12.10.2017

Ausbildung zum Sicherheitsbeauftragten im eigenen Betrieb

Der Gesetzgeber fordert von Unternehmern die Bereitstellung einer Vielzahl an betrieblichen Beauftragten, die bestimmte Aufgaben im Hinblick auf Arbeitssicherheit, Erster Hilfe und Brandbekämpfung übernehmen. Im Arbeitsschutz erfordert er die Ausbildung von Sicherheitsbeauftragten, deren Aufgaben und Pflichten in der DGUV Vorschrift 1 genau definiert sind.

Sicherheitsbeauftragte

Die Ausbildung zum Sicherheitsbeauftragten ist Aufgabe der Unfallversicherungsträger –  sie sind rechtlich verpflichtet, Ausbildungen anzubieten. Aufgrund der hohen Nachfrage besteht aber auch ein breites Angebot an externen Ausbildungen zum Sicherheitsbeauftragten durch TÜV, DEKRA und weitere Anbieter. Eine dritte Option ist die Ausbildung im eigenen Betrieb durch die Fachkraft für Arbeitssicherheit. WEKA bietet hierzu ein fertiges Schulungsprodukt an.

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Das fordert der Gesetzgeber

Der Grundpfeiler im Arbeitsschutz ist die Fachkraft für Arbeitssicherheit, deren Ausbildung Monate bis Jahre dauert und die vom Unternehmer per Pflichtenübertragung wichtige Aufgaben im Arbeitsschutz übernehmen kann. Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl weiterer betrieblicher Beauftragter, deren Aufgabenspektrum geringer, und deren Ausbildung folglich weniger umfangreich ist. Hierzu zählen beispielsweise Ersthelfer, Brandschutz- und Räumungshelfer sowie Sicherheitsbeauftragte. Hier handelt es sich um ehrenamtliche Tätigkeiten, die von den Beauftragten zusätzlich zum Tagesgeschäft wahrgenommen werden, und vom Gesetzgeber als sehr wichtig für die betriebliche Prävention eingeschätzt werden.

Dies wird im Arbeitsschutzgesetz explizit gefordert, in dessen § 10 Abs. 2 es heißt:
Der Arbeitgeber hat diejenigen Beschäftigten zu benennen, die Aufgaben der Ersten Hilfe, Brandbekämpfung und Evakuierung der Beschäftigten übernehmen. Anzahl, Ausbildung und Ausrüstung der nach Satz 1 benannten Beschäftigten müssen in einem angemessenen Verhältnis zur Zahl der Beschäftigten und den bestehenden besonderen Gefahren entsprechen.

Auch seitens der Unfallversicherungsträger, in der DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“, wird die Forderung deutlich. Hier heißt es in § 20 Abs. 1:

„In Unternehmen mit regelmäßig mehr als 20 Beschäftigten hat der Unternehmer unter Berücksichtigung der im Unternehmen bestehenden Verhältnisse hinsichtlich der Arbeitsbedingungen, der Arbeitsumgebung sowie der Arbeitsorganisation Sicherheitsbeauftragte in der erforderlichen Anzahl zu bestellen.“

Wer darf Sicherheitsbeauftragte ausbilden?

Wer Sicherheitsbeauftragte ausbilden darf und welche Fachkunde hierfür notwendig ist, lässt der Gesetzgeber offen. Für die Unfallversicherungsträger ist das Angebot zur Ausbildung von Sicherheitsbeauftragten Ihrer Mitgliedsunternehmen verpflichtend. Diese müssen den Mitgliedsunternehmen kostenlos Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten anbieten. Geregelt ist dies in § 22 und 23 des SGB VII, in dem es heißt:

„Die Unfallversicherungsträger haben für die erforderliche Aus- und Fortbildung der Personen in den Unternehmen zu sorgen, die mit der Durchführung der Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren sowie mit der Ersten Hilfe betraut sind.“

Aufgrund der hohen Nachfrage bei den Berufsgenossenschaften und den fix festgelegten Terminen besteht aber auch zusätzlich ein breites Angebot kostenpflichtiger externer Schulungen bei unterschiedlichen Anbietern (TÜV, DEKRA und weitere Anbieter). Nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung und der Berufsgenossenschaften sind trotz dieser Angebote längst nicht alle Sicherheitsbeauftragten angemessen ausgebildet. Unternehmen müssen letztlich aber nachweisen, dass ihre Sicherheitsbeauftragten den gesetzlich vorgegeben Aufgaben in Ihrem Betrieb gewachsen sind.

Schulung von Sicherheitsbeauftragten im eigenen Betrieb

Deswegen gibt es ergänzend auch eine dritte Option, die den Forderungen nach einer fundierten und auf die Aufgaben des Sicherheitsbeauftragten ausgerichtete Ausbildung entgegenkommt:  die Ausbildung zum Sicherheitsbeauftragten im eigenen Betrieb durch die Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Diese Variante hat den wesentlichen Vorteil, dass engagierte Ausbilder besonders genau im Hinblick auf die individuellen Gefahren und Gegebenheiten im eigenen Betrieb hin schulen können. Damit stellen sie sicher, dass Sicherheitsbeauftragte im Ernstfall richtig handeln. Auch der Gesetzgeber verlangt, dass die Ausbildung der Beauftragten „in einem angemessenen Verhältnis zur Zahl der Beschäftigten und den bestehenden besonderen Gefahren“ (Arbeitsschutzgesetz, § 10 Abs. 2) stehen muss.

Durch die Ausführung im eigenen Betrieb haben Unternehmen die Möglichkeit, die zweitätige Grundausbildung von Sicherheitsbeauftragten flexibel zu gestalten und inhaltlich besonders auf betriebsspezifische Merkmale einzugehen, die bei Gruppenunterweisungen mit Teilnehmern unterschiedlicher Betriebe so nicht möglich ist. So können Fehltage vermieden und die Sensibilisierung der Sicherheitsbeauftragten gesteigert werden.

Vorteil der engen Zusammenarbeit

Ein weiterer Vorteil der internen Ausbildung ist, dass ein enger Kontakt von Fachkraft für Arbeitssicherheit und Sicherheitsbeauftragten von Anfang an gegeben ist. In § 20 Abs. 1 der DGUV Vorschrift 1 heißt es, dass der Unternehmer sicherstellen muss, „dass die Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte mit den Sicherheitsbeauftragten eng zusammenwirken.“ Diese Forderung kann durch eine auf den eigenen Betrieb zugeschnittene Aus- und Fortbildung von Anfang an erfüllt werden.

Ausbildung zum Sicherheitsbeauftragten mit den Ausbildungsfolien von WEKA

WEKA bietet Ausbildungsfolien an, die den Anforderungen der Unfallversicherungsträger entsprechen und mit denen die Ausbildung zum Sicherheitsbeauftragten flexibel, betriebsspezifisch und kostengünstig durchgeführt werden kann.
Letztlich ist es im Interesse eines jeden Arbeitgebers, dafür zu sorgen, dass die ausgebildeten betrieblichen Beauftragten möglichst fundiert ausgebildet sind, möglichst gut auf ihre Aufgaben im Arbeits- und Brandschutz vorbereitet sind und auch im Betrieb reibungslos ineinandergreifen und zusammenarbeiten.

Autor: WEKA Redaktion