16.07.2018

So ermitteln Sie Ihre Prüffristen für Arbeitsmittel

Betriebe müssen im Rahmen ihrer Gefährdungsbeurteilung die Termine für die Prüfungen von Arbeitsmitteln< selbst festlegen. Werden etwa bestimmte Arbeitsmittel selten benutzt, darf der Unternehmer festlegen, dass sie in größeren Intervallen geprüft werden. Werden Maschinen oder Geräte dagegen sehr oft und intensiv genutzt, muss das Prüfintervall womöglich verkürzt werden. Empfohlen wird, die Fristen so zu ermitteln:

Frau steigt mit Akkuschrauber auf eine Leiter. Sicher ist das nur, wenn bei Leiter und Werkzeug die Prüffristen für Arbeitsmittel eingehalten wurden.

Informationen zum Arbeitsmittel und zu den spezifischen Prüfanforderungen und Prüffristen beschaffen

Prüffristen sollten Sie so festlegen, dass jeder die jeweiligen Arbeitsmittel zwischen den Prüfungen voraussichtlich sicher benutzen kann.

Am Anfang steht dabei die Beschaffung der Herstellerinformationen für das Arbeitsmittel (Bedienungsanleitung, Datenblatt), die bereits oft Hinweise zu Prüfungen und Prüffristen enthalten.

Falls in anderen Regeln (z.B. TRBS) oder Vorschriften Prüffristen vorgeschlagen werden oder vorgeschrieben sind, müssen Sie dennoch ermitteln, ob die Prüfintervalle für Ihren Betrieb ausreichen. Dazu sollten Sie

  • die Betriebsart,
  • die Belastung am Arbeitsplatz,
  • die Umgebungsbedingungen und
  • die Einsatzdauer der Maschine oder Anlage

heranziehen. Wenn sich aus betrieblichen Erfahrungen bzw. aus dem Stand der Technik weitere Gesichtspunkte ergeben, die für die Festlegung der Prüfintervalle relevant sind, müssen Sie diese ebenfalls berücksichtigen.

Weitere Einflüsse auf Prüffristen berücksichtigen

Auch Alter, Verschleißgrad und alltägliche Belastung (Dauergebrauch bei Schichtarbeit, Umgebungseinflüsse etc.) einer Maschine müssen in die Überlegungen einbezogen werden.

Nicht immer werden Maschinen oder Anlagen bestimmungsgemäß, also entsprechend den Herstellerangaben, genutzt – das kann zu besonderen Gefährdungen führen und sollte für die Zukunft unterbunden werden.

Anhand der Gefährdungsbeurteilung lässt sich abschätzen, welche Gefahren beim Ausfall sicherheitsrelevanter Bauteile oder Komponenten drohen. Wenn bereits ein betriebliches Instandhaltungskonzept vorliegt bzw. wenn es einen Wartungsvertrag mit der Herstellerfirma gibt, ist der Austausch von Verschleißteilen meist bereits geregelt.

Termine für Prüfungen festlegen und fortschreiben

Bei der Festlegung von Prüfterminen sollten Sie sicherstellen, dass diese fortgeschrieben werden, dass also nach durchgeführter Prüfung der nächste Prüftermin automatisch festgelegt wird.

Prüfintervalle festlegen, eventuelle Abweichungen begründen und dokumentieren

Sind die Prüfintervalle für alle Arbeitsmittel festgelegt, sollten Sie im Arbeitsmittelkataster nicht nur vermerken, dass Sie sich für bestimmte Prüftermine, Prüffristen und Prüfintervalle entschieden haben, sondern auch warum.

Besonders wichtig ist das, wenn Sie von empfohlenen Prüffristen abweichen – egal, ob es sich um eine Verlängerung oder eine Verkürzung handelt. Dabei sollten Sie auch – wie in der Gefährdungsbeurteilung für die jeweiligen Arbeitsmittel– Prüfart und Prüfumfang eindeutig festlegen und begründen.

Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) fordert in § 14 Abs. 7 explizit die Aufzeichnung von Prüfergebnissen:

”Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass das Ergebnis der Prüfung nach den Absätzen 1 bis 4 aufgezeichnet und mindestens bis zur nächsten Prüfung aufbewahrt wird. Dabei hat er dafür zu sorgen, dass die Aufzeichnungen nach Satz 1 mindestens Auskunft geben über:

  1. Art der Prüfung,
  2. Prüfumfang und
  3. Ergebnis der Prüfung

Aufzeichnungen können auch in elektronischer Form aufbewahrt werden.“

Grundsätzlich ist es sinnvoll, die Aufzeichnungen über regelmäßige Prüfungen langfristig aufzubewahren, da sie ja wichtige Daten enthalten. So wird etwa die erhöhte Reparaturanfälligkeit eines Maschinentyps die Entscheidung bei der Beschaffung eines Nachfolgermodells beeinflussen.

Werden Arbeitsmittel, die geprüft wurden, außerhalb des Unternehmens eingesetzt, muss der Prüfnachweis mit der Maschine oder der Anlage weitergegeben werden. Prüfbescheinigungen für überwachungsbedürftige Anlagen müssen Sie am Betriebsort aufbewahren. Oft ist es sinnvoll, eine zusätzliche betriebsinterne Kennzeichnung der Arbeitsmittel festzulegen, etwa mit einer simplen Farbkennung, die sofort zeigt, ob die jährliche Prüfung bereits durchgeführt wurde oder nicht.

Kontrolle der Einhaltung von Prüfterminen

Schriftlich festhalten sollten Sie auch, wie und wer kontrolliert und sicherstellt, dass die Prüftermine und Prüfintervalle eingehalten werden.

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Autor: Sabine Kurz