmitteln

Gerade der Umgang mit elektrischen Betriebsmitteln birgt Gefahrenpotenziale. Wie hoch das Risiko einer Gefährdung bei der Arbeit mit derartigen Arbeitsmitteln ist, hängt vom Zustand und von der regelmäßigen Wartung dieser Betriebsmittel ab.

Eine professionell durchgeführte Wartung setzt fundierte Fachkenntnisse der Person voraus, die elektrische Betriebsmittel in ihren Arbeitsprozess einbindet. Risiken können reduziert werden, wenn ausschließlich Fachkräfte die entsprechenden Tätigkeiten ausführen.

Wer elektrische Betriebsmittel einrichtet, muss beachten, dass von ihnen weder eine Brand- noch eine Explosionsgefahr ausgeht. Werden brennbare Stoffe bzw. brennbare Flüssigkeiten für die Produktion eingesetzt, so sind diese in dafür vorgesehene Behälter abzufüllen, zu lagern und auch darin zu befördern.

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Prüfung elektrischer Betriebsmittel

Die DGUV Vorschrift 3 (§ 5 Abs. 1) verlangt vom Arbeitgeber bzw. Unternehmer, dass er die elektrischen Anlagen und Betriebsmittel auf ihren ordnungsgemäßen Zustand prüfen lässt.

Hinweis

Elektrische Anlagen bestehen aus elektrischen Betriebsmitteln.

§ 2 Abs. 1 der DGUV Vorschrift 3 erklärt, was unter dem Begriff „elektrische Betriebsmittel“ zu verstehen ist:

„Elektrische Betriebsmittel […] sind alle Gegenstände, die als Ganzes oder in Teilen dem Anwenden elektrischer Energie […] oder dem Übertragen, Verteilen und Verarbeiten von Informationen […] dienen. Den elektrischen Betriebsmitteln werden gleichgesetzt Schutz- und Hilfsmittel, soweit an diese Anforderungen hinsichtlich der elektrischen Sicherheit gestellt werden. Elektrische Anlagen werden durch Zusammenschluss elektrischer Betriebsmittel gebildet.“

Hier gibt es einen Unterschied zwischen ortfesten und ortveränderlichen elektrischen Betriebsmitteln. Als ortsfeste elektrische Betriebsmittel gelten fest angebrachte und solche, die keine Tragevorrichtung haben und deren Masse so groß ist, dass sie sich nicht leicht bewegen lassen. Das betrifft auch elektrische Betriebsmittel, die vorübergehend fest angebracht sind und über bewegliche Anschlussleitungen betrieben werden. Ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel zeichnen sich dadurch aus, dass sie während des Betriebs bewegt oder leicht von einem Platz zum anderen gebracht werden können, während sie gleichzeitig am Versorgungsstromkreis angeschlossen sind.

Ortsfeste elektrische Anlagen und Betriebsmittel

Für ortsfeste elektrische Anlagen und Betriebsmittel sind wenigstens folgende Wiederholungsprüfungen vorzusehen (vgl. DGUV Vorschrift 3 Durchführungsanweisungen (DA): DA zu § 5 Abs. 1 Nr. 2; Tabelle 1A):

Anlage/Betriebsmittel

Prüffrist

Art der Prüfung

Prüfer

elektrische Anlagen und ortsfeste Betriebsmittel

4 Jahre

auf ordnungsgemäßen Zustand

Elektrofachkraft

elektrische Anlagen und ortsfeste elektrische Betriebsmittel in „Betriebsstätten, Räumen und Anlagen besonderer Art“ (DIN VDE 0100 Gruppe 700)

1 Jahr

Schutzmaßnahmen mit Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen in nicht stationären Anlagen

1 Monat

auf Wirksamkeit

Elektrofachkraft oder elektrotechnisch unterwiesene Person bei Verwendung geeigneter Mess- und Prüfgeräte

Fehlerstrom-, Differenzstrom- und Fehlerspannungs-Schutzschalter

auf einwandfreie Funktion durch Betätigen der Prüfeinrichtung

Benutzer

in stationären Anlagen

6 Monate

in nicht stationären Anlagen

arbeitstäglich

Ortsveränderliche Betriebsmittel

Und im Hinblick auf ortsveränderliche Betriebsmittel sollen sich Wiederholungsprüfungen an folgenden Fristsetzungen orientieren (vgl. DGUV Vorschrift 3 Durchführungsanweisungen (DA): DA zu § 5 Abs. 1 Nr. 2; Tabelle 1B):

Anlage/Betriebsmittel

Prüffrist

Art der Prüfung

Prüfer
  • ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel (soweit benutzt)
  • Verlängerungs- und Geräteanschlussleitungen mit Steckvorrichtungen
  • Anschlussleitungen mit Stecker
  • bewegliche Leitungen mit Stecker und Festanschluss
Richtwert: 6 Monate

auf Baustellen: 3 Monate

Wird bei den Prüfungen eine Fehlerquote < 2 % erreicht, kann die Prüffrist entsprechend verlängert werden.

Maximalwerte:

  • auf Baustellen, in Fertigungsstätten und Werkstätten oder unter ähnlichen Bedingungen mindestens jährlich
  • in Büros oder unter ähnlichen Bedingungen mindestens alle zwei Jahre
auf ordnungsgemäßen Zustand Elektrofachkraft,bei Verwendung geeigneter Mess- und Prüfgeräte auch elektrotechnisch unterwiesene Personen

So behalten Sie den Überblick über Ihre Prüffristen und die gefundenen Mängel

Betriebsmittelprüffristen immer im Überblick zu haben und bei der Prüfung gefundene Mängel sauber zu protokollieren ist nicht leicht. Der Gesetzgeber und die Unfallversicherer fordern und kontrollieren dies jedoch, insbesondere im Fall eines meldepflichtigen Arbeitsunfalls. Die Software „Arbeitsmittel plus“ hilft Ihnen, Effizienz, Professionalität und Übersicht in Ihre Betriebsmittelprüfung und -verwaltung zu bringen. Wie genau Sie die Software unterstützen kann, lesen Sie hier.

Autor: WEKA Redaktion