02.07.2018

Regale müssen regelmäßig geprüft werden

In einem Lager stellen Regale einen Unfallschwerpunkt dar. Es können Einsturz- und Umsturzgefährdungen für Beschäftigte und Kunden entstehen, die zeitgleich bei Be- und Entladevorgängen an Regalen Ware herausnehmen. Mit einer regelmäßigen Regalprüfung lassen sich Gefährdungen und Risiken minimieren.

Lagersicherheit

Weil von Regalen erhebliche Sicherheitsrisiken ausgehen, muss die Regalprüfung durch eine befähigte Person mindestens einmal jährlich und durch einen RegalChecker wöchentlich erfolgen.

Regale finden Sie nahezu in jedem Logistikbereich eines Betriebes, u.a. in Lebensmittel-, Baumärkten, Baufirmen, Getränkehandel, Baustoffhandel, Reifenhandel, Kfz-Werkstätten, Papierlägern, Turmlägern (PKW), Möbelhandel.

Sie werden in unterschiedlichen Arten angeboten, u.a. als

  • Palettenregal
  • Einschub-, Einfahrregal
  • Kragarmregal oder
  • Schmalganglagerregal.

Dabei können Sie sich für jedes Produkt bzw. Lagergut  (z.B. Flaschenregale, Reifenregale etc.) ein eigenes einzelnes Regal, Doppelregale oder ganze Regalzeilen aufstellen lassen. Die Einsturz- und Umsturzgefährdungen von Regalen für Beschäftigte und Kunden, die zeitgleich bei Be- und Entladevorgängen an Regalen Ware herausnehmen, sind nicht zu unterschätzen.

Die Ursachen für diese Gefährdungen sind in zunehmenden Regalhöhen, Vertikal- und Horizontalkräften durch Ein- und Auslagervorgänge, Wechselwirkungen mit Staplern und Fahrern sowie Arbeitsstoffen zu suchen. Auch Umgebungsfaktoren und andere betrieblichen und Umwelteinflüssen oder dünner werdendes Regalbaumaterial können Gefahren nach sich ziehen.

Gefahrstellen und Gefährdungen bei Regalen

Gefährdungen bei Regalen entstehen u.a. durch:

  • falsche Montage
  • Lotabweichungen
  • Schäden an Trägern, Regalböden
  • Überlastung, einseitige Belastung
  • Schweißnahtbruch
  • fehlende Regalbeleuchtung
  • fehlende Schilder
  • Rost
  • Verdrehung von Stützen
  • fehlender, beschädigter Anfahr-/Eckschutz (u.a. falsche Bedienung eines Schubmaststaplers)
  • fehlende Sicherungsstifte, Durchschubsicherungen
  • überstehende Lasten,  schräg sitzende Paletten
  • Verwendung falscher Lagergeräte (Paletten)
  • falsche/schlechte Positionierung der Lagergeräte
  • angefahrene Stützen, Holme, Träger und Aussteifungselemente
  • verblasste oder fehlende Bodenmarkierungen /-kennzeichnungen
  • nicht bestimmungsgemäße Verwendung
  • Hindernisse im Verkehrsweg
  • keine Geschwindigkeitsbegrenzung
  • fehlende Trennung von Kunden- und Staplerverkehr
  • mangelhafte Unterweisung der Staplerfahrer, des Lagerpersonals
  • zu enge Regalgänge, falsche Unterlagsplatten – wird die Last zu weit ins Regal hineingeschoben, kann sich die Last im Regal dahinter verschieben und in den Paralleleingang stürzen

Gefährdungsbeurteilung Regale erstellen

Um die Sicherheit in der Logistik zu gewährleisten, müssen Sie die Gefährdungen in der betriebsbezogenen Gefährdungsbeurteilung Regale ermitteln und bewerten. Danach müssen Sie Maßnahmen terminieren, mit Verantwortlichkeiten ableiten und Wirksamkeitskontrollen durchführen.

Wiederkehrende Prüfung mindestens alle 12 Monate

Die kraftbetriebenen Regale und Schränke sind Arbeitsmittel (Anlagen) nach Betriebssicherheitsverordnung und müssen durch einen Regalprüfer („befähigte Person“ nach TRBS 1203) wiederkehrend in einem Prüfzyklus von max. 12 Monaten geprüft werden. Andere Regale wie z.B. Holzregale müssen ebenfalls nach BetrSichV regelmäßig geprüft werden.

Tipp: Mit der Checkliste „Regalprüfung“ können Sie die wiederkehrende Prüfung von Regalen durchführen.

Zusätzlich sollten Sie die Regale regelmäßig – bestenfalls einmal wöchentlich – bei einer Sichtkontrolle auf erkennbare Beschädigungen und Mängel inspizieren lassen.

Wöchentliche Sichtkontrolle durch RegalChecker

Die Mängel, die bei der wöchentlichen Sichtkontrolle aufgetreten sind, sollten durch einen „RegalChecker“ (fachkundige, nach § 12 ArbSchG unterwiesene Person, nicht der/die Sicherheitsbeauftragte)  in einer Checkliste nachweislich nach Dringlichkeit geordnet festgehalten werden. Gegebenenfalls hat der RegalChecker Rücksprache mit dem Hersteller oder Regelprüfer zu halten, um kurzfristig oder im Rahmen der regulären Prüfung die Mängel zu beseitigen, um Um- und Einstürze zu verhindern.

Tipp: Mit dieser Checkliste können Sie die wöchentliche Prüfung von Regalen durchführen.

Regalprüfer markiert und beseitigt Mängel

Der Regalprüfer ist über den RegalChecker hinaus in der Lage, die Beschädigungen und Mängel zu erkennen, auszumessen und einzustufen. Dies kann farblich mit Spraydosen oder Aufklebern in rot (dringender Handlungsbedarf), gelb (es besteht Handlungsbedarf) oder grün (es besteht kein Handlungsbedarf) erfolgen. Der Regalprüfer hat Mängelbeseitigungen (u.a Gabelzinkenkameras an Staplern) zu veranlassen und die entsprechenden Konsequenzen aus Unfallursachen zu folgern. Reparaturen kann er nur in begrenztem Umfang durchführen und bei Unklarheiten muss er sich umgehend mit Hersteller in Verbindung setzen.

Bergungskonzept für den Notfall

In der Gefährdungsbeurteilung Regale sollte auch ein Bergungskonzept berücksichtigt sein, für den Fall, dass einmal ein Regal einstürzt. Darin ist festzulegen, dass gefährliche Bereiche unter Benutzung der entsprechenden persönlichen Schutzausrüstung (Helm, Sicherheitsschuhe, Warnweste, Schutzhandschuhe, ggf. Schutzbrille) weiträumig abgesperrt sind. Gefährdete Bereiche müssen mit Gurten festgezurrt werden, damit möglichst nichts schon bei leichter Erschütterung ins Rutschen gerät und das THW (Technisches Hilfswerk) muss informiert werden, wenn kein Brand vorliegt.

Anlassbezogen durch außergewöhnliche Ereignisse, u.a. nach Unfällen, Reparaturen bzw. Veränderungen, Naturkatastrophen sind die Prüfzyklen entsprechend anzupassen.

Autoren: Stefan Johannsen , WEKA Redaktion