13.09.2018

Befähigte Personen nach BetrSichV

Die BetrSichV bezeichnet Personen, welche Arbeitsmittel prüfen dürfen, als "befähigte Person". Welche Anforderungen und Aufgaben müssen diese erfüllen?

zur Prüfung befähigte Person

Die BetrSichV bezeichnet Personen, welche Arbeitsmittel und bestimmte überwachungsbedürftige Anlagen prüfen dürfen, mit dem Begriff „zur Prüfung befähigte Person“.

Zur Prüfung befähigt ist eine Person, die durch ihre

  • Berufsausbildung,
  • ihre Berufserfahrung,
  • ihre zeitnahe berufliche Tätigkeit

über die erforderlichen Kenntnisse zur Prüfung von Arbeitsmitteln verfügt; soweit hinsichtlich der Prüfung von Arbeitsmitteln in den Anhängen 2 und 3 weitergehende Anforderungen festgelegt sind, sind diese zu erfüllen.

Diese Definition der Betriebssicherheitsverordnung soll sicherstellen, dass nur Personen mit entsprechender Fachkenntnis zur befähigten Person werden.  Die befähigte Person ersetzt bei der Prüfung von Arbeitsmitteln die früher gebräuchlichen Begriffe des Sachkundigen und Sachverständigen.

Anforderungen an zur Prüfung befähigte Personen

Befähigte Personen müssen über die zur Prüfung von Arbeitsmitteln erforderlichen Fachkenntnisse verfügen. Diese Fachkenntnisse können durch die folgenden drei Bereiche erworben werden:

    1. Durch die Berufsausbildung: Die befähigte Person muss eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Studium mitbringen, sodass festgestellt werden kann, welche beruflichen Kenntnisse sie mitbringt. Als Basis für die Feststellung dienen Berufsabschlüsse oder vergleichbare Qualifikationsnachweise.
    2. Durch Berufserfahrung: Um ihre Berufserfahrung nachzuweisen, muss die befähigte Person eine nachgewiesene Zeit in ihrem Berufsleben praktisch mit den zu prüfenden vergleichbaren Arbeitsmitteln umgegangen sein. Zudem muss sie deren Funktions- und Betriebsweise sowie Anlässe, die Prüfungen auslösen, kennen. Auch in Bezug auf die Prüfung selbst muss die befähigte Person Erfahrung nachweisen.
    3. Durch eine zeitnahe berufliche Tätigkeit: Eine zeitnahe berufliche Tätigkeit bedeutet, dass sich die befähigte Person angemessen weiterbildet und im Umfeld der anstehenden Prüfung tätig ist. Zudem muss sie mehrere Prüfungen pro Jahr durchführen, damit ihre Prüfpraxis erhalten bleibt. Eine weitere Voraussetzung sind aktuelle Kenntnisse zum Stand der Technik hinsichtlich des zu prüfenden Arbeitsmittels und der möglichen Gefährdungen.

Die Anforderungen an befähigte Personen konkretisiert die TRBS 1203. Sie umfassen neben allgemeinen auch zusätzliche Anforderungen, je nach Prüfgebiet.

Umfang der Prüfung

Nach § 14 der Betriebssicherheitsverordnung müssen Arbeitsmittel nach der Montage und vor der ersten Inbetriebnahme sowie nach jeder Montage auf einer neuen Baustelle oder an einem neuen Standort geprüft werden. Ferner müssen Arbeitsmittel, die Schäden verursachenden Einflüssen unterliegen, regelmäßig geprüft und gegebenenfalls erprobt werden. Die Prüffristen hat der Arbeitgeber gemäß der Betriebssicherheitsverordnung zu ermitteln. Eine befähigte Person darf auch überwachungsbedürftige Anlagen überprüfen, wenn das Gefährdungspotenzial der Anlage als niedrig eingestuft wird.

Beauftragung der befähigten Person durch den Arbeitgeber

Der Arbeitgeber muss für die wiederkehrende Prüfung von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen befähigte Personen beauftragen. Diese dürfen dadurch nicht benachteiligt werden und unterliegen auch keinen Weisungen. Sie führen die Prüfung selbstständig und eigenverantwortlich durch. Die Beauftragung als befähigte Person muss im Sinne der Übertragung von Unternehmerpflichten schriftlich erfolgen, wobei die letztendliche Verantwortung beim Unternehmer verbleibt.

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Autor: WEKA Redaktion