23.03.2020

Sicherheitsbeauftragter: Das sind seine Aufgaben

Ein Sicherheitsbeauftragter unterstützt den Arbeitgeber bei der Erfüllung von dessen Arbeitsschutzpflichten. Letztendlich verantwortlich bleibt trotzdem der Unternehmer. Im Folgenden lesen Sie einen Überblick über die Aufgaben des Sicherheitsbeauftragten.

Sicherheitsbeauftragter - Definition; Sicherheitsbeauftragte ausbilden; Sicherheitsbeauftragte bestellen

Sicherheitsbeauftragte sind reguläre interne Mitarbeiter, die zusätzliche Aufgaben im Arbeits- und Gesundheitsschutz übernommen haben. Sicherheitsbeauftragter zu werden, ist ein Ehrenamt. Wenn ein Sicherheitsbeauftragter seine Aufgaben gut erfüllt, spricht aber nichts dagegen, ihn auch entsprechend wertzuschätzen.

Sicherheitsbeauftragte haben beratende Funktion

Sicherheitsbeauftragte sind dafür vorgesehen, gemeinsam mit der Fachkraft für Sicherheitsfachkraft und Sicherheitsbeauftragter im VergleichArbeitssicherheit und dem Betriebsarzt, den Unternehmer bei der Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren zu unterstützen, z.B. im Rahmen regelmäßig stattfindender Sitzungen des Arbeitsschutzausschusses (§ 11 ASiG), bei Begehungen und Unfalluntersuchungen.

Allerdings haben Sicherheitsbeauftragte keine Weisungsbefugnis, sondern lediglich eine beratende Funktion dem Unternehmer oder Vorgesetzten gegenüber. Deshalb können sie zivil- und strafrechtlich nicht haftbar gemacht bzw. wegen der Erfüllung der ihnen übertragenen Aufgaben nicht benachteiligt werden. Die rechtliche Verantwortung für die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz liegt beim Unternehmer.

Wie sich die Aufgaben und Verantwortlichkeiten des „Sicherheitsbeauftragten“ von denen der „Sicherheitsfachkraft“ im Detail unterscheiden, sehen Sie in der Grafik links.

Die Aufgaben Sicherheitsbeauftragter

Sicherheitsbeauftragte können zur Unterstützung des Unternehmers unter anderem folgende Aufgaben übernehmen:

  • sicherheits- und gesundheitsgerechtes Verhalten als Vorbildfunktion wahrnehmen
  • Hilfestellung für Kollegen bei der Umsetzung des Arbeitsschutzes anbieten
  • auf den Zustand der technischen Schutzeinrichtungen und der persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) achten, ggf. Bestellungen veranlassen oder vornehmen
  • auf die ordnungsgemäße Nutzung und das Vorhandensein von PSA und Schutzeinrichtungen achten (z.B. Tragen von PSA, Erste-Hilfe-Kästen kontrollieren, Brandschutz)
  • sicherheitstechnische Mängel und Unfallgefahren zeitnah an Vorgesetzte melden, Verbesserungsvorschläge machen
  • Mitarbeiter über den sicheren Umgang mit Maschinen und Arbeitsstoffen und über Arbeitshygiene informieren und sie darauf aufmerksam machen
  • an Betriebsbegehungen und Unfalluntersuchungen teilnehmen
  • sich besonders um neue Mitarbeiter, um Jugendliche, um den Mutterschutz und um Fremdfirmen kümmern
  • Mängel, soweit möglich, selbst beseitigen (z.B. Stolperstellen).
  • Führen des Arbeitsmittelverzeichnisses (Beachtung der Prüffristenintervalle)
  • Pflegen eines Arbeitsschutzmanagementsystems
  • besonders betreuungsbedürftigen Personen wie Berufsanfängern, Betriebsneulingen, Jugendlichen, fremdsprachigen Beschäftigten und behinderten Personen ein erhöhtes Augenmerk zukommen lassen

Aufgaben am besten in schriftlicher Bestellung festhalten

Der Sicherheitsbeauftragte sollte bei seinen Aufgaben immer von den anderen Beschäftigten unterstützt werden (§ 16 ArbSchG). Die Aufgaben des Sicherheitsbeauftragten sollten überschaubar bleiben und in der schriftlichen Bestellung festgehalten werden, die in gegenseitigem Einvernehmen sowohl vom Arbeitgeber als auch vom Sicherheitsbeauftragten zu unterzeichnen ist.

Aufgaben des Sicherheitsbeauftragten übernehmen – und wieder abgeben

Der Sicherheitsbeauftragte wird in Absprache mit der gewählten Mitarbeitervertretung und dem Betriebs- und Personalrat ernannt und seine Rolle sollte umgehend allen Beschäftigten bekanntgegeben und im Firmenorganigramm ausgewiesen werden.

Da es sich um ein Ehrenamt handelt, ist es wichtig, dass der Mitarbeiter, der das Amt bekleidet, dies auf freiwilliger Basis macht. Nur so kann gewährleistet werden, dass er das Amt mit einer entsprechenden Begeisterung und Sorgfalt ausübt.

Das Amt des Sicherheitsbeauftragten muss kein Amt für das verbleibende Arbeitsleben sein, sondern kann auch niedergelegt oder auf andere Personen übertragen werden.

Autor: Stefan Johannsen