Fachbeitrag | Organisation und Dokumentation 23.03.2017

Der Sicherheitsbeauftragte – Aufgaben

Ein Sicherheitsbeauftragter unterstützt den Arbeitgeber bei der Erfüllung seiner Arbeitsschutzpflichten. Letztendlich verantwortlich bleibt trotzdem der Unternehmer. Ein Überblick über die Aufgaben Sicherheitsbeauftragter:

Sicherheitsbeauftragte besprechen ihre betrieblichen Pflichten.

Sicherheitsbeauftragter zu werden, ist ein Ehrenamt, es spricht aber nichts dagegen, diese Funktion bei guter Arbeit auch entsprechend wertzuschätzen. Bei Sicherheitsbeauftragten handelt es sich um interne Beschäftigte, die in den normalen Arbeitsablauf integriert sind und auf sicheres Verhalten ihrer Kollegen direkt am Arbeitsplatz einwirken sollen.

Die Aufgaben Sicherheitsbeauftragter

Allerdings haben sie keine Weisungsbefugnis, sondern lediglich eine beratende Funktion dem Unternehmer oder Vorgesetzten gegenüber. Deshalb können die Sicherheitsbeauftragten zivil- und strafrechtlich nicht haftbar gemacht, beziehungsweise wegen der Erfüllung der ihnen übertragenen Aufgaben nicht benachteiligt werden. Die rechtliche Verantwortung für die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz liegt beim  Unternehmer.

Sicherheitsbeauftragte sind dafür vorgesehen, gemeinsam mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit (FaSi) und dem Betriebsarzt, den Unternehmer bei der Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren zu unterstützen, zum Beispiel im Rahmen regelmäßig stattfindender Arbeitsschutzausschusssitzungen (§ 11 ASiG), Begehungen und Unfalluntersuchungen.

 

Sicherheitsbeauftragte können zur Unterstützung des Unternehmers unter anderem folgende Aufgaben wahrnehmen:

  • Sicherheits- und gesundheitsgerechtes Verhalten als Vorbildfunktion wahrnehmen.
  • Hilfestellung für Kollegen bei der Umsetzung des Arbeitsschutzes anbieten.
  • Auf den Zustand der technischen Schutzeinrichtungen und der persönlichen Schutzausrüstungen achten, gegebenen falls Bestellungen veranlassen oder vornehmen.
  • Auf die ordnungsgemäße Nutzung und das Vorhandensein von persönlicher Schutzausrüstung und Schutzeinrichtungen achten (zum Beispiel Tragen von PSA, Erste-Hilfe Kästen kontrollieren, Brandschutz).
  • Sicherheitstechnische Mängel und Unfallgefahren zeitnah an Vorgesetzte melden, Verbesserungsvorschläge machen.
  • Mitarbeiter über den sicheren Umgang mit Maschinen, Arbeitsstoffen und Arbeitshygiene informieren und aufmerksam machen.
  • An Betriebsbegehungen und Unfalluntersuchungen teilnehmen.
  • Sich besonders um neue Mitarbeiter, um Jugendliche, um den Mutterschutz und um Fremdfirmen kümmern.
    Mängel, soweit möglich, selbst beseitigen (zum Beispiel Stolperstellen).
  • Führen des Arbeitsmittelverzeichnisses (Beachtung der Prüffristenintervalle).
  • Pflegen eines Arbeitsschutzmanagementsystems.
  • Den besonders betreuungsbedürftigen Personen wie Berufsanfängern, Betriebsneulingen, Jugendlichen, fremdsprachigen Beschäftigten und Behinderten Personen ein erhöhtes Augenmerk zukommen zu lassen.

Der Sicherheitsbeauftragte sollte bei seinen Aufgaben immer von den anderen Beschäftigten unterstützt werden (§ 16 ArbSchG). Die Aufgaben Sicherheitsbeauftragter sollten überschaubar bleiben, in der schriftlichen Bestellung festgehalten werden und in gegenseitigem Einvernehmen sowohl vom Arbeitgeber als auch vom Sicherheitsbeauftragten gegengezeichnet werden.

Die Ernennung, beziehungsweise die Beauftragung, erfolgt in Absprache mit der gewählten Mitarbeitervertretung und dem Betriebs- und Personalrat und sollte umgehend allen Beschäftigten bekanntgegeben und im Firmenorganigramm ausgewiesen werden.

Das Amt des Sicherheitsbeauftragten muss kein Amt für das verbleibende Arbeitsleben sein, sondern kann auch niedergelegt oder auf andere Personen übertragen werden.

Autor: Stefan Johannsen